EU warnt vor hohen Energiepreisen im Winter – Gasspeicher nur zu 58 Prozent gefüllt

Europa steuert auf einen teuren Winter zu. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen warnt vor „sehr hohen Preisen“, während Deutschlands Gasspeicher Anfang Oktober nur zu rund 58 Prozent gefüllt sind. Treiber sind vor allem teure Gas-, Öl- und LNG-Importe infolge des Nahostkonflikts. Eine unmittelbare Versorgungskrise erwartet Brüssel zwar nicht. Doch die Energiepreise könnten im Winter Haushalte und Unternehmen erneut massiv belasten. Gleichzeitig steigen Inflation und Importkosten deutlich.

Die Energiepreise drojen im Winter kräftig zu steigen. Deutsche Gasspeicher sind nur zu 58 Prozent gefüllt, zugleich zieht die Inflation an
Die Energiepreise drojen im Winter kräftig zu steigen. Deutsche Gasspeicher sind nur zu 58 Prozent gefüllt, zugleich zieht die Inflation an
Bilfd: KI-generiert

Deutschlands Gasreserve startet mit dünnem Polster in den Winter

Deutschland geht mit deutlich niedrigeren Gasreserven in die Heizperiode als in den vergangenen Jahren. Am 2. Oktober waren die Speicher nur zu rund 58 Prozent gefüllt. Die Bundesnetzagentur bezeichnet die Versorgungslage dennoch als stabil. Allerdings schrumpft damit der Puffer für längere Kälteperioden oder zusätzliche Lieferstörungen.

Deutschland ist deshalb stärker auf kontinuierliche Gasimporte angewiesen. Neben Pipelinegas spielt LNG eine zentrale Rolle. Gleichzeitig konkurriert Europa auf dem Weltmarkt mit asiatischen Käufern. Steigt dort die Nachfrage, können die Preise auch in Europa schnell nach oben springen. Genau darin liegt das Problem bei den Energiepreisen im Winter.


Europa zahlt Milliarden mehr – bekommt aber nicht mehr Energie

Der Nahostkrieg hat Europas Energierechnung bereits drastisch verteuert. Nach Angaben von Jørgensen zahlte die EU seit Beginn des Iran-Kriegs mehr als 100 Milliarden Euro zusätzlich für fossile Energieträger. Mehr Öl oder Gas erhielt Europa dafür jedoch nicht. Das Geld fließt damit vor allem in höhere Weltmarktpreise.

Besonders kritisch sind mögliche Störungen an wichtigen Transportwegen. Die Straße von Hormus zählt zu den bedeutendsten Routen für Öl und LNG. Deshalb haben die G7-Staaten inzwischen die Freigabe von insgesamt 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus strategischen Reserven vereinbart. Solche Eingriffe zeigen, wie angespannt der Energiemarkt inzwischen ist.

Energiepreise im Winter treiben Inflation erneut nach oben

Die Folgen erreichen längst die Verbraucherpreise. Im Euroraum stieg die Inflation im September auf 3,8 Prozent. Energie verteuerte sich im Jahresvergleich sogar um 18,8 Prozent. In Deutschland lag die Inflationsrate bei 3,3 Prozent. Damit droht Energie erneut zum entscheidenden Preistreiber zu werden.

Steigende Energiepreise im Winter treffen nicht nur Heizungen und Tankstellen. Sie erhöhen auch die Kosten für Produktion, Logistik, Lebensmittel und Dienstleistungen. Unternehmen können einen Teil dieser Mehrkosten an ihre Kunden weiterreichen. Deshalb droht der Energieschock erneut breite Teile der Wirtschaft zu erfassen.


Milliardenhilfen kaschieren das Grundproblem nur vorübergehend

Die EU-Staaten haben allein 2026 bereits rund 17,9 Milliarden Euro eingesetzt, um die Folgen steigender Energiepreise abzufedern. Deutschland senkte zum 1. Oktober außerdem vorübergehend die Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Solche Maßnahmen können Verbraucher kurzfristig entlasten. Sie ändern jedoch nichts an den hohen Beschaffungskosten auf dem Weltmarkt.

Brüssel setzt deshalb weiterhin auf stabile LNG- und Pipelineimporte. Norwegen soll im Winter hohe Liefermengen bereitstellen und deckt bereits einen erheblichen Teil des europäischen Gasbedarfs. Trotzdem bleibt Europa stark abhängig von internationalen Märkten. Schon ein kalter Winter, zusätzliche Ausfälle oder neue geopolitische Eskalationen könnten den nächsten Preissprung auslösen.

Verfasser: Blackout News
Vewrwendete Quellen: Reuters (02.10.26) – Eurostat (02.10.26) – Bundesnetzagentur (02.10.26) – ntv (29.09.26)

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