Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA treibt in den Vereinigten Staaten ihre Untersuchung von Teslas Fahrassistenz „Full Self-Driving“ voran, weil Unfalldaten auf Sicherheitsprobleme bei schlechter Sicht hindeuten. Betroffen sind Tesla-Modelle ab dem Baujahr 2016. Die Behörde prüfen zwei Versionen des Systems. Mit der technischen Analyse ist nun die letzte Stufe vor einem möglichen Rückruf aufgrund mangelnder Sicherheit erreicht. Auslöser sind Unfälle, bei denen Kameras durch Blendung oder Partikel in der Luft offenbar nur eingeschränkt arbeiteten, das System diese Störung jedoch nicht zuverlässig erkannte. Genau darin liegt der zentrale Risikofaktor, denn Elon Musk setzt beim autonomen Fahren auf Kameras als einzige Sensorik. Die möglichen Folgen reichen deshalb von Software-Eingriffen und Funktionsbeschränkungen bis zu einem Rückruf, zugleich gerät Teslas Robotaxi-Strategie stärker unter Druck (ntv: 20.03.26)
NHTSA rückt „Full Self-Driving“ und fehlende Warnungen ins Zentrum
Die Behörde untersucht nicht nur einzelne Unfälle, sondern vor allem das Verhalten des Systems in kritischen Situationen. Nach ihren Angaben soll Tesla erkennen, wenn Kameras keine klare Sicht mehr haben um die Sicherheit zu gewährleisten. Dann müsste die Software Fahrer warnen, damit sie sofort eingreifen können. Genau das soll in mehreren untersuchten Fällen jedoch nicht zuverlässig passiert sein.

Für die NHTSA ist das besonders brisant, weil Tesla kein vollautonomes System verkauft. Fahrer müssen die Verkehrslage ständig überwachen und jederzeit die Kontrolle übernehmen. Fehlt in einem riskanten Moment die Warnung, sinkt die Reaktionszeit deutlich. Das erhöht die Gefahr eines Unfalls, während der Sicherheitsnutzen zugleich kleiner wird.
Teslas Kamerakurs macht „Full Self-Driving“ zum Risiko für die Zukunft
Tesla verfolgt seit Jahren einen anderen Ansatz als viele Konkurrenten. Elon Musk will, dass Fahrzeuge allein mit Kameras selbstständig fahren, während andere Entwickler zusätzliche Sensoren einsetzen. Waymo nutzt etwa auch Laser-Radare, die ihre Umgebung aktiv abtasten. Tesla könnte mit dieser Lösung zwar Geld sparen, doch genau dieser Kostenvorteil steht nun im Konflikt mit der Sicherheitsfrage.
Die Untersuchung trifft Tesla zudem in einer heiklen Phase. Die Verkäufe des Konzerns schwächeln, während Musk Investoren auf Robotaxis und Roboter als künftige Wachstumstreiber einschwört. Fällt ausgerechnet diese Technik in der Sicherheitsprüfung durch, hätte das weitreichende Folgen. Dann drohen nicht nur Rückrufe oder Einschränkungen für betroffene Fahrzeuge, sondern auch neuer Druck auf Teslas gesamte Entwicklungsstrategie. Zugleich würde die Behörde ein klares Signal senden, dass Kameras allein bei schwierigen Sichtverhältnissen nicht als verlässliche Grundlage genügen.
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