Vulkangruppe kündigt weiteren Angriff auf Berlins Stromnetz an

Die linksradikale Vulkangruppe kündigte online einen weiteren Angriff auf das Berliner Stromnetz an. Der Hinweis kursierte auf der Internetplattform Indymedia kurz nach dem Blackout in Berlin. Der Text verschwand später wieder, doch die Behörden behandelten ihn als konkreten Prüfauftrag. Der Generalbundesanwalt ermittelt, weil es um mögliche extremistische Strukturen geht (ntv: 08.01.26).


Vulkangruppe: Neue Drohung, schnelle Prüfung, keine Treffer vor Ort

Wenige Tage nach dem Blackoutin Berlin löste die Ankündigung einen Einsatz in Marzahn-Hellersdorf aus. Die Polizei arbeitete dabei mit Stromnetz Berlin zusammen. Ein Sprecher sagte, die Kräfte hätten „alle wichtigen, infrage kommenden Bereiche vorsichtshalber“ überprüft. „Dabei ist nichts festgestellt worden.“ Die Polizei setzte laut Sprecher eine niedrige zweistellige Zahl an Einsatzkräften ein, und die Innenverwaltung bestätigte den Ablauf.

Vulkangruppe kündigt auf Internetplattform Indymedia neue Attacke auf das Berliner Stromnetz an - Generalbundesanwalt ermittelt
Vulkangruppe kündigt auf Internetplattform Indymedia neue Attacke auf das Berliner Stromnetz an – Generalbundesanwalt ermittelt

Der Indymedia-Text zielte auf Leitungen in den östlichen Bezirken und genau das erhöht die Relevanz für die Einsatzplanung. Ermittler prüfen nun die Authentizität, weil sie zwischen Propaganda und realer Vorbereitung unterscheiden müssen. Außerdem suchen sie nach technischen Spuren, damit sich der Urheberkreis eingrenzen lässt. Das Netzportal Indymedia spielt dabei als Verbreitungskanal eine zentrale Rolle, jedoch zählen am Ende belastbare Anhaltspunkte.

Indymedia als Bühne, aber Ermittler suchen Belege statt Schlagworte

Die Innenverwaltung betonte auch diesmal: „Es gab keine Feststellungen“. Damit blieb der Einsatz ohne konkrete Funde. Trotzdem endet die Arbeit nicht, weil sich digitale Drohungen oft erst im Rückblick einordnen lassen. Ermittler gleichen deshalb Formulierungen, Zeitmuster und Veröffentlichungswege ab und sie prüfen mögliche Überschneidungen zu früheren Texten. Für das Stromnetz zählen solche Analysen, weil Angriffe auf Knotenpunkte die Energieversorgung großer Gebiete treffen können.

Gleichzeitig rückt der Generalbundesanwalt stärker in den Vordergrund, weil bundesweite Zuständigkeiten schnellere Zusammenführung von Informationen erlauben. Die Bundesankläger prüfen, ob die Indymedia-Ankündigung in eine Serie passt und ob Unterstützerstrukturen existieren. Dabei schauen die Ermittler auch auf Risiken für weitere Blackout-Lagen, denn schon die jüngste Störung zeigte die Reichweite. Das Energienetz braucht deshalb Schutzkonzepte, die technische und polizeiliche Maßnahmen verbinden.

Blackout nach Brandanschlag – Zahlen, Folgen, politischer Druck auf Sicherheit

Der aktuelle Alarm gewinnt Gewicht, weil ein Brandanschlag im Südwesten Berlins zuvor einen massiven Blackout auslöste. Am 03. Januar waren zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom und der Netzbetreiber schaltete erst Tage später schrittweise wieder zu. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sprach später von 100.000 betroffenen Menschen und die Stadt rief am 04. Januar eine Großschadenslage aus. Dieser Stromausfall bleibt der Bezugspunkt, weil er zeigt, wie schnell das Stromnetz kippen kann.

Nach diesem Feueranschlag tauchte ein Schreiben auf, das Ermittler als authentisch einstuften, und darin reklamierte die Vulkangruppe die Tat für sich. Genau deshalb prüfen die Behörden nun, ob der neue Indymedia-Text aus demselben Umfeld stammt. Wenn die Vulkangruppe erneut plant, dann droht eine Wiederholung des Blackout-Szenarios, nur diesmal womöglich in anderen Bezirken. Zudem richten Ermittler ihren Blick auf Hochspannungsbereiche und Betriebsabläufe, weil Sabotageakte meist gezielt an Schwachstellen ansetzen.


Stromnetz unter Beobachtung: Was die Ermittler jetzt priorisieren

Für die Bewertung zählen drei Punkte und diese bestimmen die nächsten Schritte. Erstens: Ist der Indymedia-Text technisch einer Quelle zuzuordnen, oder streut jemand bewusst falsche Signale. Zweitens: Gibt es Hinweise auf Vorbereitung, etwa Ausspähung oder Materialbeschaffung, die zu einem Brandanschlag passen. Drittens: Welche Schutzlücken zeigen die Blackout-Erfahrungen und wie lässt sich das Stromnetz schneller stabilisieren.

Die Behörden setzen dabei auf engere Abstimmung, und der Generalbundesanwalt bündelt Erkenntnisse aus Bund und Land. Parallel analysiert der Netzbetreiber die betroffenen Systeme, damit das Energienetz resilienter wird. Der Blackout bleibt damit nicht nur ein Rückblick, sondern ein operativer Maßstab für die Gefahrenlage. Die Vulkangruppe bleibt im Fokus der Ermittler.

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