Neustadt in Holstein erlebte am 2. Februar 2026 einen mehrstündigen Stromausfall. Dabei geriet der Alltag abrupt aus dem Takt. Betroffen waren weite Teile des Stadtgebiets, zudem Pelzerhaken und Rettin. Bis zu 10 000 Einwohner standen ohne Strom da. Wer bezahlen, arbeiten oder kommunizieren wollte, stieß plötzlich an Grenzen (welt: 02.02.26).
Neustadt in Holstein ohne Strom – Stillstand beginnt bei den Details
Zuhause fällt zuerst das Naheliegende aus, doch danach folgt die Kette. Router schalten ab, und damit bricht der Internetzugang vieler Haushalte sofort weg. Viele Heizungsanlagen laufen nur noch eingeschränkt, weil Steuerungen und Pumpen Energie benötigen.

Im Handel wird der Ausfall schnell existenziell, denn Kassen, Kartenterminals und Warenwirtschaft hängen an der Versorgung. Auch Betriebe verlieren ihre Arbeitsfähigkeit, weil Maschinen und IT stillstehen. Gleichzeitig wird die Lage unübersichtlich, weil Informationen ohne stabile Verbindung langsamer fließen.
Umspannwerk als Schwachstelle im System
Die Stadtwerke starteten die Fehlersuche, während die Stadt parallel die Lage koordinierte. Bürgermeister Mirko Spiekermann nannte einen technischen Defekt am Umspannwerk Roge als wahrscheinlichen Auslöser. Zudem richtete die Kommune einen Krisenstab ein, damit Entscheidungen schneller greifen.
Entscheidend ist der Mechanismus: Ein zentraler Netzpunkt fiel aus, und sofort gingen in großen Bereichen Licht und Technik aus. Genau solche Knotenpunkte entscheiden darüber, ob eine Störung lokal bleibt oder sich flächig bemerkbar macht. Neustadt bekam das binnen Minuten zu spüren, weil gleich mehrere Versorgungsbereiche gleichzeitig betroffen waren.
Redundanz kostet Geld, aber Ausfälle kosten Vertrauen
Theoretisch sollen Netze Störungen abfangen und dafür braucht es Reserven. Praktisch reicht manchmal ein Engpass und ganze Versorgungsbereiche kippen. Genau dann zeigt sich, wie abhängig Alltag und Wirtschaft von wenigen Knotenpunkten sind.
Netze brauchen Reserven, sonst wird jede Störung sofort zum Ereignis. Eine Versorgung, die nur im Idealbetrieb stabil wirkt, schützt niemanden, wenn es ernst wird. Betreiber müssen Redundanz, Ersatzpfade und saubere Trennstellen konsequent mitplanen, weil Ausfälle nicht „selten“, sondern systemisch möglich sind. Neustadt zeigt, wie schnell aus einem technischen Problem ein flächiger Stillstand wird.
Rückkehr des Stroms beendet den Ausfall, nicht das Problem
Später am Abend stabilisierte sich die Lage, weil ab 20:15 Uhr erste Bereiche wieder Strom hatten. Um 22:00 Uhr war die Versorgung vollständig hergestellt, und der Alltag lief schrittweise wieder an. Damit dauerte der Ausfall rund vier Stunden, auch wenn Teile der Stadt bereits früher zurück ans Netz gingen.
Wenn der nächste Defekt erneut genügt, trifft es wieder Haushalte und Betriebe. Deshalb zählt nicht nur, ob der Strom zurückkommt, sondern auch, wie gut das Netz den Ausfall vorher verhindert. Denn ohne Energie steht in Minuten mehr still, als vielen bewusst ist.
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