LNG-Terminal Rügen lahmgelegt – Eisdecke sperrt die Zufahrt für LNG-Tanker

Wegen einer zu dicken Eisdecke kann derzeit kein LNG-Tanker das Terminal vor Rügen anlaufen. Die Prorer Wiek und der Hafen Mukran sind komplett zugefroren. Damit ist die Fahrrinne nicht gefahrlos passierbar. Ohne sichere Passage gibt es keinen Anlauf und keinen geregelten Schiffsbetrieb am Terminal (nordkurier: 06.02.26).


Geplanter Anlauf fällt aus: „Minerva Amorgos“ kommt nicht durch

Der Gastanker „Minerva Amorgos“ sollte das Terminal anlaufen, doch der Versuch scheiterte. Der Termin war bereits zuvor verschoben worden. Auch am zuletzt vorgesehenen Donnerstagabend lief das Schiff nicht ein. Damit blieb der geplante Wechsel am Terminal aus.

Eis blockiert das LNG-Terminal Rügen -  LNG-Tanker können nicht ein- oder auslaufen. Geplanter Wechsel scheitert, Betrieb bleibt gestört
Eis blockiert das LNG-Terminal Rügen – LNG-Tanker können nicht ein- oder auslaufen. Geplanter Wechsel scheitert, Betrieb bleibt gestört

Am Freitag lag weiterhin die „Maran Gas Nice“ neben der „Neptune“, die als schwimmendes Terminal dient. Der Tanker bleibt damit länger vor Ort als geplant. Das ist relevant, weil am Terminal feste Zeitfenster für Anläufe vorgesehen sind. Wenn ein Wechsel ausfällt, verschiebt sich der gesamte Ablauf.

Slots aus dem Takt – Betreiber äußert sich nicht zur Einspeisung

Nach Angaben eines Sprechers sollte die „Minerva Amorgos“ die „Maran Gas Nice“ ablösen. Die Slots werden am LNG-Terminal normalerweise für eine Woche vergeben.Die „Maran Gas Nice“ bleibt am Terminal, weil die Eisdecke die Fahrrinne blockiert. Das Schiff kann nicht sicher auslaufen und ein Ersatz kann nicht einlaufen. Das zeigt, wie stark die Eisbedingungen die Planung durchbrechen.

Eine Anfrage an den Betreiber Deutsche Regas zu möglichen Auswirkungen auf die Gaseinspeisung blieb zunächst ohne Antwort. Deshalb gibt es keine öffentliche Aussage, ob Einspeisemengen betroffen sind. Klar ist jedoch: Ohne Anlauf kann kein Tanker LNG an das Terminal bringen und ohne Anlieferung fehlt die Grundlage für den regulären Umschlag.

BSH: Wind schiebt Eis zusammen, Fahrwassertonnen geraten aus Position

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) meldet besonders schwierige Eisverhältnisse vor der Ostküste Rügens und vor Usedom. Der Wind schiebt das Eis weiter zusammen. Dadurch verdichten sich Eisfelder und verengen Fahrwasser. Für große LNG-Tanker sinkt damit die Navigationsreserve.

Zusätzlich sind schwimmende Tonnen betroffen, die Fahrwasser markieren. Wegen der Eislage liegen sie teils nicht mehr auf Position. Teilweise befinden sie sich sogar unter dem Eis. Damit fehlen wichtige Markierungen für eine sichere Einfahrt.

Eisbrecher „Arkona“ half bereits, weiterer Einsatz in Mukran offen

Am Mittwoch half der Eisbrecher „Arkona“ der „Minerva Amorgos“ aus dem Eis. Der Tanker fuhr danach auf eine Position weiter weg von der Insel, wo keine Eisdecke lag. Das löste die akute Blockade des Schiffes, aber nicht die Engstelle an der Terminalzufahrt. Entscheidend bleibt die Prorer Wiek vor Mukran.

Am Freitag bewegte sich die „Arkona“ laut Schiffsortungsdiensten stundenlang langsam durch den Greifswalder Bodden und am Südosten Rügens vorbei. Zeitweise fuhr sie einem Tanker und einem Frachter voraus. Ob sie erneut in der Prorer Wiek eingreift, ist unklar. Eine Sprecherin des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ostsee (WSA) konnte dazu zunächst nichts sagen.


Blockade trifft kritische Gasversorgung und niedrige Speicherstände

Damit bleibt die Lage klar: Solange das Fahrwasser nicht sicher passierbar ist, bleiben LNG-Tanker vom Terminal fern. Solange Tanker fernbleiben, bleibt auch der geplante Schiffstausch aus. Und solange der Tausch ausbleibt, bleibt mindestens ein Tanker länger als vorgesehen am Terminal.

Damit trifft die Blockade des LNG-Terminals auf eine ohnehin angespannte Situation am Gasmarkt in Deutschland. Die Speicherstände gelten weiterhin als extrem niedrig für diese Jahreszeit, zudem bleibt die Versorgung stark von verlässlichen Importströmen abhängig. Wenn sich Anläufe wegen Eis oder Wetter weiter verzögern, reduziert das kurzfristig die verfügbare Flexibilität im System. Gerade in Phasen hoher Nachfrage gewinnt deshalb jede funktionierende LNG-Anlandung zusätzlich an Bedeutung.

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