Wasserstoffzug-Pannen im Taunus – RB12 fährt wieder mit Diesel

Im Taunus fährt die RB12 zwischen Königstein, Kelkheim und Frankfurt seit dem 21. Juni 2026 wieder mit Dieselzügen. Die Wasserstoffzug-Pannen zwingen den RMV weiterhin zu einer flexiblen Verteilung der verfügbaren Fahrzeuge. Nach dem Ende eines Mietvertrags wechselten modernere Dieselzüge von der RB15 auf die RB12. Deshalb fahren die einsatzfähigen Wasserstoffzüge vorerst nur auf der RB15. Zugleich endet die RB12 wegen Bauarbeiten bis 9. August in Frankfurt-Höchst. Pendler müssen umsteigen und klagen außerdem über kurze Züge, volle Wagen, Ausfälle und mangelhafte Informationen.


RB15 erhält die verfügbaren Brennstoffzellenzüge

Der RMV begründet die Rotation zusätzlich mit der Einstiegshöhe der neuen Dieselersatzfahrzeuge. Diese Fahrzeuge passen besser zu den Bahnsteigen der RB12. Deshalb übernahm die RB15 die noch verfügbaren Brennstoffzellenzüge. Dort hatten zuvor Diesel- und Wasserstoffzüge gemeinsam den Fahrplan bedient.

Wasserstoffzug-Pannen im Taunus: Technische Defekte und Umbauten bremsen die Flotte. Deshalb fährt die RB12 wieder mit Diesel
Wasserstoffzug-Pannen im Taunus: Technische Defekte und Umbauten bremsen die Flotte. Deshalb fährt die RB12 wieder mit Diesel
Bild: © RMV

Der Verkehrsverbund bezeichnet die Umstellung als wenig bedeutsam für die Fahrgäste. Viele Pendler bewerten die Lage jedoch anders. Sie melden unregelmäßige Abfahrten, widersprüchliche Anzeigen und überfüllte Einzelzüge. Die Wasserstoffzug-Pannen bleiben damit nur ein Teil eines größeren Betriebsproblems. Denn auch Dieselzüge lösen die Kapazitäts- und Informationsmängel nicht.

Wasserstoffzug-Pannen dauern trotz Umbauprogramm an

Die 27 Wasserstoffzüge sollten seit Dezember 2022 vier Linien im Taunusnetz bedienen. Lieferverzögerungen und technische Defekte verhinderten jedoch den vollständigen Regelbetrieb. Im April 2026 war laut Alstom noch kein Fahrzeug komplett überarbeitet. Der Hersteller will deshalb alle Züge mit einer verbesserten Brennstoffzellengeneration ausrüsten. Der RMV erwartet bis zum Jahresende wieder einen weit überwiegenden Wasserstoffbetrieb.

Alstom übernahm im April die Bahnsparte für Brennstoffzellen von Cummins. Dadurch will der Konzern Entwicklung, Wartung und technische Unterstützung stärker selbst steuern. Die Übernahme soll vor allem Zuverlässigkeit und Lebensdauer der bestehenden Flotten verbessern. Ob sie die Wasserstoffzug-Pannen im Taunus dauerhaft beendet, zeigt jedoch erst der künftige Regelbetrieb.


Baustellen und kurze Züge verschärfen den Alltag

Zusätzlich belasten Bauarbeiten den Betrieb zwischen Frankfurt-Höchst und dem Hauptbahnhof. Bis einschließlich 9. August müssen Reisende deshalb in Höchst auf S-Bahnen wechseln. Frühere Sperrungen verhinderten außerdem die Fahrt der Wasserstoffzüge zur Tankstelle im Industriepark Höchst. Eine mobile Anlage in Grävenwiesbach stand wegen technischer Probleme ebenfalls nicht rechtzeitig bereit. Im gesamten RMV-Gebiet sind 2026 zudem rund 2.800 fahrplanwirksame Bautätigkeiten angekündigt.

Der RMV meldete für Regionalzüge im ersten Halbjahr nur noch 84,1 Prozent Pünktlichkeit. Die Zuverlässigkeit stieg dagegen auf 96 Prozent, weil mehr angekündigte Fahrten tatsächlich stattfanden. Auf der RB12 berichten Reisende jedoch weiterhin über überhitzte Fahrzeuge, Türstörungen und defekte Toiletten. Außerdem setzt der Betreiber in den Ferien Kurzzüge ein. Die Werkstatt in Königstein betreut parallel weitere Flotten und kann deshalb nicht jede Reparatur kurzfristig erledigen.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Frankfurter Neue Presse (25.07.26)Taunus Nachrichten (25.07.26)Bahnblogstelle (21.06.26)Welt (20.06.26)

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