Windplan vor dem Kollaps – 6000 Einwendungen legen Verfahren in der Seenplatte lahm

In der Mecklenburgischen Seenplatte blockieren rund 6.000 Einwendungen die Auswertung des neuen Windplans. Der Regionale Planungsverband prüft seit dem Ende der Beteiligung am 12. Dezember 2025 die Eingaben zum Entwurf neuer Windenergieflächen. Die Öffentlichkeitsbeteiligung war zuvor im September 2025 freigegeben worden und lief vom 13. Oktober bis zum 12. Dezember. Ein zentrales Problem ist die Papierflut, denn viele Stellungnahmen kamen per Brief statt digital. Jede Eingabe muss einzeln geprüft werden, obwohl nach Angaben des NDR nur drei Mitarbeiter fast ausschließlich an der Auswertung arbeiten. Trotzdem hält der Verband daran fest, den Regionalplan noch 2026 zu beschließen (ndr: 12.03.26).


Papierflut mit Einwendungen bremsen die Windplanung

Der Aufwand ist enorm, denn das Verfahren erlaubt keine pauschale Abarbeitung. Jede Stellungnahme braucht eine eigene Prüfung und eine rechtliche Abwägung. Deshalb frisst die Masse der Vorgänge Zeit, obwohl der politische Druck zum Ausbau der Windenergie hoch bleibt.

6.000 Einwendungen bremsen den Windplan in der Seenplatte. Briefe, Personalmangel und Zeitdruck belasten das Verfahren massiv
6.000 Einwendungen bremsen den Windplan in der Seenplatte. Briefe, Personalmangel und Zeitdruck belasten das Verfahren massiv

Im offiziellen Online-Portal sind 1.206 Stellungnahmen verzeichnet. Viele weitere Eingaben gingen jedoch schriftlich oder mündlich ein. Gerade die Papierflut durch die Briefe erhöhen den Verwaltungsaufwand deutlich, weil sie zusätzlich erfasst und eingeordnet werden müssen. So wächst aus einer normalen Beteiligung ein Verfahren mit massiver Belastung für die Verwaltung.

Warum der Planungsverband kaum Spielraum hat

Mit der Teilfortschreibung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms legt der Verband fest, wo künftig Windräder gebaut werden dürfen. Vorgesehen sind 56 Vorranggebiete mit einer Fläche von rund 8.200 Hektar. Damit soll die Region die gesetzlichen Vorgaben für den Ausbau der Windkraft erfüllen.

Nach Bundesrecht müssen bis 2027 mindestens 1,4 Prozent der Fläche für Windenergie ausgewiesen werden. Der aktuelle Entwurf liegt mit etwa 1,5 Prozent leicht darüber. Dieser kleine Puffer ist wichtig, weil im Verfahren noch Flächen gestrichen oder verkleinert werden könnten. Zugleich zeigt genau dieser knappe Spielraum, wie eng die Planung inzwischen kalkuliert ist.


Tausende Einwendungen, aber der Zeitplan bleibt bestehen

Trotz der rund 6.000 Einwendungen rückt der Planungsverband bisher nicht von seinem Fahrplan ab. Das Ziel bleibt, den Regionalplan für Windenergie noch im Laufe dieses Jahres zu beschließen. Das ist ambitioniert, weil die Auswertung der Einwendungen Personal bindet und jeden weiteren Schritt verzögert.

Für die Region geht es um weit mehr als nur Verwaltungsarbeit. Der Plan entscheidet, in welchen Gebieten neue Anlagen möglich sind und wo sie ausgeschlossen bleiben. Deshalb betrifft das Verfahren nicht nur Klimaziele und Bundesrecht, sondern auch Kommunen, Anwohner und die künftige Nutzung ganzer Landschaftsräume. Während der Ausbau politisch gewollt ist, zeigt der Vorgang zugleich, wie schnell Verfahren an der Realität der Verwaltung ausgebremst werden können.

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