Helsing-Drohnen in der Ukraine – Kiew setzt neue Bestellungen nach negativen Tests aus

Nach einer Meldung auf Bloomberg verzichtet die Ukraine vorerst auf neue Bestellungen von Drohnen bei Helsing. Interne Bewertungen sollen demnach zwei Hauptprobleme aus Fronttests nennen: schwierige Starts der HX-2 und Ausfälle durch Störsignale, durch die die Verbindung zu den Bedienern abreißen kann. Helsing weist zentrale Vorwürfe zurück und verweist auf dokumentierte Testflüge. Der Bedarf an Drohnen bleibt hoch, doch die Bundeswehr will nach Aussage des Bloomberg-Artikels vor weiteren Zusagen belastbare Felddaten (bloomberg: 19.01.26). Zudem zählt, ob die künstliche Intelligenz der Systeme Ausfälle durch Störsignale abfedern kann.


Helsing: Fronttests, Startprobleme und fehlende KI-Funktionen

Interne Unterlagen schildern Schwierigkeiten beim Abheben der HX-2. In ukrainischen Tests soll die Drohne wiederholt nicht sauber gestartet sein. Außerdem fehlten Funktionen, die für Navigation und Zielerfassung vorgesehen waren. Gerade im Kriegsgebiet zählen solche Komponenten, weil Störsender Verbindungen zu Bedienern unterbrechen können.

Ukraine stoppt neue Helsing-Orders – Fronttests zeigen Ausfälle, Startprobleme und KI-Lücken. Bundeswehr zögert, bis Felddaten überzeugen
Symbolbild

Helsing widerspricht der Darstellung einer hohen Ausfallquote. Das Rüstungsstartup verweist auf dokumentierte Treffer in ersten Flügen und hält Schlussfolgerungen aus wenigen Fronttagen für verfrüht. Dennoch bleibt die Skepsis in der Ukraine bestehen, weil Feldtests härter sind als Laborläufe.

Bundeswehr wartet auf ein klares Einsatzsignal aus der Ukraine

Die Finanzierung läuft über Deutschland, daher beobachtet die Bundeswehr die Resultate sehr genau. Nach aktuellem Stand soll es keine Folgeorder geben, solange aus der Ukraine kein explizites Interesse kommt. Diese Linie folgt militärischer Logik, weil Beschaffung ohne operativen Bedarf teuer und riskant wäre.

Zudem zeigt die Erfahrung mit unbemannten Systemen, dass frühe Ausfälle häufig auftreten. Deshalb dienen Testreihen als Filter, bevor große Stückzahlen bestellt werden. Die deutschen Streitkräfte setzen dabei auf messbare Kennzahlen, nicht auf Marketingversprechen.

Drohnenmarkt, Innovationsdruck und Konkurrenz um Programme

Drohnen prägen die Gefechtsführung in der Ukraine. Gleichzeitig verkürzt sich der Innovationszyklus, weil Taktiken und Gegenmaßnahmen sich ständig ändern. Anbieter müssen ihre Systeme laufend nachrüsten, damit sie unter Störungslage funktionieren. Für Helsing ist das ein Härtetest, weil das Produkt in kurzer Zeit reifen muss.

Der Wettbewerb um staatliche Programme bleibt scharf. Startups treffen auf etablierte Rüstungskonzerne und nur wenige Modelle schaffen es in Großbeschaffungen. Helsing investiert deshalb stark in eigene Hardware und sieht in Europa eine künftige Führungsrolle bei autonomen Systemen, obwohl Rückschläge in der Entwicklung üblich sind.


Künstliche Intelligenz als Prüfstein für den Fronteinsatz

Ein Kernpunkt der Kritik betrifft die versprochene künstliche Intelligenz. Laut interner Bewertung waren nicht alle Module für Terminal- und Zwischenführung sowie visuelle Zielerfassung aktiv. Ohne robuste KI-Software sinkt die Trefferwahrscheinlichkeit, sobald Funkstrecken ausfallen oder Gegner die Navigation stören.

Helsing verweist dagegen auf separate Tests mit Partnern, bei denen die HX-2 Ziele zuverlässig getroffen habe. Solche Resultate sind relevant, jedoch zählt für die Ukraine vor allem, was an der Front funktioniert. Genau dort entscheidet sich, ob die Technologie den Aufwand rechtfertigt.

Verträge, Lagerbestände und der nächste Schritt

Ein laufender Vertrag umfasst weiterhin Lieferungen und ein Teil der Systeme liegt noch in ukrainischen Beständen. Parallel arbeitet Helsing an Anpassungen, um die Kritikpunkte zu reduzieren. Ob daraus neue Bestellungen entstehen, hängt von weiteren Feldtests und belastbaren Einsatzdaten ab.

Fest steht: Die Ukraine bleibt der anspruchsvollste Prüfstand für moderne Drohnenprogramme. Für Helsing ist das der Maßstab, an dem sich künftige Aufträge entscheiden.

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