Stromausfall in Berlin: Krisenmanagement versagt – Wegner stundenlang verschwunden

Seit Samstagmorgen sind Teile von Steglitz-Zehlendorf ohne Strom. Viele Menschen kämpfen seither mit der Kälte ohne Heizung und ohne warmes Wasser . Der Netzbetreiber erwartet die vollständige Wiederversorgung erst am Donnerstagnachmittag, 8. Januar 2026. Damit zieht sich die Störung über mindestens 5 Tage. Feuerwehren, THW und Polizei versuchen die Situation vor Ort in den Griff zu bekommen, doch von der regierende Bürgermeiste Kai Wegner war stundenlang abgetaucht (berliner-zeitung: 04.01.26).


Anschlag auf die Kabelbrücke trifft Zehntausende – und die Stadt wirkt unvorbereitet

Auslöser war laut Netzbetreiber ein Brand an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal. Dabei wurde wichtige Leitungen zum Kraftwerk Lichterfelde beschädigt. Zunächst traf es rund 45.000 Haushalte sowie über 2.200 Unternehmen.

Stromausfall Berlin: Krisenmanagement des Senats versagt, Wegner taucht ab – warum die Hauptstadt erneut ohne Plan im Dunkeln steht

Zwar konnten laut unterschiedliche Berichten inzwischen etwa 7.000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder ans Netz, aber der große Rest blieb weiterhin im Ausnahmezustand. Genau hier beginnt die politische Verantwortung, denn Resilienz entsteht nicht durch Glück, sondern durch Redundanz und konsequente Schutzkonzepte.

Krisenmanagement ohne Führung: Wegner taucht ab, während der Bezirk friert

Das auffälligste Signal kam nicht aus einem Lagebericht, sondern aus dem Schweigen an der Spitze. Die Berliner Zeitung kritisiert, der regierende Bürgermeister Wegner habe „sage und schreibe zehn Stunden“ geschwiegen. In einer Lage mit Zehntausenden Betroffenen wirkt so etwas wie Arbeitsverweigerung. Dabei erwarten insbesondere die Einsatzkräfte, wie Polizei, Feuerwehr und THW klare Anweisungen und Lageberichte.

Wegner führte später Gespräche mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Kanzleramtsminister Thorsten Frei. Dabei hoffte er Berlin auf Unterstützung der Bundeswehr etwa bei Versorgung und Logistik. Solche Telefonate sind sinnvoll, aber sie ersetzen kein sichtbares Krisenmanagement vor Ort, denn Führung muss zuerst informieren und dann koordinieren.

Kommunikation der Behörden – Hilfe wird organisiert, aber Orientierung fehlt

Der Bezirk öffnete Wärmestuben und Notunterkünfte. Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Hilfsorganisationen halfen an Infopunkten. Trotzdem blieb die Lage für viele unklar, weil konkrete Angaben zu Zeitfenstern, Prioritäten und lokalen Ausfällen oft zu spät oder zu grob kamen.

Der Netzbetreiber nennt zwar den 8. Januar als Ziel, aber ein mehrtägiger Ausfall verlangt eng getaktete Updates, und zwar mit nachvollziehbaren Zwischenschritten. Wenn Menschen nicht wissen, ob sie bleiben oder ausweichen sollen, dann verliert der Staat Zeit, und Zeit entscheidet in Kälte über die Gesundheit der Menschen.


Politik setzt auf Deutung statt Leistung – und das rächt sich im Alltag

Wegner sagte, die Täter seien „offenkundig Linksextremisten“, und damit legte er früh eine Richtung fest. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und prüft ein Bekennerschreiben, doch unabhängig vom Motiv bleibt die Kernfrage: Warum kann ein einzelner Angriffspunkt so viele Anschlüsse lahmlegen und wo bleiben belastbare Schutzmaßnahmen?

Ein Krisenmanagement, das zuerst etikettiert und erst danach erklärt, wirkt wie PR, aber nicht wie Verwaltung. Bürger und Betriebe brauchen keine Schlagworte, sondern klare Handlungsanweisungen, verlässliche Zeitachsen, Anlaufstationen zur Information und sichtbare Verantwortliche vor, die kurzfristige Entscheidungen treffen können.

Was jetzt nötig ist: Krisenmanagement als Pflicht und nicht als Fototermin

Berlin braucht sofort ein verbindliches Kommunikationsschema, und dazu gehören feste Briefings, klare Karten der betroffenen Straßenzüge sowie ein analoges Informationsnetz. Wenn Router und Mobilfunk ausfallen und Mobilfunk, dann muss die Stadt mit Aushängen, Lautsprecherwagen und lokalen Anlaufstellen führen und zwar in einem festen Takt.

Genauso wichtig ist die technische Konsequenz, denn kritische Kabeltrassen dürfen keine Single-Points-of-Failure bleiben. Redundanz, physischer Schutz und belastbare Notfallpläne kosten Geld, aber sie kosten weniger als Tage ohne Strom, und deshalb muss der Senat das Krisenmanagement strukturell neu aufstellen. Das Chaos in Berlin wiegt besonders schwer, da es im September 2025 bereits einen Brandanschlag auf die Strominfrastruktur im Südosten (Treptow-Köpenick) gab – und trotzdem hat der Senat offenkundig weder beim Krisenmanagement noch bei der Prävention nachgeschärft und konsequent gehandelt.

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