Wegen hoher Kundennachfrage – Stellantis holt Diesel zurück

Stellantis bringt in Europa den Dieselmotor bei mehreren Modellen zurück und hält ihn bei anderen weiter im Programm. Der Konzern richtet sein Angebot laut eigener Aussage aufgrund der hohen Kundennachfrage neu aus. Seit Ende 2025 reaktivierte Stellantis nach Angaben von Reuters still und leise bei mindestens sieben europäischen Modellen wieder Dieselvarianten, obwohl der Verkauf von Dieselmotoren 2025 nur noch 7,7 Prozent der Neuwagenverkäufe in Europa erreichte. Zugleich reagiert der Hersteller auf den internen Strategiewechsel der vergangenen zwölf Monate, nachdem Stellantis seine bisherige Elektroausrichtung neu bewertete und Verluste von mehr als 20 Milliarden Euro verbuchte. Der entscheidende Risikofaktor liegt in der unsicheren Marktdynamik, deshalb setzt der Konzern wieder stärker auf ein breites Antriebsportfolio. Für Käufer steigt damit die Auswahlmöglichkeit bei der Motorisierung wieder (reuters: 13.02.26).


Kundennachfrage als Begründung – diese Baureihen bekommen wieder Dieselmotoren

Gegenüber Reuters erklärte Stellantis: „Wir haben entschieden, Dieselmotoren in unserem Produktportfolio zu behalten – und in einigen Fällen unser Antriebsangebot zu erweitern.“ Damit koppelt der Konzern die Entscheidung direkt an die Marktsignale, außerdem verweist er auf die Ausweitung einzelner Antriebsangebote. Nach dem Bericht erhalten Modelle von Opel, Peugeot und Citroën wieder Dieselmotoren als Option. Stellantis betont zudem, dass man Dieselvarianten des DS 7 sowie des Alfa Romeo Tonale, der Giulia und des Stelvio „als Reaktion auf eine anhaltende Kundennachfrage“ weiter produzieren werde.

Hohe Kundennachfrage bringt den Dieselmotor zurück - Stellantis reaktiviert mehrere Modelle und hält weitere Varianten im Programm
Hohe Kundennachfrage bringt den Dieselmotor zurück – Stellantis reaktiviert mehrere Modelle und hält weitere Varianten im Programm

Die Rückkehr ist ein pragmatischer Schritt, weil der Absatz von Elektroautos in Europa weiterhin hinter vielen Erwartungen zurückbleibt. Der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge lag 2025 bei 17,4 Prozent. Hersteller müssen ihre Produkt- und Kapazitätsplanung dennoch stabil halten. Das zwingt Konzerne dazu, mehrere Antriebsarten parallel anzubieten, dadurch steigen jedoch auch Kosten und Komplexität.


Elektroquote, Dieselanteile und Konkurrenzdruck im Preissegment

Beim Alfa Romeo Tonale liegt der Dieselanteil bei rund 40 Prozent, in Italien sogar bei 50 Prozent. Solche Quoten erklären, warum Stellantis den Dieselmotor nicht komplett aufgibt, sondern ihn weiter als Absatzstütze einplant. Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller in Europa zunehmend in den E-Auto-Markt, vor allem in Preissegmente, in denen auch Stellantis stark vertreten ist. Stellantis will sich deshalb differenzieren und die Nachfrage breiter abholen, statt nur über Preisnachlässe zu reagieren.

Die Entscheidung bleibt eng an Marktbewegungen gekoppelt, denn niemand kann den Technologiemix der nächsten Jahre sauber prognostizieren. Stellantis verteilt das Risiko deshalb über mehrere Antriebsarten und hält sich die Dieseloptionen weiterhin offen. Ob der Diesel-Schwerpunkt trägt, hängt jedoch von Regulierung, Energiekosten und Modellzyklen ab, die den europäischen Markt spürbar verschieben können.

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