SenerTec verlagert Produktion von Blockheizkraftwerken ins Ausland

Der Hersteller SenerTec will die Produktion von Blockheizkraftwerke in Schweinfurt Anfang des Jahres einstellen und ins Ausland verlagern. Die niederländische Konzernmutter BDR Thermea hat die Schließung der Fertigung angekündigt, jedoch soll der Service in Schweinfurt weiterarbeiten. Damit rückt der Standort Schweinfurt in eine neue Rolle, während für viele Beschäftigte die Zukunft ihrer Arbeitsplätze offen bleibt (radiogong: 16.01.26).


Blockheizkraftwerke und Standort Schweinfurt: Gründe für den Produktionsstopp

BDR Thermea nennt sinkende Aufträge, harten Wettbewerb und neue Vorgaben als zentrale Treiber, weil sich die Produktion am Standort nicht mehr auslasten lasse. Daher verliert der Standort Schweinfurt die Fertigung, obwohl dort weiterhin technische Kompetenz gebündelt werden soll. Die Montage der Blockheizkraftwerke wandert in ein europäisches Auslandwerk und folgt damit einer anderen Kosten- und Lieferlogik.

SenerTec verlagert Fertigung von Blockheizkraftwerken von Schweinfurt ins Ausland – 200 Arbeitsplätze betroffen
Bild: ©senertec.de

Zugleich bleibt die Produktlinie Dachs ein Kern des Portfolios, weil sie bei vielen Betreibern fest eingeplant ist. Das Unternehmen setzt deshalb auf Kontinuität bei Ersatzteilen und Betreuung. Betreiber sollen ihre Anlagen als Kraft-Wärme-Kopplung weiter zuverlässig betreiben können, auch wenn die Produktion nicht mehr in Schweinfurt stattfindet.

Arbeitsplätze in der Schwebe: Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft

Die Geschäftsleitung hat die Belegschaft bereits informiert, und nun laufen Gespräche mit Betriebsrat und Gewerkschaft über mögliche Lösungen. Deutschlandweit sind rund 200 Arbeitsplätze betroffen, davon 76 am Standort Schweinfurt, weshalb die sozialen Folgen klar bezifferbar sind. Gleichzeitig wird geprüft, ob Versetzungen oder Qualifizierungen innerhalb der Gruppe möglich sind, damit nicht jede Stelle entfällt.

Für die Region wiegt der Einschnitt schwer, weil industrielle Fertigung in der Energietechnik als verlässlicher Pfeiler gilt. Auch Zulieferer könnten Aufträge verlieren, sofern Produktionsvolumen abwandert. Dennoch bleibt ein Teil der Wertschöpfung, weil Serviceprozesse in Schweinfurt verankert bleiben sollen.

Dachs bleibt am Markt: Service und Ersatzteile sollen weiterlaufen

SenerTec ist für Dachs-Systeme bekannt und diese Marke soll weiter unterstützt werden, obwohl die Fertigung verlagert wird. Ersatzteile sollen verfügbar bleiben und der Service soll laut Unternehmen weiterhin aus Schweinfurt gesteuert werden. Das ist für Betreiber wichtig, weil Blockheizkraftwerke im Dauerbetrieb auf Wartung, Diagnostik und schnelle Instandsetzung angewiesen sind.

Die Verlagerung verändert jedoch die Struktur am Standort Schweinfurt deutlich. Während die Produktion geht, bleibt das Know-how für Betreuung und Logistik als Anker bestehen. Für Kunden entscheidet am Ende, ob Reaktionszeiten und Lieferketten stabil bleiben, denn technische Ausfälle verursachen hohe Kosten.


BDR Thermea setzt auf Verlagerung: Folgen für Markt und Beschäftigte

Die BDR Thermea Gruppe ordnet die Neuaufstellung in ein schwieriges Umfeld ein, weil Investitionen stärker von Regulierung und Preisniveau abhängen. Das trifft Blockheizkraftwerke besonders, denn Projekte werden häufiger verschoben und Anbieter konkurrieren aggressiver über den Preis. Gleichzeitig wächst der Anspruch an Effizienz, damit Heizkraftanlagen wirtschaftlich bleiben und sich im Bestand behaupten.

Für viele Beschäftigte bleibt entscheidend, welche Angebote der Konzern macht und wie sozialverträglich der Umbau gelingt. Die Zukunft zahlreicher Arbeitsplätze hängt davon ab, ob Transfers, Qualifizierung oder interne Wechsel realistisch umgesetzt werden. Auch der Standort Schweinfurt steht damit vor einem Umbruch, der weit über eine einzelne Produktionslinie hinausreicht.

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