MAN streicht 600 Stellen in Salzgitter – und verlagert Zukunftsinvestitionen nach Osteuropa

MAN ordnet die Produktion neu und streicht 600 Jobs in Salzgitter. Gleichzeitig koppelt MAN die geplanten Investitionen an ein striktes Kostenprogramm, damit die Werke in Deutschland bis 2030 modernisiert werden. Entscheidend sind dabei auch die Beschäftigungssicherung, der Fokus auf Elektromobilität und die zunehmende Verlagerung von Zukunftsthemen nach Osteuropa. Zudem spielt die Kostensenkung eine zentrale Rolle, weil der Konzern damit die nächste Fahrzeuggeneration finanziell absichern will (regionalheute: 15.01.26).


MAN2030+ – Programm zur Beschäftigungssicherung und Kostensenkung

Das Programm „MAN2030+“ soll laut Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und dafür will der Konzern die Kosten bis 2028 um rund 900 Millionen Euro senken.

MAN streicht 600 Arbeitsplätze in Salzgitter – Zukunftsprojekte und Batteriefabrik wandern nach Osteuropa
MAN streicht 600 Arbeitsplätze in Salzgitter – Zukunftsprojekte und Batteriefabrik wandern nach Osteuropa

Ein großer Teil der Einsparungen soll ohne direkte Eingriffe in die Belegschaft entstehen, weil Material- sowie Sachgemeinkosten sinken sollen. Zusätzlich soll der Vertrieb mehr Ergebnis liefern, damit die Bilanz stabil bleibt. Dennoch gibt es Schritte, die Beschäftigte unmittelbar betreffen und diese sind mitbestimmungspflichtig.

Investitionen an deutschen Standorten – trotzdem mehr Gewicht für Osteuropa

Bis Ende 2030 will der Konzern fast eine Milliarde Euro in deutsche Standorte lenken. Der Schwerpunkt soll dabei in Bayern liegen. Gleichzeitig werden wichtige Neuinvestitionen für die nächste Fahrzeuggeneration perspektivisch auch in Osteuropa geplant, weil die Plattform auf dem TRATON Modular System basiert. Auch eine weitere Batterie-Fabrik innerhalb der Gruppe ist für Osteuropa vorgesehen, jedoch hängt das Tempo vom Hochlauf der Elektromobilität im Truck- und Busgeschäft ab. Damit entsteht ein Spagat zwischen Modernisierung in Deutschland und neuen industriellen Schwerpunkten im Osten.

Standort Salzgitter: Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen

Für Salzgitter nennt der Konzern den Abbau von 600 Arbeitsplätzen, jedoch soll die Umsetzung über natürliche Fluktuation laufen. Damit will MAN betriebsbedingte Kündigungen vermeiden und zugleich sollen teure Abfindungsprogramme entfallen. Über zehn Jahre sollen in Deutschland insgesamt 2.300 Stellen wegfallen, während im gleichen Zeitraum mehr Beschäftigte in Rente gehen sollen. Diese Logik folgt der demografischen Kurve und sie soll den Umbau planbarer machen.


Neue Technik, neue Ziele – und klare Grenzen beim Tarif

Die Zusagen zur Beschäftigungssicherung reichen bis Ende 2035 und unter bestimmten Ergebnis- sowie Absatzzielen ist sogar eine Verlängerung bis Ende 2040 möglich. Auch die TRATON R&D Germany GmbH ist eingeschlossen, obwohl dort große Teile der Entwicklungsbelegschaft gebündelt wurden. Parallel sollen Digitalisierung und Automatisierung vorankommen, damit die nächste Generation von Nutzfahrzeugen schneller und effizienter entsteht. Tarifliche Einschnitte schließt der Konzern aus und diese Grenze soll Stabilität geben, obwohl die Transformation tief in Prozesse und Strukturen eingreift.

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