Volkswagen verschärft in Wolfsburg nach einem massiven Gewinneinbruch seinen Sparkurs und will bis 2030 in Deutschland rund 50.000 Stellen im gesamten Konzern abbauen. Das teilte der Autobauer mit, nachdem bereits Ende 2024 mit den Gewerkschaften der Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen vor allem bei der Kernmarke vereinbart worden war. Anlass für den schärferen Einschnitt sind der auf 6,9 Milliarden Euro gefallene Nettogewinn, Belastungen durch US-Zölle und Probleme bei der Tochter Porsche. Deshalb verschärft der Vorstand den Sparkurs deutlich, während für Zehntausende Beschäftigte die Unsicherheit wächst und der Konzern weiter mit zu niedrigen Renditen kämpft (t-online: 10.03.26).
Gewinneinbruch drückt Volkswagen auf das schwächste Niveau seit 2016
Der Nettogewinn brach im vergangenen Jahr nahezu um die Hälfte ein. Zugleich fiel Volkswagen damit auf das niedrigste Ergebnis seit der Dieselskandal-Krise im Jahr 2016 zurück. Der Gewinneinbruch markiert damit eine Zäsur, weil der Konzern trotz stabiler Erlöse deutlich weniger verdient.

Auch bereinigt um Sondereffekte bleibt die Lage angespannt. Die operative Marge lag nur bei 4,6 Prozent, während sie ohne Zollkosten 5,5 Prozent erreicht hätte. Finanzvorstand Arno Antlitz erklärte dennoch, das reiche „langfristig nicht aus“. Deshalb kündigte er an, Volkswagen werde „weiter konsequent unsere Kosten senken“.
Stabile Erlöse kaschieren die Schwäche nicht
Beim Umsatz hielt sich der Konzern mit knapp 322 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau. Das Minus betrug nur 0,8 Prozent, jedoch verdeckt diese Zahl die eigentliche Schieflage. Hohe Erlöse nützen wenig, wenn davon am Ende deutlich weniger Gewinn übrig bleibt.
Regional zeigt sich ein widersprüchliches Bild. In Europa stieg der Absatz um fünf Prozent, während Südamerika ein Plus von zehn Prozent erreichte. In Nordamerika fielen die Verkäufe dagegen um zwölf Prozent, und in China sanken sie um sechs Prozent. Deshalb setzte Volkswagen weltweit nur noch knapp neun Millionen Fahrzeuge ab.
E-Autos wachsen, der Umbau wird dennoch härter
Im Elektrogeschäft meldet der Konzern zwar Fortschritte. Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge am Auftragsbestand stieg auf 22 Prozent, außerdem legte der Absatz von E-Autos um 55 Prozent zu. Dennoch kompensiert dieses Wachstum die Belastungen aus schwächeren Märkten, Zöllen und Porsche-Problemen bislang nicht.
Ende 2024 beschäftigte Volkswagen in Deutschland rund 293.000 Menschen, weltweit waren es 2025 noch 662.900 Mitarbeiter. Das entsprach bereits einem Rückgang von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 erwartet der Konzern nur eine Rendite zwischen 4,0 und 5,5 Prozent. Der erneute Gewinneinbruch liefert dem Management deshalb die Begründung, den Umbau in Deutschland deutlich zu verschärfen.
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