KTM baut 500 Stellen ab – Restrukturierung nach Insolvenz trifft Angestellte und Führungskräfte

Der Motorradhersteller KTM mit Sitz im oberösterreichischen Mattighofen steht für Offroad-, Straßen- und Rennsportmodelle. Das Unternehmen verschärft den Stellenabbau im Rahmen der Restrukturierung nach der Insolvenz und streicht weitere 500 Arbeitsplätze. Dazu soll eine Arbeitsstiftung als Auffanglösung dienen (t-online: 15.01.26).


Stellenabbau bei KTM – Schwerpunkt Österreich und mittleres Management

Rund 500 Jobs sollen wegfallen, wobei etwa zwei Drittel der Kürzungen in Österreich liegen. Betroffen sind vor allem Angestellte und das mittlere Management, zudem rechnet das Unternehmen mit Abgängen auf Leitungsebene. Die Maßnahme greift damit in die Verwaltungsstruktur ein. Die Reduzierung der Arbeitsplätze soll die Fixkosten spürbar senken.

Der Motorradhersteller KTM streicht weitere 500 Stellen, vor allem in Österreich – auch viele Angestellte und Führungskräfte betroffen
Der Motorradhersteller KTM streicht weitere 500 Stellen, vor allem in Österreich – auch viele Angestellte und Führungskräfte betroffen

Die Entscheidung kam von der Muttergesellschaft Bajaj Mobility AG, außerdem kündigte sie konkrete Schritte gegenüber den Behörden an. KTM will Frühwarnmeldungen beim Arbeitsmarktservice (AMS) einbringen, damit der Prozess formal abgesichert startet. Die Restrukturierung soll nach Unternehmenslogik schneller wirken, weil Teams schlanker werden und Zuständigkeiten klarer ausfallen.

Arbeitsstiftung und Qualifizierungsstiftung – Übergang statt Bruch

Für Betroffene steht eine Arbeitsstiftung für die Automotive-Branche bereit, die das Land Oberösterreich, sowie das AMS finanzieren. Von den ursprünglich 400 Plätzen sind derzeit noch mehr als 300 frei, sodass Qualifizierung und Vermittlung rasch anlaufen können. Die Qualifizierungsstiftung soll dabei gezielt in neue Beschäftigung führen, statt nur Wartezeiten zu organisieren.

KTM begründet die Einschnitte mit Kostensenkungen und strukturellen Anpassungen, während das Produktportfolio stärker fokussiert werden soll. Das Unternehmen will Fixkosten drücken und Doppelstrukturen abbauen, damit Entwicklung und Produktion weniger Komplexität tragen. Diese Strategie gehört zur Restrukturierung, die nach der Insolvenz als verbindlicher Rahmen gilt und nicht als kurzfristige Aktion.


Insolvenz-Folgen – eine Führungsebene fällt weg

Die Insolvenz der KTM AG Ende 2024 wirkt bis heute nach, deshalb setzt die Konzernführung auf einen harten Schnitt in der Organisation. Im Zuge des Programms soll eine komplette Führungsebene entfallen, sodass Entscheidungen schneller fallen und Verantwortungen klarer zugeordnet werden. CEO Gottfried Neumeister bringt die Stoßrichtung so auf den Punkt: „Die Maßnahmen seien notwendig, um das Unternehmen langfristig wirtschaftlich zu stabilisieren.“ Nach der damaligen Zahlungsunfähigkeit soll dieser Kurs die wirtschaftliche Basis absichern und der Stellenabbau ist dafür ein zentraler Hebel.

Als Referenz nennt das Unternehmen den Personalstand zum Ende 2025 mit 3.794 Beschäftigten, dennoch plant KTM nun eine spürbare Reduktion. Gleichzeitig hält der Motorradhersteller an der Aussage fest, Europas größter Anbieter seiner Art zu sein und verknüpft diesen Anspruch mit weiterer Restrukturierung nach der Insolvenz. Die Arbeitsstiftung soll den sozialen Schaden begrenzen, während intern Zuständigkeiten neu zugeschnitten werden.

Der Umbau verlangt Tempo, jedoch setzt KTM auf formale Verfahren und klare Programme statt auf ad hoc Entscheidungen. Damit soll der Stellenabbau nicht nur Kosten senken, sondern auch das Unternehmen strukturell stabiler machen. Die Arbeitsstiftung bleibt dabei ein zentrales Instrument, weil sie betroffene Beschäftigte schneller in neue Optionen führen kann.

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