Großbritannien soll ab 2034 eine private Flotte neuer Mini-Atomkraftwerke erhalten. SGE SMR UK plant dafür 14 Reaktoren an drei Standorten. Die Anlagen sollen zusammen 4,2 Gigawatt liefern und fast acht Millionen Haushalte versorgen. Das Projekt kann jedoch erst starten, wenn Standorte, Betreiber, Finanzierung und Genehmigungen feststehen.
Mini-Atomkraftwerke sollen Stromversorgung absichern
Hinter dem Vorhaben steht SGE aus Warschau. Das Unternehmen gehört zum Umfeld des polnischen Unternehmers Michał Sołowow. Außerdem arbeiten GE Vernova Hitachi, Samsung C&T, Laing O’Rourke, Aecon und weitere Partner mit. Deshalb handelt es sich nicht um ein reines Staatsprojekt.

Bild: KI-generiert
Die geplanten Reaktoren nutzen die Technik BWRX-300. Jede Einheit soll rund 300 Megawatt elektrische Leistung bringen. Dadurch entsteht bei 14 Anlagen eine Flotte mit 4,2 Gigawatt. SGE setzt jedoch auf Serienbau, damit Planung und Errichtung schneller laufen.
BWRX-300 hat wichtige Prüfung geschafft
Der BWRX-300 hat in Großbritannien bereits Stufe 2 der Generic Design Assessment erreicht. Die Prüfer fanden keine grundlegenden Hindernisse bei Sicherheit, Sicherung, Safeguards oder Umweltschutz. Trotzdem braucht jedes konkrete Kraftwerk weitere Genehmigungen. Außerdem zählen Standort, Netzanschluss und Notfallplanung.
Ein wichtiger Bezugspunkt liegt in Kanada. Dort baut Ontario Power Generation in Darlington bereits einen BWRX-300. Die kanadische Aufsicht erteilte dafür im April 2025 eine Baugenehmigung. Für Großbritannien liefert das Projekt deshalb Erfahrung, aber noch keinen Nachweis aus langjährigem Betrieb.
Mini-Atomkraftwerke konkurrieren mit Rolls-Royce-Programm
SGE will das Projekt privat finanzieren. Trotzdem sucht das Konsortium Unterstützung über Contracts for Difference. Dieses Modell soll einen stabilen Strompreis absichern. Es belastet die Steuerzahler jedoch nicht vorab wie ein direkter Bauzuschuss.
Parallel treibt Großbritannien das Rolls-Royce-SMR-Programm voran. Great British Energy – Nuclear und Rolls-Royce SMR unterzeichneten im April 2026 einen Vertrag. Der Standort Wylfa spielt dabei eine zentrale Rolle. Die zusätzlichen Mini-Atomkraftwerke von SGE würden deshalb eine zweite Linie eröffnen.
Standortfrage entscheidet über Tempo
SGE will bis November 2026 in die Advanced Nuclear Pipeline aufgenommen werden. Bis Mitte 2027 sollen außerdem Standorte und staatliche Unterstützung geklärt sein. Danach könnten Investitionsentscheidung, Detailplanung und Genehmigungen folgen. Der Zeitplan bleibt jedoch ehrgeizig.
Alte Kraftwerksflächen gelten als besonders naheliegend. Dort gibt es häufig Netzanschlüsse, Industrieflächen und Fachkräfte. Dadurch könnten Kosten und Planungsrisiken sinken. Für Großbritannien wäre die Flotte ein Signal gegen wachsende Stromnachfrage durch Industrie, Wärmepumpen und Rechenzentren. Der Plan bleibt jedoch eine Ankündigung, solange die wichtigsten Verträge fehlen.
Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: SGE (02.07.26) – The Guardian (02.07.26) – Interesting Engineering (03.07.26) – The Telegraph (02.07.26)
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