Rückruf wegen Brandgefahr – Stellantis muss über 750.000 Fahrzeuge überprüfen

Die aktuelle Rückruf-Welle von Stellantis trifft weltweit über 750.000 Autos und davon mehr als 85.000 in Deutschland. Besonders Hybridmodelle mit defekter Hochvoltbatterie sowie Probleme am Kraftstoffsystem stehen im Mittelpunkt der Meldungen. Gleichzeitig geraten Marken wie Opel, Peugeot, Citroën, Fiat, DS, Alfa Romeo, Lancia und Jeep unter Druck, da mehrere Fehlerquellen ein erhöhtes Risiko erzeugen. Die Vielzahl der betroffenen Serien zeigt, wie komplex die technische Lage ist, denn neben Batterieproblemen treten auch Undichtigkeiten in der Kraftstoffanlage auf, die die Brandgefahr zusätzlich erhöhen (merkur: 17.11.25).


Rückruf betrifft Jeep und weitere Marken

Besonders kritisch sieht es bei den Jeep-Baureihen aus. Stellantis bestätigte hierzu: „Stellantis ruft in Deutschland freiwillig ca. 3.746 Plug-in-Hybrid-SUVs zurück, um ein potenzielles Brandrisiko zu beheben. Betroffen sind bestimmte Jeep Wrangler 4xe (Modelljahre 2020–2025) und Jeep Grand Cherokee 4xe (Modelljahre 2022–2026). Eine Überprüfung von Kundendaten führte zu einer internen Untersuchung, bei der 19 Fälle festgestellt wurden. Das Brandrisiko verringert sich, wenn der Akku leer ist. Daher wird Fahrzeughaltern empfohlen, den Akku nicht aufzuladen. Eine Lösung ist in Arbeit. Betroffene Kunden werden benachrichtigt, sobald sie einen Servicetermin vereinbaren können. Stellantis bittet Fahrzeughalter dringend, die Anweisungen in ihren Rückrufbenachrichtigungen zu befolgen.“ Diese Aussage zeigt, wie stark ein solcher Eingriff den Alltag der Fahrer verändert, denn ein Hybridfahrzeug ohne Ladevorgang hat nur eingeschränkten Nutzen.

Großer Rückruf bei Stellantis: Brandgefahr in Hybridmodellen, Probleme an Hochvoltbatterie und Kraftstoffsystem treffen viele Autofahrer
Großer Rückruf bei Stellantis: Brandgefahr in Hybridmodellen, Probleme an Hochvoltbatterie und Kraftstoffsystem treffen viele Autofahrer

Auch andere Hybridmodelle aus dem Konzern rücken nun stärker in die Öffentlichkeit, da zusätzliche Batteriefehler auftreten. Mehrere Fälle lassen erkennen, dass das Batteriepaket selbst bei leerem Ladezustand kritische Reaktionen auslösen kann, was das Feuerrisiko weiter erhöht.

Rückruf durch fehlerhafte Kraftstoffanlage

Parallel dazu stuft das Kraftfahrt-Bundesamt eine falsch verschraubte Verbindung zwischen Hochdruckleitung und Kraftstoffrail als ernsthafte Ursache ein. Dadurch kann Kraftstoff austreten und heiße Komponenten erreichen, was in Kombination mit der bestehenden Brandgefahr eine gefährliche Situation erzeugt. Elf Fälle sind bereits dokumentiert, und die Zahl betrifft zahlreiche Modelle.

Zu den betroffenen Serien gehören Opel Grandland, Corsa, Mokka, Frontera und Astra, die weltweit zusammen mehr als 138.000 Einheiten umfassen. Peugeot trifft es ähnlich, und auch Citroën mit C3, C4 und C5 ist stark involviert. Fiat, DS, Alfa Romeo und Lancia tauchen ebenfalls auf den Listen auf, sodass sich ein breites Spektrum unterschiedlicher Fahrzeugklassen ergibt. Diese Vielfalt verdeutlicht, dass die Probleme nicht auf einzelne Plattformen beschränkt sind, sondern das gesamte Kraftstoffsystem einzelner Baureihen betrifft, deren Kraftstoffanlage unter hoher Belastung steht.

Neue Meldungen aus den USA verschärfen die Sicherheitslage

In den USA melden Behörden zusätzliche Schwierigkeiten bei Hybridmodellen, die durch defekte Separatoren in der Hochvoltbatterie entstehen. Diese Bauteile können Zellschäden hervorrufen und Brände während der Fahrt oder im Stillstand auslösen. Chrysler meldete bereits neunzehn Vorfälle, darunter Fahrzeuge, die früher bereits Teil einer Sicherheitsaktion waren. Diese Zahlen zeigen, dass einzelne Reparaturen nicht alle Risiken abdecken.

Ein älterer Rückruf aus dem Januar umfasste schon viele Jeep-Hybride. Trotz eines Software-Updates zeigt sich nun, dass die Maßnahme nicht alle Batteriefehler erfasst hat. Daher raten die Behörden ausdrücklich zum Abstellen im Freien und zum Verzicht auf den Ladevorgang, um das Feuerrisiko zu senken.


Auswirkungen auf den deutschen Markt

In Deutschland betraf die erste Runde der Sicherheitsaktion knapp 2.500 Fahrzeuge. Die neuen Erkenntnisse erhöhen den Druck deutlich, da viele Halter auf eine endgültige technische Lösung hoffen. Die Kombination aus defektem Kraftstoffsystem, instabiler Hochvoltbatterie, steigender Brandgefahr und komplexen Fehlerketten sorgt für erhebliche Belastung im gesamten Markt. Auch weil das Synonym Sicherheitsaktion nun noch breiter greift, wächst das Interesse der Behörden an einer langfristig stabilen Lösung.

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