Der insolvente Hemden- und Blusenhersteller Eterna beendet seinen Geschäftsbetrieb am Hauptsitz in Passau bis Sommer 2026. Das Unternehmen hatte im Dezember des vergangenen Jahres Insolvenzantrag gestellt und anschließend einen Käufer gesucht. Doch in den folgenden Monaten fand sich kein Investor, der Eterna vollständig übernehmen wollte. Damit scheitert die Rettung endgültig. Die Geschäftsführung bezeichnet die Weiterführung am Standort Passau als ausgeschlossen. Betroffen sind laut Firmenangaben gut 400 Beschäftigte. Damit endet die Produktion eines der bekanntesten deutschen Geschäftshemden-Anbieter nach 163 Jahren Unternehmensgeschichte (ntv: 03.03.26).
Kein Käufer trotz vieler Anfragen
Nach dem Insolvenzantrag meldeten sich zunächst mehr als 20 potenzielle Investoren, jedoch sprang am Ende jeder Interessent wieder ab. Die Geschäftsführung erklärte deshalb, eine Fortführung des Geschäftsbetriebs in Passau sei „leider ausgeschlossen“. Zugleich teilte das Management mit, der angestoßene Verkaufsprozess sei ohne Ergebnis beendet worden. Damit bleibt nur die geordnete Abwicklung, während die Suche nach einer Komplettlösung faktisch endet.

Eterna gehörte lange zu den wenigen verbliebenen Traditionsmarken der deutschen Bekleidungsindustrie, kämpfte jedoch seit Jahren mit finanziellen Problemen. Bereits 2021 hatte das Unternehmen ein Sanierungsverfahren durchlaufen. Trotzdem stabilisierte sich das Geschäft nicht dauerhaft, da der Modemarkt insgesamt als schwierig gilt. Das trifft sowohl Hersteller als auch den Einzelhandel, außerdem sinkt in vielen Segmenten der Preisdurchsetzungsspielraum.
Abwicklung beschlossen – Marke wird separat verkauft
Der Gläubigerausschuss stimmte der geplanten Schließung bis Sommer 2026 zu, ein konkretes Datum nannte die Unternehmensführung jedoch nicht. Damit steht fest, dass der Standort Passau in den kommenden Monaten ausläuft, während die Abwicklung vorbereitet wird. Für die Belegschaft bedeutet das Planung unter Unsicherheit, zugleich rückt die Frage nach Anschlusslösungen in der Region in den Vordergrund.
Nach Angaben der Geschäftsführung steht nun lediglich der Firmenname „Eterna“ zum Verkauf. Dadurch könnte die Marke weiterbestehen, allerdings ohne Verbindung zum bisherigen Unternehmen und zum Standort Passau. Ein Käufer könnte den Namen also für neue Strukturen nutzen, während Produktion und Beschäftigung am bisherigen Sitz trotzdem enden.
163 Jahre Geschichte zwischen Wien und Passau
Die Gründung von Eterna erfolgte 1863 in Wien, zunächst als Textilwerkstatt und Wäschefabrik. Der heutige Hauptsitz in Passau entstand später. Das Unternehmen eröffnete den Standort dort im Jahr 1927. Von Passau aus entwickelte sich Eterna zu einer bekannten Adresse für Geschäftshemden und Blusen, die vor allem Büroangestellte und Manager als Kernkundschaft kauften. Nun endet diese Ära am Standort, obwohl die Marke als Name möglicherweise überlebt.
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