Robert Habeck hat die grüne Transformation als Motor für Wirtschaftswachstum verkauft und er stellte neue Industrien als sichere Jobmaschine dar. Seine Anhänger feierten ihn als grünen Messias, obwohl vieles nur mit Subventionen und Sonderregeln tragfähig wirkte. Heute ist von der damaligen Aufbruchserzählung kaum Substanz übrig, denn ein Projekt nach dem anderen endet im Rückzug oder Stillstand. In vielen Fällen sind die staatlichen Subventionen für immer verloren.
Batteriepolitik als Totalschaden – Versprechen groß, Ergebnis null
Northvolt ist dafür das härteste Beispiel, denn hier ist der Schaden bereits im Haushalt angekommen. Der Bund erstattete der KfW den Wert der Wandelanleihe samt Nebenkosten in Höhe von 620,6 Mio. Euro und das noch im Dezember 2024. Schleswig-Holstein soll davon 300 Mio. Euro übernehmen, weil Bund und Land je zur Hälfte gebürgt hatten. Damit steht ein Kernstück der Batterie-Story faktisch als Verlustposition im Raum, obwohl die Gigafactory-Erzählung jahrelang als Beweis für den „Industrieaufbruch“ diente.

ACC in Kaiserslautern ergänzt das Bild, weil auch dort der Leuchtturm erlosch. Deutschland und Frankreich hatten 1,3 Mrd. Euro Subventionen zugesagt, und allein für das deutsche Werk standen 437 Mio. Euro im Raum. Dennoch sagte ACC den Standort endgültig ab, obwohl die Region mit rund 2.000 Arbeitsplätzen rechnete. So bleibt wieder nur ein leerer Platz, während die Subventionslogik keinen Markt erzeugt.
Wasserstoff-Müllwagen als Sinnbild – gekauft, gefördert, abgestellt
In Spree-Neiße stehen zwei Wasserstoff-Müllfahrzeuge nutzlos auf dem Betriebshof, weil eine Tankinfrastruktur fehlt. Dabei kosteten die Fahrzeuge laut Bericht rund 1 Mio. Euro und sie fuhren bislang keinen Kilometer im Regelbetrieb. Außerdem zeigt der Fall, wie schnell eine Idee scheitert, wenn der Alltag beginnt. Am Ende zählt nicht der Prospekt, sondern die Zapfsäule.
Bielefeld liefert die nächste Eskalationsstufe, denn dort wurden 7 Wasserstoff-Müllwagen mit Unterstützung des Bundes beschafft. Zunächst mussten die Fahrzeuge zum Tanken 80 km hin und zurück fahren, und schon das fraß Reichweite und Zeit. Seit Anfang 2026 ist die nächstgelegene Tankstelle geschlossen, während die Alternative 180 km pro Tankfahrt bedeutet. Gleichzeitig gibt es in Bielefeld eine mit Subventionen geförderte H2-Tankstelle, jedoch dürfen dort wegen Förderbedingungen nur Busse tanken und die Müllwagen bleiben ausgesperrt.
Elektrolyseure und Pipeline – teure Infrastruktur ohne Abnehmer
Beim Reallabor WESTKÜSTE100 in Heide sollte ein 30 MW-Elektrolyseur entstehen, doch das Vorhaben wurde eingestellt. Subventionen in Höhe von rund 36 Mio. Euro standen dafür im Raum, dennoch trugen Wirtschaftlichkeit und Rahmenbedingungen nicht. Damit fehlt nicht nur die Anlage, sondern auch der Nutzen, der politisch längst eingepreist war. Zugleich zeigt sich: Ohne günstigen Strom bleibt „grüner“ Wasserstoff eine Illusion.
Im Saarland sind gleich drei große Elektrolyseurprojekte gestoppt worden. In Völklingen-Fenne lag ein Zuwendungsbescheid über 100 Mio. Euro von Bund und Land vor, allerdings wurde laut Bericht bisher kein Cent abgerufen. In Saarlouis war ein Elektrolyseur mit 200 bis 400 MW geplant, jedoch brach die Nachfragebasis weg. In Perl kündigte Lhyfe einen 70 MW-Elektrolyseur an, doch auch dieses Projekt gilt als gestoppt. Trotzdem fließt Geld in die grenzüberschreitende Pipeline mosaHYc, denn die Netzbetreiber investieren laut Bericht 110 Mio. Euro in das Netz.
Schwäbisch Gmünd – gebaut, aber ohne Kunden und ohne belastbares Konzept
Schwäbisch Gmünd steht für eine andere Art Risiko, weil hier zwar gebaut wurde, jedoch die Abnehmerfrage offen bleibt. Der Elektrolyseur auf dem Gügling kostete laut Bericht rund 20,0 Mio. Euro, und der Förderzuschuss lag bei 6,3 Mio. Euro. Dennoch bleibt unklar, wer den Wasserstoff in relevanten Mengen kaufen soll, und eine geplante Tankstelle gilt ebenfalls als Baustelle auf dem Papier. Somit droht aus einem Vorzeigeobjekt eine Investitionsruine zu werden.
Parallel kippt das Vertrauen in weitere Wasserstoffpläne in der Region, weil Studien und Nachrechnungen den Nutzen zerlegen. Im Ostalbkreis steht der Wasserstoffbus als teure Idee in der Kritik und die Planung wirkt laut Bericht wie ein Projekt, das sich nur mit Gutachten stabilisieren soll. Dadurch entsteht ein Muster: Erst kommt die Vision, dann kommt das Rechnen und am Ende bleibt Stillstand. Genau so entsteht Habecks teures Vermächtnis im Kleinen wie im Großen.
Chipfabriken – Subventions-Rekorde ohne Fertigung
Auch bei den Chipfabriken zeigt sich das gleiche Muster, nur in noch größeren Summen. Für Intels geplante Ansiedlung in Magdeburg standen 9,9 Mrd. Euro staatliche Subventionen im Raum, trotzdem blieb das Projekt auf Eis und verlor damit seinen Status als sicherer Job- und Standortanker. Parallel wurde in der Debatte sichtbar, wie abhängig solche Vorhaben von niedrigen Energiepreisen, stabilen Lieferketten und verlässlicher Nachfrage sind. Wenn diese Faktoren kippen, helfen selbst Rekordzuschüsse nicht, weil Konzerne ihre Investitionen dann in andere Regionen verlagern.
Scherbenhaufen statt Wirtschaftswachstum
Am Ende bleibt kein „Wachstumswunder“, sondern ein Scherbenhaufen aus Subventionsakten. Milliarden wurden politisch versprochen, und Millionen sind bereits real verloren. Regionen warten auf Jobs, doch sie bekommen Planungsruinen und Stillstand. Kommunen kaufen Fahrzeuge, aber sie finden keinen Wasserstoff. Betreiber bauen Infrastruktur, aber sie finden keine Kunden. Und während manche Habeck weiter feiern, schrumpft die Realität auf ein nüchternes Urteil: Diese Transformation hat Geld verbrannt, statt Wertschöpfung zu liefern. (KOB)
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