Stromausfall bei Leitstelle der Berliner Feuerwehr – Notstromaggregat nicht angesprungen

Am 22. Januar 2026 traf ein Stromausfall die Berliner Feuerwehr dort, wo jede Sekunde zählt: in der Leitstelle am Nikolaus-Groß-Weg. Bereits am 10. Januar 2026 hatte eine Netzstörung den Standortbereich betroffen, doch damals blieb der Betrieb durch ein Notstromaggregat abgesichert. Doch am 22. Januar ist das Notstromaggregat nicht angesprungen und deshalb fiel gegen 12.30 Uhr die zentrale Steuerung der Rettungsdienste aus. Der Notruf 112 war nach Angaben aus der Belegschaft zeitweise nicht erreichbar. Gleichzeitig meldeten Mitarbeiter Störungen im Modularen Warnsystem des Bundes (Mowas), das Warnmeldungen an Apps, Rundfunk und digitale Anzeigen ausspielt (berliner-zeitung: 22.01.26).


Feuerwehr und Notruf 112: Stabsalarm, Ausweichleitstelle, Notbetrieb

Die Feuerwehr löste Stabsalarm aus, weil die Einsatzsteuerung auch unter technischen Einschränkungen funktionieren muss. Deshalb wurde die Freiwillige Feuerwehr alarmiert und Einsatzkräfte nahmen die Ausweichleitstelle am Fehrbelliner Platz in Betrieb. Dort lief die Koordination weiter, während der Notruf 112 über alternative Wege abgesichert werden sollte. Parallel blieb das Modulare Warnsystem Mowas laut internen Schilderungen weiterhin gestört, weshalb es nicht möglich war Warnmeldungen wie gewohnt abzusetzen.

Stromausfälle in der Notrufleitstelle der Berliner Feuerwehr -  Notstromaggregat nicht angesprungen – Notruf 112 zeitweise nicht erreichbar
Stromausfälle in der Notrufleitstelle der Berliner Feuerwehr – Notstromaggregat nicht angesprungen – Notruf 112 zeitweise nicht erreichbar

Am Nachmittag blieb die Behörde in der öffentlichen Darstellung knapp. Ein Sprecher sagte: „Es gab eine technische Einschränkung“. Er ergänzte, sie habe „unter einer halben Stunde“ gedauert. Entscheidend ist dennoch die Konstellation, denn ein Ausfall von des Notstromaggregats trifft nicht nur Arbeitsplätze, sondern die gesamte Taktung der Einsatzannahme. Zudem stellt sich die Frage, weshalb die automatische Umschaltung versagte, obwohl Redundanz vorgesehen ist.

Baustelle am Standort: Rückfallebene und Papierprozesse

Nach einer internen Mitteilung der Behördenleitung standen offenbar Bauarbeiten im Zusammenhang mit der Unterbrechung. Am Nikolaus-Groß-Weg entsteht ein Neubau für eine modernisierte Leitstelle, weshalb Eingriffe in die Infrastruktur dort derzeit besonders riskant sind. Während der Störung arbeitete die Organisation in der sogenannten Rückfallebene und damit verschiebt sich die Arbeit von digitaler Steuerung zu improvisierten Ersatzverfahren.

Einsätze wurden teilweise über Ausweichtelefone entgegengenommen und anschließend handschriftlich dokumentiert. So bleibt die Grundfunktion erhalten, jedoch steigt die Fehleranfälligkeit, wenn Systeme fehlen und Zeitdruck wächst. Auch Notstrom entscheidet in solchen Lagen über Kontrolle oder Chaos, weil er den Betrieb ohne Verzögerung in den Notmodus überführen soll. Fällt diese Absicherung aus, wird die Notfallnummer zur Engstelle – und Hilfe erreicht Betroffene unter Umständen zu spät.


Vergleich zum 10. Januar 2026: Notstrom funktionierte, diesmal nicht

Am 10. Januar 2026 wurde ebenfalls ein Stromausfall gemeldet. Betroffen war damals der Bereich Siemensstadt rund um die Leitstelle. Damals sprang das Aggregat sofort an und die unterbrechungsfreie Stromversorgung hielt den Betrieb stabil. Dieser Unterschied ist operativ entscheidend, weil der aktuelle Vorfall ohne funktionierenden Ersatzstrom deutlich größere Auswirkungen hatte.

Für die Einsatzorganisation zählt Verfügbarkeit und sie hängt an robusten Ketten aus Energieversorgung, Umschaltung und Ersatzverfahren. Wenn gleichzeitig das Warnsystem nicht arbeitet, ist die öffentliche Alarmierung zusätzlich geschwächt. Deshalb dürfte intern detailliert geprüft werden, welche Komponente versagte und wie sich Baustellenrisiken sauber abtrennen lassen. Die Feuerwehr müssen sicherstellen, dass der Notruf 112 auch während Bauphasen jederzeit erreichbar bleibt.

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