Honda erwartet durch Elektroauto-Strategie ersten Jahresverlust seit Börsennotierung 1957

Honda erwartet für das bis zum 31. März laufende Geschäftsjahr einen Verlust von rund 15,7 Milliarden Dollar und würde damit erstmals seit der Börsennotierung 1957 einen Jahresverlust ausweisen. Im Zentrum steht die Elektroauto-Strategie des Konzerns, die auf starkes Wachstum bei E-Autos setzte, obwohl die Nachfrage vor allem in den USA deutlich nachließ. Zugleich verschärften der Wegfall der US-Steuergutschrift für Elektroautos, neue Zölle und der Preisdruck im Markt die Lage. Auch der Wettbewerb aus China und anderen asiatischen Ländern belastet das Geschäft, weil dort neue Hersteller stärker auf softwareorientierte Modelle setzen. Die Folgen reichen deshalb weit über einzelne Modelle hinaus, denn Honda streicht drei geplante Elektrofahrzeuge für Nordamerika und reagiert auf einen tiefen Einbruch der Ertragslage (zerohedge: 14.03.26).


Hondas EV-Kurs wird zum Milliardenproblem

Honda hatte seine Fertigung früh in Richtung Elektrifizierung ausgerichtet. Der Konzern folgte damit politischen Signalen aus den USA, die Elektroautos als wichtigen Baustein für Klimaziele sahen. Gleichzeitig stützte sich Honda auf das bestehende Geschäft mit Benzinern und Hybriden. Dieses Fundament galt lange als stabil, jedoch verlor die Strategie an Tragfähigkeit, als der EV-Markt schwächer wuchs als erwartet.

15,7 Milliarden Dollar - Honda erwartet wegen seiner Elektroauto-Strategie ersten Jahresverlust seit der Börsennotierung 1957
15,7 Milliarden Dollar – Honda erwartet wegen seiner Elektroauto-Strategie ersten Jahresverlust seit der Börsennotierung 1957

Besonders problematisch wurde die Lage in den USA. Dort endete am 30. September 2025 die Steuergutschrift von 7.500 Dollar für neue Elektroautos, weshalb viele Kaufanreize wegfielen. Zugleich wurden Regeln für fossile Antriebe gelockert, während neue Zölle die Kosten erhöhten. Honda geriet dadurch doppelt unter Druck, weil sowohl das Elektrogeschäft als auch die Marge bei klassischen Modellen litten. Gerade diese Kombination zeigt, weshalb der forcierte EV-Kurs nun zum zentralen Risikofaktor geworden ist.


Modellstreichungen sind Folge, nicht Ursache

Der Stopp des Honda 0 SUV, des 0 Saloon und des Acura RSX für Nordamerika ist deshalb eine Reaktion auf die Krise. Noch im Januar 2025 hatte Honda auf der CES in Las Vegas zwei Prototypen der 0-Serie präsentiert. Wenige Monate später musste der Konzern den Kurs jedoch neu bewerten. Der geplante Ausbau der Elektro-Offensive ließ sich wirtschaftlich nicht mehr rechtfertigen, während die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückblieb.

Auch außerhalb Nordamerikas verschärfte sich die Lage. In China und weiteren asiatischen Märkten drängen neue Hersteller mit softwarelastigen Fahrzeugen auf den Markt, sodass Honda zusätzlich Marktanteile und Preismacht verliert. Für das Quartal bis zum 31. Dezember 2025 meldete der Konzern deshalb einen Rückgang des operativen Gewinns um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. An der Börse kam das schlecht an, außerdem fiel die Aktie im Tageshandel um fast sechs Prozent. Über sechs Monate summiert sich das Minus bereits auf mehr als 22 Prozent. Honda steht mit dem Problem zwar nicht allein, jedoch wiegt der Einschnitt besonders schwer, weil nun erstmals seit der Börsennotierung 1957 ein Jahresverlust droht.

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