Neue Studie zeigt Deutschlands gefährliche Schwächen im Katastrophenfall

Eine internationale Studie untersucht, welche Staaten globale Katastrophen am ehesten überstehen können. Analysiert werden Atomkrieg, schwere Pandemien, Asteroideneinschläge, Vulkanausbrüche sowie ein großflächiger Zusammenbruch kritischer Infrastruktur, wie bei einem Blackout. Deutschland weist im Katastrophenfall nach Einschätzung von Hauptautor Florian Ulrich Jehn erhebliche Schwächen auf. Denn Industrie, Landwirtschaft und Versorgung hängen stark von Elektrizität und komplexen Lieferketten ab. Jehn zählt Deutschland deshalb nicht zu den besonders resilienten Ländern.

Neue Studie: Deutschland ist im Katastrophenfall besonders verwundbar. Stromabhängigkeit und Lieferketten erhöhen die Ausfallrisiken
Bild: Shutterstock

Katastrophenfall: Studie untersucht den Zusammenbruch moderner Versorgung

Die Studie „No Place to Hide?“ erschien im Fachjournal „Global Challenges“. Die Forscher sichteten zunächst rund 3.200 wissenschaftliche Veröffentlichungen zu globalen Katastrophenrisiken. Nach mehreren Auswahlstufen entstand daraus eine systematische Auswertung einschlägiger Fachliteratur. Dabei betrachten die Autoren nicht nur unmittelbare Todesfälle oder Zerstörungen. Entscheidend ist vielmehr, ob Staaten zentrale gesellschaftliche Funktionen langfristig aufrechterhalten können.


Die untersuchten Gefahren lassen sich in drei zentrale Gruppen einteilen. Dazu gehören eine massive Verringerung des Sonnenlichts, globale biologische Gefahren und der Zusammenbruch technischer Infrastruktur. Gerade die dritte Kategorie ist für Deutschland bedeutsam. Denn Stromnetze, Telekommunikation, Industrie, Wasserversorgung und Logistik sind eng miteinander verbunden. Deshalb können Ausfälle einzelner Systeme Kettenreaktionen in anderen Bereichen auslösen.

Deutschlands Stärke im Alltag kann im Extremfall zur Abhängigkeit werden

Deutschlands hoch entwickelte Infrastruktur bietet unter normalen Bedingungen erhebliche Vorteile. Das Stromnetz gehört beispielsweise zu den zuverlässigsten Europas. Im Katastrophenfall zählt jedoch nicht allein die Häufigkeit gewöhnlicher Stromunterbrechungen. Entscheidend ist vielmehr, wie lange zentrale Systeme ohne externe Versorgung funktionieren können. Genau hier sieht die Studie strukturelle Schwächen hochgradig vernetzter Volkswirtschaften.

Jehn überträgt diese Erkenntnisse ausdrücklich auf Deutschland. Das Land besitzt stabile Institutionen und eine leistungsfähige Landwirtschaft. Gleichzeitig fehlen jedoch mehrere Merkmale, die in der Studie häufig mit hoher Widerstandsfähigkeit verbunden sind. Deutschland ist weder geografisch isoliert noch bei Energie, Rohstoffen und wichtigen Vorprodukten autark. Jehn formuliert seine Einschätzung deshalb ungewöhnlich deutlich: „Deutschland ist jedenfalls keines der resilienteren Länder. Ohne Strom ist es völlig geliefert.“


Vier Faktoren entscheiden laut Studie über die Widerstandsfähigkeit

Über die unterschiedlichen Szenarien hinweg identifizieren die Forscher vier wiederkehrende Vorteile. Dazu gehören geografische Isolation, hohe Selbstversorgung, stabile staatliche Institutionen und dezentrale Strukturen. Australien vereint besonders viele dieser Eigenschaften und erscheint deshalb häufig als vergleichsweise resilient. Dennoch warnen die Autoren ausdrücklich vor einer simplen Rangliste. Denn selbst Australien bleibt bei Medikamenten, Kraftstoffen und Düngemitteln vom internationalen Handel abhängig.

Für Deutschland folgt daraus eine konkrete Aufgabenliste. Im Katastrophenfall könnten dezentrale Stromsysteme, Microgrids, Schwarzstartfähigkeit und unabhängige Kommunikationsnetze Schäden begrenzen. Hinzu kommen Vorräte, robuste Lieferketten und internationale Notfallabkommen. Die Bundesregierung investiert inzwischen Milliarden in Notstromversorgung, Trinkwassersicherung und Bevölkerungsschutz. Die Studie setzt jedoch noch grundsätzlicher an: Staaten müssen kritische Abhängigkeiten bereits vor einer Krise erkennen und reduzieren.

Verfasser: Blackout News
Verwendete Quellen: Epoch Times (09.09.26)Global Challenges (23.08.26)FernUniversttät Hagen (24.08.26)

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