Nach Northvolt-Debakel – nächstes europäische Batterie-Großprojekt gerät ins Straucheln

Die europäische Industrie kämpft um ihre technologische Souveränität, doch ein zentrales Batterie-Großprojekt droht zu scheitern. Im Mittelpunkt steht die Automotive Cells Company (ACC), ein gemeinsames Industrieunternehmen von Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies. Nach den Turbulenzen bei Northvolt rückt nun dieses Verbundprojekt in Italien in den Fokus. Die Lage zeigt, dass die Basis für Elektromobilität und Zellproduktion instabil wirkt, was die wirtschaftliche Unsicherheit erhöht und den drohenden Investitionsstopp verstärkt. Die Unsicherheit nimmt zu, da Europa an einem kritischen Punkt seiner Industriepolitik steht (handelsblatt: 14.11.25).


Zweites Batterie-Großprojekt gerät in eine riskante Schieflage

In Termoli prägt Chaos die Debatte um die Zukunft des Werks. Die Motorenfertigung existiert zwar, doch der geplante Umbau zu einem Zentrum für Batteriezellen droht zu scheitern. Insider berichten von „technischen, strategischen und finanziellen Schwierigkeiten“. Diese Beschreibung deutet nicht auf kleine Hürden, sondern auf strukturelle Fehler hin. Die Konsequenzen reichen tief in die europäische Elektromobilität, denn ohne stabile Zellproduktion steigt der Druck auf die Hersteller.

In Italien droht das Batterie-Großprojekt von Stellantis, Mercedes und TotalEnergies aufgrund unzureichender Wirtschaftlichkeit zu scheitern
In Italien droht das Batterie-Großprojekt von Stellantis, Mercedes und TotalEnergies aufgrund unzureichender Wirtschaftlichkeit zu scheitern

Die Verzögerungen lassen das Risiko einer neuen Industriekrise wachsen. Gleichzeitig führt die schwache Marktdynamik zu einem schleichenden Investitionsstopp, der das gesamte Modell bedroht. Das Team versucht zwar Alternativen zu prüfen, doch die ökonomische Belastung wächst schneller als die Lösungsansätze.

Europa im Wiederholungsmodus: Zweites Batterie-Großprojekt wankt

Nach Northvolt stürzt nun ACC in eine ähnliche Lage. Beide Projekte zeigen, dass die europäische Zellproduktion nicht robust genug strukturiert ist. Die Verzögerungen in Frankreich, Deutschland und Italien spiegeln den Mangel an Koordination und ein Umfeld, in dem politische Ziele und wirtschaftliche Realität auseinanderdriften. Die beteiligten Konzerne verfolgen unterschiedliche Strategien, doch diese Divergenzen untergraben den Fortschritt.

Während Mercedes auf hochwertige Zelltechnologie setzt und Stellantis Kosten priorisiert, versucht TotalEnergies eine Energieintegration. Diese divergierenden Ansätze schwächen den industriellen Zusammenhalt. Die Folge: ein Kontinent, der ein strategisches Batterie-Großprojekt nach dem anderen zu verlieren droht.

Termoli als Brennpunkt einer drohenden Wirtschaftskrise

Die Region rund um Termoli hängt stark von der Produktion ab. Ein Scheitern hätte nicht nur ökonomische Folgen, sondern auch soziale Spannungen. Die geplante Transformation verlangt präzise Planung und starke Nachfrage. Doch die aktuelle Lage im Elektroverkehr zeigt, dass die Prognosen der letzten Jahre zu optimistisch waren. Sinkende Absatzkurven lösen eine Kette von Entscheidungen aus, die den Standort in eine prekäre Situation treiben.

Steigende Kosten, sinkende Planungssicherheit und politische Unsicherheit formen ein explosives Umfeld. Die Finanzblockade breitet sich aus, da Investoren zurückhaltender agieren. Damit wächst die Gefahr, dass Termoli als Beispiel für ein gescheitertes Batterie-Großprojekt in die Geschichte eingeht.


Kaiserslautern bestätigt das Muster des Scheiterns

Auch der deutsche Standort zeigt eine nahezu identische Dynamik. Kaiserslautern erlebt eine Phase des Stillstands. Die ursprünglichen Pläne ruhen, da der Markt für Elektromobilität eine klare Wachstumslinie vermissen lässt. Analysten bestätigen, dass Europa seine Belastungsgrenze erreicht. Die Unsicherheit führt zu einem erweiterten Investitionsstopp, der auch langfristige Ausbaupläne beeinflusst. Damit entsteht ein Dominoeffekt, der die europäische Zellfertigung massiv unter Druck setzt.

Fazit: Europa droht der Verlust seiner industriellen Souveränität

Nach Northvolt zeigt ACC, wie verletzlich Europas Industriekern tatsächlich ist. Zwei zentrale Projekte geraten zeitgleich ins Wanken. Das Risiko einer tiefen Industriekrise steigt. Ohne entschlossene Entscheidungen zerbricht die Vision einer eigenständigen europäischen Zellindustrie. Das Schicksal des Batterie-Großprojekts entscheidet somit über die industrielle Zukunft eines ganzen Kontinents.

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