Heizungsmarkt im Stillstand: Stellenabbau bei Herstellern – Kunden boykottieren Käufe

Im Heizungsmarkt herrscht inzwischen ein lähmender Wartemodus und das trifft auch die Hersteller. Mehrere Unternehmen reagierten bereits mit Kurzarbeit oder dem Abbau von Stellen, weil Aufträge fehlen. 2025 sank der Absatz auf 627.000 Heizgeräte und damit auf den niedrigsten Stand seit 2010. Die Kunden sind durch den politischen Eiertanz rund um das Habecksche Heizgungsgesetz zutiefst verunsichert und verschieben ihre Investitionen, bis die Regierung endlich ein überarbeitetes Gesetz vorlegt (welt: 01.02.26).


Heizungsgesetz – zuerst Abschaffung angekündigt, später relativiert und bis Ende Januar 2026 keine Reform geliefert

Die Regierung startete mit dem Versprechen, das „Heizungsgesetz“ abzuschaffen. Später blieb davon nur noch eine Ankündigung zur Überarbeitung. Seit Monaten kursiert dazu allerdings nur ein neuer Etikettentext, weil das Gebäudeenergiegesetz künftig „Gebäudemodernisierungsgesetz“ heißen soll. Dennoch fehlten bis Ende Januar 2026 die angekündigten Eckpunkte, obwohl die Koalition genau dafür eine Frist gesetzt hatte.

Der politische Zickzack beim Heizungsgesetz verunsichert Käufer – der Heizungsmarkt bricht stark ein – Hersteller bauen Stellen ab
Der politische Zickzack beim Heizungsgesetz verunsichert Käufer – der Heizungsmarkt bricht stark ein – Hersteller bauen Stellen ab

Für Eigentümer ist das ein handfester Risikofaktor, denn niemand kann Pflichten, Übergänge und Förderlogik sicher kalkulieren. Zudem wirkt jede offene Flanke wie ein Signal zum Nichtstun, weil der nächste Beschluss alles drehen könnte. Die 65-Prozent-Vorgabe gilt bis dato weiter und zugleich bleibt offen, wie eine angekündigte Reform 2026 konkret aussehen soll. Vielen Haushalten fehlt dadurch eine klare politische Linie, weil Zusagen und Zeitpläne bisher ohne Ergebnis blieben.

Absatzdaten 2025: Gas stürzt ab, Öl kollabiert, Wärmepumpe bleibt unter Zielmarke

Die Zahlen zeigen, wie tief die Zurückhaltung bereits wirkt und zwar quer durch alle Technologien. Beim Gas-Brennwertkessel fielen die Verkäufe 2025 auf 229.000 Stück und damit 36 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch Öl bricht ein, denn nur noch 22.500 Ölheizungen gingen an Kunden, was einem Minus von 74 Prozent entspricht.

Der Absatz bei Wärmepumpen wuchs 2025 auf rund 299.000 verkaufte Geräte. Damit liegt sie im Jahresranking vorn. Allerdings bleibt das weit unter der politischen Zielgröße von 500.000 Einbauten pro Jahr, die früher als notwendig galt. Zudem floss laut Schätzungen etwa ein Drittel der Geräte in Neubauten, während der Bestand langsamer umsteigt.

Kosten, Regeln und Wärmeplanung: Warum Käufer im Zweifel gar nichts entscheiden

Viele Kunden schrecken nicht nur der Preis, sondern auch die Möglichkeit, dass Regeln nachträglich verschärft oder Förderungen gekippt werden. Verbraucherzentralen beziffern die typischen Produkt- und Installationskosten einer Wärmepumpe im Schnitt auf etwa 36.000 Euro und das macht jede Unsicherheit teurer. Gleichzeitig verstärkt die kommunale Wärmeplanung das Abwarten, weil Eigentümer erst wissen wollen, ob Fernwärme in ihrer Straße realistisch wird.

Hinzu kommt der Kernkonflikt um die 65-Prozent-Vorgabe, weil die Koalition darüber öffentlich ringt. Dadurch entsteht im Heizungsmarkt eine Art „Stop-and-Go“, bei dem selbst entschlossene Käufer zögern. Der Effekt ist politisch selbst gemacht, denn der Kurs wechselte von „abschaffen“ zu „überarbeiten“, ohne dass am Ende eine belastbare Aussage steht.


Stellenabbau wird Standortfrage – wenn die Nachfrage kippt, wandert Produktion ab

Die Industrie hatte Kapazitäten aufgebaut, doch die Werke laufen vielerorts nicht mehr voll. Deshalb häufen sich Personalmaßnahmen, und die Branche verliert Substanz, obwohl der Umbau im Gebäudesektor langfristig Arbeit sichern könnte. Das BDR-Thermea-Beispiel zeigt die Dynamik besonders scharf: Der Konzern stellt die Produktion von Wärmeerzeugern in Rastede und Schweinfurt ein und verlagert sie ins „europäische Fertigungsnetzwerk“. Betroffen sind nach Unternehmens- und Medienangaben rund 203 Vollzeitarbeitsplätze. Als Grund nennt BDR Thermea auch „regulatorische Unsicherheit“.

Damit bekommt der politische Eiertanz um das Heizungsgesetz direkte Folgen für Standorte, weil Investitionen ohne Nachfragebasis verpuffen. Gleichzeitig steigt der Druck auf Zulieferer und Handwerk, denn weniger Abschlüsse bedeuten weniger Planung und weniger Ausbildungsspielraum. Solange die Regierung nach der ausgebliebenen Januar-Frist weiter keine klare Reform liefert, bleibt der Heizungsmarkt im Wartestand.

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