Papierkram lähmt Betriebe – wie das Handwerk unter Bürokratie und Vorschriften leidet

Lästiger und sinnloser Papierkram bestimmt den Alltag vieler Betriebe. Statt produktiver Arbeit wächst der Verwaltungsaufwand. Das trifft das Handwerk besonders hart, weil kleine Strukturen dominieren. Dadurch bleiben Aufträge länger liegen, Termine verschieben sich und Kosten steigen entlang der Lieferkette. Zwar verspricht die Regierung ständig, die Bürokratie zu reduzieren, doch im Alltag der Betriebe kommt davon nichts an (bild: 12.01.26).


Papierkram verdrängt Arbeit im Handwerk

Jörg Dittrich beschreibt eine Realität, die viele Unternehmer kennen. Entscheidend sei nicht die Ankündigung aus Berlin, sondern die Wirkung im Betrieb. Deshalb fordert er sofortige Entlastungen. Ohne konkrete Schritte verliere das Handwerk weiter Zeit und Geld. Auch die Wirtschaft spüre diese Blockade, weil Aufträge langsamer abgearbeitet werden.

Papierkram frisst Zeit im Handwerk, bremst Betriebe und schadet der Wirtschaft. Warum die Bürokratie dringend reformiert werden muss
Papierkram frisst Zeit im Handwerk, bremst Betriebe und schadet der Wirtschaft. Warum die Bürokratie dringend reformiert werden muss

Viele Regelungen verlangen Nachweise ohne praktischen Nutzen. Betriebe müssen schriftlich bestätigen, dass keine Fehler passiert sind. Dittrich sagt dazu sinngemäß, man müsse beim Aussteigen aus dem Auto unterschreiben, dass man nicht zu schnell gefahren sei. Solche Pflichten erhöhen den Papierkram, obwohl sie Vertrauen ersetzen sollen.

Bürokratie ohne Mehrwert

Zahlreiche Beispiele zeigen den Regelapparat. Für jede Leiter braucht es ein Prüfprotokoll. Für gefährliche Abfälle ist eine lückenlose Dokumentation Pflicht. Auch Kühltemperaturen müssen ständig belegt werden. Diese Bürokratie bindet Personal, das im Handwerk fehlt. Gleichzeitig leidet die Wirtschaft, weil Produktivität sinkt.

Besonders absurd wirken widersprüchliche Vorschriften. Hygienevorgaben verlangen glatte Böden in Fleischereien. Der Arbeitsschutz fordert raue Flächen gegen Rutschgefahr. Betriebe geraten so in Konflikte mit dem Regelwerk. Rechtssicherheit entsteht dadurch nicht, sondern Unsicherheit.

Bonpflicht als Symbol des Problems

Ein zentrales Thema bleibt die Bonpflicht. Millionen Belege landen jährlich im Müll. Kleine Betriebe tragen die Kosten. Zwar verspricht die Politik die Abschaffung, doch für das Handwerk zählt nur der Vollzug. Solange nichts passiert, wächst der Papierkram weiter. Auch die Wirtschaft profitiert nicht von Ankündigungen ohne Umsetzung.

Dittrich fordert zudem ein zeitliches Aussetzen neuer Pflichten. Ein „Stop the Clock“ soll Betrieben Luft verschaffen. Gesetze könnten in dieser Phase überprüft werden. Ohne solche Pausen verschärft Bürokratie die Lage weiter.

Vorschriften verzerren den Wettbewerb

Ein weiteres Beispiel betrifft Bäckereien. Das Sonntagsbackverbot erlaubt nur drei Stunden Produktion. Gleichzeitig verkaufen Tankstellen und Backstationen uneingeschränkt. Diese Vorschriften verzerren den Wettbewerb. Traditionelle Gewerke verlieren Kunden, obwohl sie regionale Qualität liefern. Auch hier leidet die Wirtschaft durch unfaire Rahmenbedingungen.

Hinzu kommen umfangreiche Informationspflichten. Betriebe müssen erklären, dass kein Widerrufsrecht besteht. Dafür entstehen zusätzliche Formulare. Der Widerruf bleibt jedoch selten. Trotzdem steigt der Papierkram erneut, ohne dass Kunden besser geschützt wären.


Handwerk braucht weniger Verwaltung

Wie stark der Verwaltungsaufwand wirkt, zeigt ein Vergleich aus dem Alltag. Das Anpassen einer Kniebandage dauert 22 Minuten. Die Dokumentation benötigt 31 Minuten. Dieses Missverhältnis frustriert Betriebe. Deshalb fordert Dittrich weniger Papierkram und mehr digitale Lösungen. Nur so gewinnt das Handwerk Zeit für Kunden.

Langfristig entscheidet Entlastung über Wettbewerbsfähigkeit. Weniger Bürokratie stärkt Betriebe. Klarere Vorschriften schaffen Sicherheit. Die Wirtschaft profitiert von schnellerer Wertschöpfung. Ohne Reformen bleibt der Stillstand.

Wirtschaftlicher Schaden durch Stillstand

Papierkram bremst Innovation. Der Regelapparat blockiert Motivation. Das Handwerk verliert Fachkräfte an die Verwaltung. Die Wirtschaft zahlt den Preis. Deshalb braucht es schnelle, messbare Schritte, damit Reformen im Alltag ankommen und nicht nur immer wieder angekündigt werden.

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