Volkswagen-Sparprogramm bis 2028 – 35.000 Jobs in Gefahr – Werksschließungen drohen

Der Volkswagen-Konzern treibt in Wolfsburg ein konzernweites Sparprogramm voran, das bis Ende 2028 die Kosten um rund 20 Prozent senken soll, nachdem CEO Oliver Blume und Finanzchef Arno Antlitz die Vorgaben intern verschärft haben. Auslöser sind sinkende Margen, hohe Ausgaben für E-Mobilität und Software sowie ein schwächeres China-Geschäft. Das Programm betrifft alle Marken, während intern auch Werksschließungen als Option in Szenarien auftauchen. Als entscheidender Risikofaktor gelten hohe Fixkosten in der Produktion, deshalb geraten Standorte und Kapazitäten in den Fokus. Für die Belegschaft kann das Folgen haben, denn in Deutschland stehen bereits bis zu 35.000 Stellen bis 2030 zur Disposition und weitere Einschnitte bleiben möglich (manager-magazin: 16.02.26).


Management setzt auf harte Kostenziele

Der Vorstand hat die Sparvorgaben bei einer Führungskräfteklausur vorgestellt, außerdem soll die Gewinnschwelle des Konzerns spürbar sinken. Entwicklungsaufwand, Verwaltung und Beschaffung gelten als zentrale Hebel. Deshalb laufen Budgetprüfungen quer durch die Marken. Der Konzern will so schneller in die Nähe stabiler Renditen kommen.

VW plant ein Sparprogramm bis 2028: 20 Prozent weniger Kosten, Werksschließungen möglich, bis zu 35.000 Jobs in Deutschland im Fokus
VW plant ein Sparprogramm bis 2028: 20 Prozent weniger Kosten, Werksschließungen möglich, bis zu 35.000 Jobs in Deutschland im Fokus

Oliver Blume fasste die Richtung knapp zusammen, jedoch eindeutig: „Wir müssen die Gewinnschwelle senken.“ Der Satz zielt auf die Fixkostenbasis. Währenddessen analysieren Teams die Kosten bis auf Werksebene. Das kann am Ende auch die Beschäftigung betreffen.

Werke und Strukturen geraten in den Fokus

In internen Diskussionen schließen Beteiligte Werksschließungen nicht aus, zudem gelten Verlagerungen als denkbare Stellschraube. Volkswagen bestätigt solche Pläne bisher nicht offiziell. Trotzdem laufen Szenario-Rechnungen für einzelne Standorte. Deshalb wächst die Nervosität in den Werken.

Parallel existiert bereits ein Personalabbaupfad in Deutschland, der bis 2030 rund 35.000 Stellen umfassen kann, wobei der Konzern vor allem auf Fluktuation und Altersteilzeit setzt. Diese Zahl markiert jedoch die Größenordnung, in der Jobs betroffen sein könnten. Zugleich könnten zusätzliche Kostenziele neue Programme auslösen. Währenddessen fordern Investoren schneller sichtbare Effekte.

Betriebsrat verweist auf bestehende Zusagen

Der Konzernbetriebsrat hält Werksschließungen für nicht vereinbar mit bestehenden Vereinbarungen, außerdem verweist er auf einen Kompromiss aus dem Jahr 2024. Dieser soll betriebsbedingte Kündigungen und Standortaufgaben für einen festgelegten Zeitraum ausschließen. Deshalb stellt sich die Arbeitnehmerseite gegen weitere Einschnitte. Das gilt besonders, wenn es um große Jobzahlen geht.

Gleichzeitig bleibt unklar, wie stabil solche Zusagen bei weiterem Ergebnisdruck bleiben. Der Betriebsrat kündigt Widerstand gegen zusätzliche Sparrunden an. Währenddessen laufen Gespräche über Auslastung und Produktivität. Der Konflikt könnte sich damit zuspitzen.

Finanzlage und Sondermaßnahmen

Volkswagen hat zuletzt einen überraschenden Liquiditätseffekt von rund sechs Milliarden Euro gemeldet, außerdem verbesserte sich damit der kurzfristige Cashflow. Berichte nennen als Baustein auch den Verkauf von Forderungen. Solche Schritte verschaffen Zeit. Sie lösen jedoch das strukturelle Kostenproblem nicht.

Ratingagenturen beobachten die Lage, während einzelne Einschätzungen zuletzt vorsichtiger ausfielen. Steigen die Finanzierungskosten, trifft das die Spielräume zusätzlich. Deshalb will der Vorstand früh gegensteuern. Das Sparprogramm dient damit auch als Signal an Kapitalgeber.


Gründe: China, Software, Paralleltechnologien

Der Margendruck kommt aus mehreren Richtungen, außerdem verschärft sich der Wettbewerb durch chinesische Hersteller. In China verlieren internationale Marken Marktanteile, während lokale Anbieter Tempo machen. Zugleich verschlingt die Software-Entwicklung Milliarden. Diese Last drückt auf die Profitabilität.

Parallel finanziert Volkswagen weiter Verbrenner-, Hybrid- und Elektroplattformen, währenddessen steigen Komplexität und Stückkosten. Mehrfachentwicklungen verteuern die Modellpalette. Deshalb setzt der Konzern auf Standardisierung und Plattformstrategien. Ohne harte Einsparungen drohen aus Sicht des Managements langfristig auch größere Jobrisiken.

Entscheidungstermine stehen bevor

Weitere Details will Volkswagen bei der nächsten Ergebnispräsentation liefern, außerdem sollen dort Maßnahmenfelder präzisiert werden. Bis dahin laufen interne Prüfungen. Standortentscheidungen fallen meist erst nach Wirtschaftlichkeitsrechnungen. Kurzfristige Beschlüsse gelten deshalb als unwahrscheinlich.

Für Beschäftigte und Zulieferer bleibt die Lage angespannt, währenddessen gewinnt die Frage nach der Beschäftigungssicherung an Gewicht. Die bereits genannte Größenordnung von bis zu 35.000 Stellen in Deutschland zeigt, wie groß das Thema werden kann. Deshalb dürften die Verhandlungen zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern härter werden. Die nächsten Monate entscheiden, wie tief der Konzern tatsächlich schneidet.

Lesen Sie auch:

Nach oben scrollen