In Nordrhein-Westfalen wird für einen Windkraft-Transport ein Haus abgerissen

In Hemer im Märkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen wird im Ortsteil Stephanopel ein Teil eines Hauses abgerissen, damit ein Windkraft-Transport mit 78 Meter langen Rotorblättern die enge Route durch das Tal passieren kann. Auslöser sind drei Windenergieanlagen vom Typ Enercon E-160, die im nördlichen Balver Wald im Sauerland auf Balver Stadtgebiet entstehen, jedoch über Hemer erschlossen werden. Weil sich die Zufahrt über Garbeck als zu eng erwiesen hat, führt die Strecke durch die Innenstadt und weiter durch das Stephanopeler Tal. Dort blockiert eine enge Kurve an einem in die Fahrbahn ragenden Gebäude die Durchfahrt, während zugleich Ampeln, Lichtmasten, Freileitungen und Brücken zusätzliche Probleme verursachen. Für Eigentümer, Anwohner und Verkehr sind die Folgen bereits sichtbar, denn die Vorarbeiten laufen, eine Baustellenampel steht, und weitere Eingriffe in Straßenraum und Infrastruktur sind fest eingeplant (ikz-online: 06.03.26).


Windkraft-Transport erzwingt den Hausabriss am engsten Punkt

Der drastischste Eingriff trifft ein Haus, das den Verlauf der Kreisstraße in Stephanopel seit Jahrzehnten prägt. Die Straße biegt an dieser Stelle um das Gebäude herum, während normale Fahrzeuge die Passage noch bewältigen. Für die geplanten Schwertransporte reicht dieser Raum jedoch nicht mehr aus. Deshalb lässt der Projektierer SL Naturenergie einen Teil des Hauses entfernen. Damit wird aus einem Energieprojekt außerhalb des Stadtgebiets ein massiver Eingriff mitten in einem Ortsteil von Hemer.

Wegen eines Nadelöhrs wird in Hemer in Nordrhein-Westfalen ein Haus für einen Windkraft- Transport abgerissen
Symbolbild

Die Maßnahme ist längst keine abstrakte Planung mehr. Eine Baustellenampel ist bereits eingerichtet worden, außerdem haben die Vorarbeiten begonnen. Das Ortsbild verändert sich also schon jetzt, obwohl die Windräder selbst gar nicht auf Hemeraner Gebiet stehen. Unternehmenssprecherin Stefanie Flam sagte: „Es gab mehrere Versuche, es anders zu lösen.“ Andere Varianten hätten jedoch angrenzende Privatgrundstücke stärker belastet und deshalb noch mehr Aufwand ausgelöst.


Weitere Transporte und Bauarbeiten belasten Hemer zusätzlich

Die drei Anlagen entstehen auf Balver Gebiet, dennoch trägt Hemer die logistische Last des Projekts. Die alternative Zufahrt durch Garbeck schied aus, weil sie für die überlangen Sondertransporte zu eng ist. Deshalb läuft der Windkraft-Transport nun über das Stephanopeler Tal. Dort wurden Waldwege bereits verbreitert, geschottert und in Teilen asphaltiert. Schon im vergangenen Jahr fuhren Betonmischer über diese Strecke auf die Bergkuppen, während die Fundamente inzwischen fertiggestellt wurden.

Mit den Turmsegmenten hat die nächste Bauphase bereits begonnen, jedoch folgt die größte Belastung erst noch. Maschinenhaus, Rotor, Stator und die riesigen Rotorblätter müssen durch die komplette Hemeraner Innenstadt transportiert werden. Dafür plant das Unternehmen am Autobahnende auf der Freifläche zum Duloh ein Zwischenlager. Entlang der Route liegen zehn Ampelanlagen, außerdem brauchen die Transporte mindestens sechs Meter freie Höhe. Lichtmasten, Freileitungen und Brücken verschärfen das Problem, während parallel auch noch eine 10-KV-Trasse vom Hochgiebelweg durch das Stephanopeler Tal bis zum Perick genehmigt werden soll. Die drei Windräder sollen Mitte 2026 in Betrieb gehen, doch weitere Projekte sind bereits beantragt, weshalb Hemer auch künftig mit schwerem Windkraft-Transport rechnen muss.

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