USA, Ende August 2026: Die amerikanischen Raffinerien laufen mit 97,4 Prozent Auslastung fast an ihrer Produktionsgrenze. Auslöser sind massive Störungen am Weltmarkt bei der Öl- und Kraftstoffversorgung durch den Iran-Krieg und Angriffe auf russische Raffinerien. Zudem beeinträchtigt die Schließung der Straße von Hormus weiterhin wichtige Lieferströme aus dem Nahen Osten. Deshalb gleichen US-Anlagen einen wachsenden Teil der fehlenden internationalen Produktion aus. Eine Kraftstoffkrise könnte entstehen, sobald Wartungen oder technische Ausfälle die amerikanische Produktion im Herbst deutlich verringern. Besonders kritisch sind bereits niedrige Diesel- und Benzinbestände bei gleichzeitig ungewöhnlich hoher Raffinerieauslastung.
US-Raffinerien laufen seit Wochen nahezu durchgehend auf Hochtouren
Seit mehr als elf Wochen liegt die US-Raffinerieauslastung über 95 Prozent. Eine derart lange Hochlastphase gab es laut Reuters seit mehr als 25 Jahren nicht mehr. In der Woche bis 21. August erreichte die Auslastung schließlich 97,4 Prozent. Außerdem verarbeiteten die Anlagen täglich rund 17,4 Millionen Barrel Rohöl. Damit bleibt kaum zusätzliche Kapazität, um größere Ausfälle anderer Raffinerien kurzfristig auszugleichen.

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Hohe Raffineriemargen machen diese maximale Produktion wirtschaftlich attraktiv. Seit Beginn des Konflikts überschritten wichtige Margen laut Reuters zeitweise 50 Dollar je Barrel. Deshalb verschoben Betreiber teilweise geplante Wartungsarbeiten und hielten ihre Anlagen länger in Betrieb. Unternehmen wie Valero, Phillips 66, Marathon Petroleum und Exxon Mobil profitierten erheblich von dieser Entwicklung. Genau darin liegt jedoch die Gefahr einer Kraftstoffkrise, denn lange Hochlastphasen erhöhen die Folgen ungeplanter Stillstände.
Kraftstoffkrise: Weltmarkt wird immer abhängiger von den USA
Die weltweite Raffinerieproduktion liegt deutlich unter dem Vorjahresniveau. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur erreichte der Durchsatz im Juli nur 80,9 Millionen Barrel täglich. Das waren fast fünf Millionen Barrel weniger als ein Jahr zuvor. Außerdem reduzierten Angriffe auf russische Anlagen und Lieferprobleme im Nahen Osten die erwartete Produktion nochmals. Dadurch erzielten leichte und mittlere Destillate im Atlantikraum außergewöhnlich hohe Raffineriemargen.
Die USA schließen derzeit einen Teil dieser Versorgungslücke. Doch auch Russland fällt als bedeutender Exporteur teilweise aus. Moskau plant nach Reuters-Informationen, sein Diesel-Exportverbot bis Ende September zu verlängern. Wiederholte ukrainische Drohnenangriffe haben dort Raffineriekapazitäten außer Betrieb gesetzt. Außerdem meldeten einige russische Regionen erneut Kraftstoffengpässe, obwohl einzelne Anlagen nach Wartungen wieder anliefen.
Dieselvorräte liegen 14 Prozent unter dem Fünfjahresmittel
Auch die amerikanischen Lager bieten inzwischen nur noch begrenzte Reserven. Die Destillatbestände sanken bis 21. August auf 103,4 Millionen Barrel. Damit lagen sie rund 14 Prozent unter dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt. Zudem schrumpften die Benzinvorräte binnen einer Woche um 2,5 Millionen auf 206,8 Millionen Barrel. Für eine Kraftstoffkrise wäre deshalb nicht nur fehlendes Rohöl entscheidend, sondern vor allem fehlende Verarbeitungskapazität.
Die Folgen zeigen sich bereits an den amerikanischen Zapfsäulen. Reguläres Benzin kostete am 24. August landesweit durchschnittlich 4,085 Dollar je Gallone. Diesel erreichte dagegen 5,652 Dollar und verteuerte sich binnen einer Woche um fast 20 Cent. Gleichzeitig beginnen Raffinerien im Herbst normalerweise mit umfangreichen Wartungsarbeiten nach der sommerlichen Hochsaison. Größere ungeplante Ausfälle könnten deshalb zusätzlich Diesel, Benzin und Flugtreibstoff vom Weltmarkt nehmen. Reuters sieht die Energiemärkte auch über 2026 hinaus durch knappe Raffineriekapazitäten und geopolitische Störungen belastet.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Wall Street Journal (27.08.26) – Reuters (26.08.26) – Financial Times (25.08.26)
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