Mercedes-Benz startet in Deutschland laut MB Passion den Batterietausch bei bestimmten EQA- und EQB-Modellen. Ein offizieller Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt soll in Kürze folgen. Der Hersteller hat die Werkstätten demnach bereits informiert. Mercedes will betroffene Kunden parallel schriftlich benachrichtigen. Auslöser ist ein mögliches Brandrisiko durch einen potenziellen Kurzschluss in der Hochvolt-Batterie, das die bisherige Software nur eingeschränkt abfedern konnte. Betroffen sind Fahrzeuge der Baujahre 2021 bis 2024, weltweit 33.705 und davon 3119 in Deutschland. Für Halter bedeutet das deshalb Werkstatttermine, zeitweisen Fahrzeugausfall und bislang teils spürbare Einschränkungen bei Reichweite und Ladeleistung (mbpassion: 17.02.26).
Rückruf: Software galt intern nur als Übergangslösung
Mercedes setzte bei den betroffenen Fahrzeugen zunächst auf ein Update des Batteriemanagementsystems, jedoch soll diese Maßnahme intern ausdrücklich nur als Zwischenlösung gegolten haben. Hintergrund sind Batterien des Lieferanten Farasis, deren Software-Lösungen das Ladeverhalten nur begrenzt regulierten, um das Risiko zu senken. Der Schritt zum kompletten Tausch zielt auf eine technische Endlösung, zugleich dürfte der angekündigte Rückruf die betroffenen Fahrgestellnummern offiziell festlegen. In der Rückrufdatenbank der Behörde steht als Gefahrenhinweis: „Kurzschluss in der Hochvolt-Batterie kann zum Brand führen“.

Der Wechsel von Softwarebegrenzung zu Hardwaretausch ist mehr als Kosmetik, weil die Begrenzungen bei Reichweite und Ladeleistung im Alltag direkt wirken. MB Passion beschreibt den Effekt so: „Für betroffene Fahrer bedeutet dies, dass die bisherige Einschränkung der Reichweite und Ladeleistung durch Software bald durch einen vollständigen Austausch der Hochvoltbatterie ersetzt wird“. Damit verschiebt sich der Fokus von einer Drosselung hin zur Beseitigung des kritischen Bauteils.
Werkstattablauf: Acht Stunden pro Fahrzeug, Lieferant der neuen Batterie offen
Nach dem Bericht betrifft die Maßnahme EQA 250+ und EQB 250+ mit dem 70,5-kWh-Akkupaket, sofern diese Modelle mit Farasis-Batterien ausgestattet sind. In der Werkstatt soll der Tausch je Fahrzeug etwa acht Stunden dauern, währenddessen bauen Techniker das komplette Batteriepaket aus. Anschließend ersetzt die Werkstatt die Einheit durch eine neue Hochvoltbatterie, wodurch die bisherige Risikokonstellation aus dem Fahrzeug verschwinden soll.
Unklar bleibt jedoch, welcher Hersteller die neuen Energiespeicher liefert. Der Bericht nennt dazu keinen Namen, außerdem liegt bislang keine öffentlich bestätigte Angabe vor. Für Halter zählt trotzdem der praktische Ablauf: Termin, Standzeit und die Aussicht auf ein Fahrzeug ohne die bisherigen Einschränkungen. Sobald der Rückruf offiziell läuft, werden viele Fahrer deshalb auf schnelle Teileverfügbarkeit und klare Werkstattkapazitäten angewiesen sein.
Blick ins Ausland und bekannte Schäden
Die Maßnahme in Deutschland folgt auf Vorgehen in China und den USA, wo Mercedes den Batterietausch bereits angekündigt hat und teils schon umsetzte. Dadurch wirkt der Schritt nicht isoliert, sondern wie ein Baustein einer globalen Korrektur. In den USA soll es in diesem Zusammenhang bereits einige Fahrzeugbrände gegeben haben, während das Kraftfahrt-Bundesamt nach früherer Berichterstattung „vereinzelte Sachschäden“ nennt. Diese Hinweise markieren die Folgen, ohne einen flächendeckenden Schaden zu beschreiben.
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