USA und Japan schließen Milliarden-Kooperation für neue Atomreaktoren und Gaskraftwerke

Japan und die USA haben in Washington eine neue Kooperation im Energiesektor vereinbart. Beim Besuch der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi bei US-Präsident Donald Trump wurde beschlossen, dass ein japanisch-amerikanisches Gemeinschaftsunternehmen Small Modular Reactors in Tennessee und Alabama bauen soll. Das Volumen liegt bei knapp 35 Milliarden Euro. Außerdem wurden Investitionen von umgerechnet fast 29 Milliarden Euro in Erdgaskraftwerke in Pennsylvania und Texas festgelegt. Auslöser für das Paket sind die von Trump eingeführten Importzölle. Japan sagt im Gegenzug hohe Investitionen zu, um niedrigere US-Zölle zu erreichen. Der zentrale Risikofaktor liegt deshalb in der engen Verbindung von Handelspolitik und Energieprojekten. Die Folgen reichen von neuen Kraftwerken in vier Bundesstaaten bis zur geplanten Stabilisierung der Strompreise und zusätzlicher Energie für Datenzentren (zeit: 20.03.26).


Kooperation zwischen USA und Japan wird Teil eines größeren Zoll-Deals

Die Energievorhaben stehen jedoch nicht für sich allein. Sie sind Teil einer deutlich größeren Zusage Japans an die USA. Insgesamt hat Tokio Investitionen von 550 Milliarden Dollar zugesagt. Das entspricht rund 478 Milliarden Euro. Damit soll der von Trump aufgebaute Zolldruck verringert werden. Japan verknüpft in diesem Fall Energie direkt mit der Handelspolitik.

USA und Japan schließen eine Kooperation für Atomreaktoren und Gaskraftwerke als Teil eines milliardenschweren Zoll-Deals
USA und Japan schließen eine Kooperation für Atomreaktoren und Gaskraftwerke als Teil eines milliardenschweren Zoll-Deals

Im Nuklearbereich setzen beide Seiten auf Small Modular Reactors, kurz SMR. Diese kleineren Reaktoren sollen in Tennessee und Alabama entstehen. Gebaut werden sie von GE Vernova Hitachi, einem Joint Venture von General Electric und dem japanischen Konzern Hitachi. Die Kooperation stützt sich damit auf einen bestehenden Industrieverband beider Länder. Das Projekt ist deshalb nicht nur ein Energievorhaben, sondern zugleich ein strategischer Ausbau der industriellen Zusammenarbeit.


Neue Kraftwerke sollen Preise stabilisieren und Datenzentren versorgen

Zusätzlich zur Kernenergie planen die Partner neue Erdgaskraftwerke in Pennsylvania und Texas. Dafür wurden Investitionen von umgerechnet knapp 29 Milliarden Euro vereinbart. Diese Anlagen sollen nach offizieller Darstellung helfen, die Strompreise für amerikanische Verbraucher stabil zu halten. Außerdem sollen sie Energie für Datenzentren liefern. Gerade dieser Punkt ist wichtig, weil der Strombedarf digitaler Infrastruktur in den USA stark wächst.

Die Vereinbarung zeigt deshalb eine klare politische und wirtschaftliche Linie. Die USA erhalten neue Energieprojekte in mehreren Bundesstaaten, während Japan mit seiner Kooperation konkrete Zugeständnisse im Zollstreit anstrebt. Atomkraft und Gaskraft werden dabei bewusst kombiniert. Gas kann schneller Leistung bereitstellen, während neue Reaktoren langfristig zusätzliche Kapazität schaffen sollen. Zugleich macht das Abkommen deutlich, wie eng Versorgungssicherheit, Industriepolitik und internationale Handelsinteressen inzwischen miteinander verflochten sind.

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