In den USA rechnet die Energiebehörde EIA im Juli 2026 mit neuen Rekorden beim Stromverbrauch in den Jahren 2026 und 2027. Der Bedarf soll von 4.195 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2025 auf 4.269 Milliarden Kilowattstunden 2026 steigen. Für 2027 erwartet die Behörde außerdem 4.399 Milliarden Kilowattstunden. Haupttreiber sind KI-Rechenzentren, Kryptorechner und mehr Elektrifizierung bei Wärme und Verkehr. Deshalb geraten Stromnetze, Kraftwerke und Unternehmen stärker in den Fokus.
Stromverbrauch steigt erstmals stärker im Gewerbe
Der wichtigste Bruch zeigt sich im Gewerbesektor. Kommerzielle Kunden sollen 2026 rund 1.550 Milliarden Kilowattstunden abnehmen. Haushalte kommen jedoch nur auf 1.508 Milliarden Kilowattstunden. Damit überholt das Gewerbe die privaten Verbraucher erstmals seit Beginn der Erfassung.

Dieser Wechsel hat eine klare Ursache. Rechenzentren zählen statistisch vor allem zum Gewerbe. Außerdem wachsen dort besonders große Einzelanschlüsse. KI-Anwendungen brauchen dauerhaft Strom, während Haushalte stärker von Wetter und Verbrauchsgewohnheiten abhängen.
Industrie legt ebenfalls wieder zu
Auch die Industrie erhöht ihren Bedarf. Die EIA erwartet 2026 rund 1.065 Milliarden Kilowattstunden. Damit liegt der Wert knapp über dem bisherigen Rekord aus dem Jahr 2000. Der Stromverbrauch steigt deshalb nicht nur durch Digitaltechnik, sondern auch durch Produktion und Elektrifizierung.
Für Versorger verändert sich dadurch die Planung. Sie müssen neue Lasten anschließen und zugleich alte Netze verstärken. Außerdem brauchen sie mehr gesicherte Leistung für Zeiten ohne starken Wind oder hohe Solarproduktion. Der KI-Boom trifft deshalb auf ein System, das ohnehin große Investitionen benötigt.
Erdgas bleibt trotz erneuerbarer Energien wichtig
Erneuerbare Energien gewinnen weiter Marktanteile. Ihr Anteil an der Stromerzeugung soll von rund 24 Prozent im Jahr 2025 auf 27 Prozent im Jahr 2027 steigen. Kohle fällt dagegen von 17 auf 15 Prozent. Kernkraft bleibt außerdem bei etwa 18 Prozent.
Erdgas bleibt jedoch die zentrale Stütze der Stromversorgung. Sein Anteil liegt laut Prognose weiter bei rund 40 Prozent. Das zeigt die Grenze des schnellen Ausbaus erneuerbarer Energien. Mehr Solar- und Windstrom senkt nicht automatisch den Bedarf an flexiblen Kraftwerken.
Rechenzentren machen Netzanschlüsse teuer
Die Last wächst regional sehr unterschiedlich. Viele Rechenzentren entstehen dort, wo Glasfaser, Flächen und Stromanschlüsse verfügbar sind. Dadurch entstehen neue Engpässe in einzelnen Netzgebieten. Außerdem steigen die Kosten für Kapazität, wenn Versorger mehr Reserveleistung vorhalten müssen.
Für Unternehmen kann das direkte Folgen haben. Höhere Netzentgelte und Kapazitätskosten verteuern die Produktion. Besonders energieintensive Betriebe spüren solche Zuschläge schnell. Der neue Stromverbrauch der KI-Wirtschaft wird damit zu einem Kostenfaktor für die klassische Industrie.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Financial Times (08.07.26) – Reuters (07.07.26) – US Energy Information Administration (Stand: 09.07.26) – Reuters (07.07.26)
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