Bei Porsche in Stuttgart hat Vorstandschef Michael Leiters nach dem bereits laufenden Abbau von 3.900 Stellen weitere Einschnitte beim Personal angekündigt. Auslöser ist der massive Gewinneinbruch des Sportwagenbauers im vergangenen Jahr, während der Konzern auf seiner Bilanzpressekonferenz erste Eckpunkte der Strategie 2035 vorgestellt hat. Im Zentrum stehen ein verschärftes Sparprogramm, neue margenstarke Produkte und ein Umbau der Organisation. Der entscheidende Risikofaktor bleibt die stark gesunkene Profitabilität, denn Porsche hat 2025 kaum noch Gewinn erzielt. Für die Belegschaft wächst damit das Risiko zusätzlicher Jobverluste, zugleich verschärft der Konzern den Druck auf Kosten, Strukturen und Modellpolitik (automobilwoche: 11.03.26).
Gewinneinbruch zwingt Porsche zum härteren Sparkurs
Michael Leiters ist erst seit rund 70 Tagen im Amt, er setzt jedoch bereits harte Akzente. Für ihn steht die Wettbewerbsfähigkeit des Herstellers im Vordergrund. Deshalb will er das bestehende Strukturpaket II deutlich verschärfen.

Der Porsche-Chef machte nach der Bilanzpressekonferenz klar, dass das nicht ohne Folgen für die Belegschaft bleibt. Das überarbeitete Sparprogramm werde auch einen weiteren Stellenabbau enthalten. Damit geht der Konzern über frühere Einschnitte hinaus, weil die bisherigen Maßnahmen aus Sicht des Managements nicht ausreichen.
Neuer Vorstandschef ordnet den Konzern neu
Leiters koppelt den Personalabbau an eine breitere Neuaufstellung des Unternehmens, während Porsche gleichzeitig seine Abläufe beschleunigen will. Hierarchien sollen kleiner werden und Entscheidungen schneller fallen. Außerdem soll die Kostenbasis sinken, damit der Hersteller wieder höhere Renditen erzielt.
Der Anlass für diesen Kurs liegt in den Geschäftszahlen. Porsche galt lange als besonders profitabel, jedoch hat sich das Bild stark verändert. Der Gewinneinbruch markiert deshalb einen tiefen Einschnitt für einen Hersteller, der über Jahre mit außergewöhnlich hohen Margen gearbeitet hat.
China, Elektrostrategie und Kosten belasten Porsche
Mehrere Probleme trafen den Konzern fast gleichzeitig, zudem verstärkten sie sich gegenseitig. Die Neuausrichtung bei der Elektromobilität kostet viel Geld, während der Absatz in wichtigen Märkten schwächer ausfällt. Hinzu kommt der schärfere Wettbewerb in China, wo lokale Hersteller den Druck auf westliche Premiumanbieter erhöhen.
Für Porsche ist das besonders heikel, weil das Geschäftsmodell auf hohen Erträgen pro Fahrzeug beruht. Wenn Absatz, Kosten und Modellmix aus dem Gleichgewicht geraten, sinkt die Marge sehr schnell. Deshalb reagiert das Management nun mit Einsparungen und einer klaren Verschiebung bei der Produktstrategie.
Luxusmodelle sollen die Rendite wieder erhöhen
Mit der Strategie 2035 setzt Porsche stärker auf exklusive Fahrzeuge, während die Bedeutung reiner Stückzahlen sinkt. Künftig soll der Konzern pro Auto mehr verdienen. Deshalb rücken neue Luxusmodelle und besonders margenstarke Varianten in den Mittelpunkt.
Für die Beschäftigten ist jedoch eine andere Botschaft entscheidend. Der weitere Stellenabbau zeigt, dass Porsche den Gewinneinbruch nicht als kurzes Zwischentief wertet. Der Konzern plant vielmehr einen längeren Umbau, bei dem weniger Personal, straffere Strukturen und teurere Modelle zusammengehören.
Lesen Sie auch:
- Zweifel am Elektroauto – Porsche ändert Strategie hin zu Verbrennern und Hybriden
- Porsche wankt bei der Elektrostrategie – drohendes Aus für E-Cayman und E-Boxster
- Zu geringe Nachfrage – Porsche gibt eigenes Ladenetz in China auf
- Porsche will eigenen Batteriehersteller Cellforce abwickeln – Massenentlassung geplant
