Stromausfall in Berlin: 45.000 Haushalte ohne Strom – Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Im Südwesten Berlins kam es am Samstag zu einem großflächigen Stromausfall und die Folgen trafen auch Pflegeeinrichtungen. Nach Angaben von Stromnetz Berlin waren rund 45.000 Haushalte sowie etwa 2.000 Gewerbebetriebe betroffen. Einsatzkräfte sicherten parallel die Versorgung kritischer Orte sichern. Die Polizei prüft Brandstiftung als Ursache (welt: 03.01.26).


Ursache am Teltowkanal

Auslöser war nach Unternehmensangaben der Brand einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, wobei mehrere Leitungen zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde beschädigt wurden. Das Feuer sei inzwischen gelöscht, doch die Reparatur bleibt komplex, weil mehrere Kabelstränge betroffen sind und die Netztopologie nicht beliebig umgestellt werden kann. Unternehmenssprecher Henrik Beuster nannte die betroffenen Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde, und damit ein Gebiet mit vielen Wohnquartieren sowie wichtigen Einrichtungen.

Stromausfall im Südwesten Berlins: 45.000 Haushalte und 2000 Betriebe betroffen, Verdacht Brandstiftung, Feuerwehr schützt Heime
Stromausfall im Südwesten Berlins: 45.000 Haushalte und 2000 Betriebe betroffen, Verdacht Brandstiftung, Feuerwehr schützt Heime

Auch die Feuerwehr stellte früh auf ein längeres Szenario ein, weil die Lage dynamisch blieb und eine sichere Prognose fehlte. Sie schrieb online: „Wann die Stromversorgung wieder hergestellt wird, ist noch unklar. Es ist mit einem längeren Ausfall zu rechnen.“ Zudem hieß es: „Stromnetz Berlin arbeitet so schnell es geht an einer Lösung des Problems. Momentan ist nicht absehbar, wie schnell es behoben werden kann. Es muss momentan davon ausgegangen werden, dass der Stromausfall länger andauert.“

Sicherheit bei Kälte: Feuerwehr warnt und setzt auf einfache Maßnahmen

Weil Temperaturen im Minusbereich zusätzliche Risiken schaffen, rät die Feuerwehr zu klaren Vorsichtsmaßnahmen, und sie zielt dabei auf typische Gefahrenquellen in Wohnungen. Wörtlich lautet der Hinweis: „Vorsicht beim Umgang mit Kerzen – lassen Sie diese nicht unbeaufsichtigt. Lieber Taschenlampen als Kerzen benutzen! Gasbetriebene Heizgeräte und Einweggrills nicht in Innenräumen benutzen. Wärmen Sie sich mit Pullovern und Decken.“ Damit adressiert sie nicht nur Brandgefahren, sondern auch das Risiko von Abgasen in geschlossenen Räumen.

Parallel warnte die Polizei, dass der Stromausfall auch Mobilfunk und Festnetz beeinträchtigen kann. Sie entsandte deshalb Kräfte in die betroffenen Bereiche. Wer dringend Hilfe braucht, sollte direkt Einsatzkräfte ansprechen oder eine Wache aufsuchen, weil ein Notruf in einzelnen Straßen zeitweise scheitern könnte. Für Anwohner gilt daher: Ruhe bewahren, aber vorbereitet bleiben, und Nachbarn im Blick behalten, falls es bei älteren Menschen oder Kranken zu Problemen kommt.


Großeinsatz in Steglitz-Zehlendorf und Erinnerung an Anschlag im September

Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf lief ein Großeinsatz mit mehreren hundert Feuerwehrleuten und weiteren Helfern. Zusätzlich waren Freiwillige Feuerwehren sowie das Technische Hilfswerk eingebunden. Besonders heikel war die Lage, weil in dem Gebiet mehrere Pflegeheime und Krankenhäuser liegen und dort Notstrom und Logistik sauber ineinandergreifen müssen. Nach Feuerwehrangaben wurden Bewohner und Patienten aus mindestens zwei Heimen in andere Einrichtungen verlegt.

Der Fall weckt zugleich Erinnerungen an den September, als ein ähnlicher Stromausfall im Südosten Berlins über Tage anhielt. Damals sprach Stromnetz Berlin anfangs ebenfalls von rund 50.000 betroffenen Kunden. Als Ursache galt damals ein politisch motivierter Brandanschlag auf zwei Strommasten. Auch diesmal ermittelt die Polizei wegen eines möglichen absichtlichen Feuers.Genau dieser Verdacht erhöht die Sensibilität, weil die Kritische Infrastruktur immer mehr im Fokus steht.

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