Zalando schließt Logistikzentrum in Erfurt – 2700 Arbeitsplätze betroffen

Zalando schließt sein Logistikzentrum in Erfurt bis Ende September 2026. Der Konzern hat nach eigenen Angaben begonnen, die 2700 Beschäftigten am Standort über die Entscheidung zu informieren. Als Begründung nennt Zalando die Neuausrichtung des europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme von About You im Jahr 2024. Bis zur endgültigen Schließung soll die Arbeit in Erfurt unverändert weiterlaufen (bild: 08.01.26).


Zalando verhandelt Sozialplan – was bisher feststeht

Bis zum Schließungstermin läuft der Betrieb weiter, zudem arbeitet das Zentrum nach Unternehmensangaben zunächst unverändert. Die Beschäftigten am Standort erhalten nach Angaben des Konzerns Informationen zu den Plänen. Der Zeitplan sieht die Aufgabe des Logistikzentrum Erfurt bis Ende September 2026 vor.

Zalando schließt bis September 2026 sein Logistikzentrum in Erfurt – Zukunft der 2700 Mitarbeiter bleibt ungewiss
Zalando schließt bis September 2026 sein Logistikzentrum in Erfurt – Zukunft der 2700 Mitarbeiter bleibt ungewiss

Zalando hat bislang keine Details zu Kündigungen, Versetzungen oder möglichen Abfindungen veröffentlicht; diese Fragen sind Teil der Gespräche über Interessenausgleich und Sozialplan. Der Betriebsrat soll dabei einen Rahmen für den Ausgleich aushandeln. Damit bleiben konkrete Bedingungen für einzelne Arbeitsplätze bis zum Ergebnis der Verhandlungen offen.

About You und die neue Logistik-Strategie

About You ist ein deutscher Online-Modehändler mit Sitz in Hamburg, außerdem zählt das Unternehmen zu den bekannten Plattformen im Mode-E-Commerce. Zalando begründet die Schließung in Erfurt mit einer Neuausrichtung des europaweiten Logistiknetzwerks nach der Übernahme 2024. Der Konzern wollte mit dem Deal seine Marktposition im Onlinehandel stärken und die Verteilung neu organisieren.

Zalando erwartet nach eigenen Angaben langfristig einen zusätzlichen operativen Gewinn von 100 Millionen Euro pro Jahr, während der Konzern zugleich externe Strukturen reduziert. Das Unternehmen will Verträge mit externen Betreibern von drei Logistik-Standorten im Ausland nicht verlängern. Damit verändert der Konzern Kapazitäten im Netz und verlagert Abläufe in andere Einheiten.

Optionen für Jobs und Aussagen aus der Konzernspitze

Co-Chef David Schröder stellte finanzielle Unterstützung in Aussicht, und er sprach von einem „signifikanten Beitrag“. Ziel sei, dass möglichst viele Beschäftigte einen neuen Job finden. Als interne Perspektive nannte das Unternehmen den Standort Gießen in Hessen, der sich noch im Aufbau befindet.

Für die Belegschaft bleibt zentral, ob Jobs über Wechsel in andere Standorte gesichert werden, jedoch nennt der Konzern dazu bisher keine Zahlen. Der Versandhändler koppelt mögliche Angebote an den Interessenausgleich und an die Ausgestaltung des Sozialplan. Damit hängt die individuelle Perspektive von den Ergebnissen der Gespräche ab.


Verdi-Kritik und Bedeutung des Standorts Erfurt

Verdi kritisierte das Vorgehen scharf, denn die Gewerkschaft bewertet die Informationslage anders als das Unternehmen. Der Thüringer Verdi-Gewerkschaftssekretär Matthias Adorf sagte, die Schließung sei intern seit Monaten absehbar gewesen. Die Beschäftigten seien dennoch nicht informiert worden, „um das Weihnachtsgeschäft abzusichern“. Damit rückt für Verdi auch der Zeitpunkt der Kommunikation in den Mittelpunkt.

Das Logistikzentrum Erfurt wurde 2012 eröffnet, dennoch gilt es als einziger konzerneigener Standort dieser Größe in Thüringen und in Ostdeutschland. Weitere große Zentren betreibt der Konzern unter anderem in Gießen, Lahr im Schwarzwald und Mönchengladbach. Nach dem Umbau sollen konzernweit noch 14 Logistikzentren in sieben Ländern verbleiben, folglich verändert sich die Rolle einzelner Standorte im Netz.

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