Russland verkauft LNG mit 40% Rabatt und verschleierter Herkunft in neue Märkte

Russland drückt sanktioniertes Flüssigerdgas mit einem Rabatt von bis zu 40 Prozent in neue Märkte. Treiber ist die angespannte Lage auf dem Weltmarkt während des Iran-Krieges, denn die weitgehende Schließung der Straße von Hormus und der Ausfall katarischer Lieferungen haben rund ein Fünftel des globalen LNG-Angebots unterbrochen. Im Zentrum steht Arctic LNG 2, ein seit Ende 2024 produzierendes Exportprojekt von Novatek, das bereits 2023 unter US-Sanktionen geriet. Zugleich soll Moskau die Herkunft der Ladungen über Zwischenhändler und auffällige Dokumente verschleiern. Besonders Staaten in Süd- und Südostasien stehen unter Druck, weil sie dringend Ersatz brauchen. Für Länder wie Indien und Bangladesch wächst deshalb das Risiko, zwischen Versorgungssicherheit, Sanktionen und hohen Kosten wählen zu müssen (bloomberg: 09.04.26).


LNG-Rabatt wird für Asien zum Krisenangebot

Vor allem in Südasien verschärft sich die Lage spürbar. Indien und Bangladesch mussten zuletzt verstärkt am Spotmarkt einkaufen, während die Preise dort teils doppelt so hoch lagen wie in bestehenden Verträgen. Gerade deshalb gewinnen selbst politisch riskante Lieferungen wieder an Gewicht.

Russland bietet sanktioniertes LNG mit Rabatt an und tarnt die Herkunft. Asien greift wegen der Krise trotz hoher Risiken zu
Russland bietet sanktioniertes LNG mit Rabatt an und tarnt die Herkunft. Asien greift wegen der Krise trotz hoher Risiken zu

In Bangladesch zeigen sich die Folgen bereits in der Wirtschaft. Teile der Düngemittelindustrie erhalten weniger Gas, während die Versorgung im Land unter Druck gerät. Für viele Regierungen zählt deshalb zuerst die Verfügbarkeit, jedoch nicht mehr nur die politische Herkunft des Brennstoffs.

Moskau verschleiert Lieferwege und Herkunft

Russland setzt bei seiner Offensive vor allem auf Arctic LNG 2. Das Projekt zählt zu den wichtigsten LNG-Vorhaben des Landes, während die Sanktionen aus den USA Finanzierung, Versicherung und Transport massiv erschweren. Betreiber ist Novatek, der größte private LNG-Exporteur Russlands.

Laut Bloomberg laufen Angebote über Zwischenhändler in China und Russland. Außerdem sollen Papiere so ausgestellt werden, dass andere Ursprungsländer wie Oman oder Nigeria erscheinen. Diese Methode soll den Zugang zu Käufern erleichtern, während viele direkte Abnehmer Sanktionen aus Washington fürchten. Gerade der hohe Rabatt macht solche Lieferungen für Krisenstaaten dennoch wieder interessant.


Engpässe bei Tankern begrenzen Russlands Ausbau

Russland exportiert Flüssigerdgas nicht nur über Arctic LNG 2. Novatek betreibt auch Yamal LNG in der Arktis, außerdem verschifft Gazprom LNG über das Terminal Portowaja bei St. Petersburg. Von dort gehen weiter Lieferungen an europäische Kunden, während EU-Sanktionen gegen russisches Gas erst ab 2027 vollständig greifen.

Trotz Krise und Preisnachlass stößt Moskau an klare Grenzen. Es fehlen zugleich Käufer, Tanker und Dienstleister, weil viele Reedereien sanktionierte Projekte meiden. Bislang nimmt vor allem China solche Mengen ab, während eine breitere Ausweitung unsicher bleibt. Der zusätzliche Rabatt hilft zwar beim Verkauf, löst jedoch das Transportproblem nicht.

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