In den letzten Tagen erlebten mehrere Regionen in Baden-Württemberg teils lange Stromausfälle. Am 22.02.2026 lösten Defekte in einem Umspannwerksumfeld in Villingen einen großflächigen Ausfall im Schwarzwald-Baar-Kreis aus, weshalb Ampeln ausfielen, Aufzüge stehenblieben und Behörden Notrufstellen aktivierten. Am selben Tag führte ein Brand in einem Transformatorenhaus in der Herrenberger Straße zu Unterbrechungen in Tübingen, zugleich meldeten Einsatzkräfte Einschränkungen bei zentralen Einrichtungen. Bereits am 05.02.2026 traf eine Störung auch Stuttgart, während ein kurzer Spannungsabfall dort längere Folgereaktionen in Technik und Anlagen auslöste.
Schwarzwald-Baar-Kreis: Defekte treffen viele Orte gleichzeitig
Der Ausfall im Schwarzwald-Baar-Kreis begann am 22.02.2026 gegen 13:25 Uhr und endete gegen 14:17 Uhr, damit blieb die Region fast eine Stunde ohne Versorgung. Berichte nennen als betroffene Orte und Gemeinden unter anderem Villingen, außerdem Bad Dürrheim, Dauchingen, Brigachtal und Unterkirnach. Bürger meldeten ebenfalls Probleme aus Triberg, St. Georgen, Schonach und teils aus dem Umfeld bis Richtung Furtwangen, dabei waren einzelne Bereiche unterschiedlich stark betroffen.

Die Störung wirkte sich sofort auf die öffentliche Infrastruktur aus, weshalb in mehreren Orten Ampelanlagen ausfielen und der Verkehr zeitweise ohne Signalsteuerung lief. Aufzüge blieben stehen und Einsatzkräfte mussten vereinzelt Personen befreien. Mehrere Lokalquellen berichten, dass nicht nur der Strom, sondern örtlich auch das Mobilfunknetz ausfiel bzw. deutlich gestört war, während Netztechniker Defekte eingrenzten und Abgänge nacheinander wieder zuschalteten. Die Leitstellen richteten Notruf-Anlaufstellen an Feuerwehrgerätehäusern ein, während die Versorgung schrittweise zurückkehrte.
Tübingen: Brand in Transformatorenhaus stoppt Versorgung in der Altstadt
In Tübingen brach am 22.02.2026 um 09:44 Uhr in einem Transformatorenhaus in der Herrenberger Straße ein Brand aus, weshalb Teile der Altstadt, der Weststadt und des Schlossbergs ohne Strom waren. Betroffen waren insgesamt 773 Gebäude. Die Stadtwerke stellten deshalb die Netzführung um und schalteten die betroffenen Bereiche schrittweise wieder zu. Die meisten Bereiche erhielten innerhalb von weniger als 30 Minuten wieder Strom, jedoch gingen Gebäude im direkten Umfeld der Trafostation erst bis 16:04 Uhr wieder ans Netz, wodurch sich die Arbeiten über mehr als 6 Stunden hinzogen.
Die Stadtwerke brachten die Versorgung in vielen Bereichen wieder zurück, jedoch blieb die Lage rund um die betroffene Umspannstation länger angespannt. Ein Brand beschädigt Anlagen direkt, deshalb trennen Schutzsysteme betroffene Abschnitte sofort. Techniker prüfen dann jede Verbindung, während sie erst danach wieder zuschalten.
Stuttgart: Schaltfehler im Umspannwerk löst kurzen Spannungsabfall aus
Bereits am 05.02.2026 kam es in Stuttgart zu einer Störung im Stromnetz. Stuttgart Netze nennt als Auslöser einen Schaltfehler bei einer Baumaßnahme in einem Umspannwerk. Durch diesen Schaltfehler entstand für 0,06 Sekunden ein Spannungsabfall, der eine Kaskade von Sicherheitsabschaltung auslöste. Obwohl der Einbruch extrem kurz war, reagierten zahlreiche Anlagen im Stadtgebiet mit Abschaltungen oder Störungen. Aufzüge, Ampeln sowie Telekommunikationsdienste waren beeinträchtigt. Die vollständige Stabilisierung dauerte in einzelnen Bereichen mehrere Stunden.
Ein sehr kurzer Spannungsdip reicht aus, weil viele Systeme Unterspannungsschutz nutzen. Aufzüge, Steuerungen und einzelne Anlagen wechseln dann in einen Sicherheitszustand, außerdem starten manche Komponenten nicht automatisch neu. Das verursacht Aufwand vor Ort, während Betreiber Anlagen manuell zurück in den Regelbetrieb bringen.
Gemeinsamer Nenner – Schutzlogik, Netzknoten und lange Rückkehr zur Normalversorgung
Die drei Ereignisse entstanden unabhängig, jedoch zeigen sie ein klares Muster. Störungen an Netzknoten wie Umspannwerken oder Trafostationen treffen viele Anschlüsse zugleich, deshalb wirken die Folgen sofort im Alltag. Schutzsysteme schalten schnell ab, während Netzbetreiber Defekte und Störstellen lokalisieren und schrittweise wieder zuschalten. (KOB)
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