Innsbruck: E-Busse scheitern an der Steigung – Fahrgäste müssen aussteigen und zu Fuß gehen

In Innsbruck schaffen E-Busse auf der Linie 502 die steile Passage am Schusterbergweg nicht zuverlässig. Deshalb müssen Fahrgäste zeitweise immer wieder aussteigen, damit das Fahrzeug den Anstieg bewältigen kann. Der Vorfall belastet den öffentlichen Verkehr, den E-Bus-Betrieb und den Stadtverkehr gleichermaßen. Gerade in Innsbruck, wo Steigungen bekannt und planbar sind, wirkt diese Situation besonders grotesk (krone: 24.01.26)


Innsbruck im Härtetest – wenn Technik am Berg versagt

Der Schusterbergweg gilt seit Jahren als anspruchsvolle Strecke im Stadtverkehr von Innsbruck. Dennoch kamen dort Fahrzeuge zum Einsatz, die unter realen Bedingungen nicht genug Leistung hatten. Fahrgäste berichten, dass sie den Bus verlassen mussten, um zu Fuß weiterzugehen. Damit wird der E-Bus-Betrieb faktisch unterbrochen, obwohl genau diese Technologie den Alltag erleichtern soll.

In Innsbruck schaffen E-Busse eine steile Strecke nicht. Fahrgäste müssen aussteigen. Kritik an E-Bus-Betrieb und Stadtverkehr wächst
In Innsbruck schaffen E-Busse eine steile Strecke nicht. Fahrgäste müssen aussteigen. Kritik an E-Bus-Betrieb und Stadtverkehr wächst

Besonders kritisch ist der Zeitpunkt, weil Innsbruck den Ausbau der Verkehrswende öffentlich vorantreibt. Neue Fahrzeuge sollen Emissionen senken und den öffentlichen Verkehr stärken. Allerdings leidet das Vertrauen, wenn der Stadtverkehr an einer bekannten Steigung ins Stocken gerät. Für Pendler zählt Zuverlässigkeit mehr als Antriebskonzepte.

Software begrenzt Leistung – Verantwortung bleibt ungeklärt

Als Ursache gilt ein Softwareproblem, das beim Bergauffahren die volle Leistung blockiert. Die Steuerung gibt den E-Bussen nicht das benötigte Drehmoment frei, um die Steigung mit Fahrgästen an Bord stabil zu bewältigen. Technisch mag das erklärbar sein, praktisch bleibt es schwer vermittelbar. Denn solche Effekte hätten vor dem Regelbetrieb auffallen müssen.

In Innsbruck stellt sich deshalb die Frage nach der Verantwortung. Wer genehmigt Fahrzeuge für Strecken mit bekannten Höhenprofilen. Wer prüft den E-Bus-Betrieb unter Last, bei Kälte und mit voller Besetzung. Solange diese Punkte offen bleiben, wirkt der Verweis auf Software wie eine nachträgliche Rechtfertigung.

Hinzu kommt, dass der Stadtverkehr nicht experimentell funktionieren darf. Fahrgäste erwarten, ihr Ziel ohne Umwege zu erreichen. Gerade ältere Menschen oder Personen mit Einschränkungen trifft das Aussteigen besonders hart. Damit wird aus einem technischen Detail ein reales Alltagsproblem.

Übergang mit Diesel konterkariert die Verkehrswende

Als Absicherung kommen Dieselbusse zum Einsatz, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Diese Maßnahme verhindert zwar Ausfälle, schwächt aber die Glaubwürdigkeit der Verkehrswende. Wer in Innsbruck auf E-Bus-Betrieb umstellt, sollte nicht dauerhaft auf fossile Reserve angewiesen sein.

Der öffentliche Verkehr lebt von klaren Standards. Übergangslösungen dürfen nicht zum Normalzustand werden. Gerade deshalb fällt der Fall in Innsbruck politisch ins Gewicht. Der Stadtverkehr soll Vorbild sein, nicht Mahnung.


Vergleichsregionen entlasten den Antrieb, nicht den Betrieb

In anderen Tiroler Regionen fahren E-Busse seit Monaten ohne vergleichbare Probleme. Dort kommt eine andere Softwareversion zum Einsatz, die den Leistungsabruf am Berg zulässt. Das widerlegt die These, der E-Antrieb sei grundsätzlich ungeeignet. Entscheidend bleibt die Umsetzung.

Für Innsbruck bedeutet das: Das Problem liegt weniger im Konzept als im Management. Wer den Stadtverkehr modernisieren will, muss reale Bedingungen vollständig abbilden. Dazu gehören Steigungen, Winterbetrieb und volle Fahrzeuge.

Solange Fahrgäste in Innsbruck aussteigen müssen, bleibt der Imageschaden bestehen. Die Verkehrswende misst sich nicht an Ankündigungen, sondern an funktionierenden Abläufen. Erst wenn der E-Bus-Betrieb die Steigung dauerhaft schafft, kann von einem stabilen Fortschritt gesprochen werden.

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