Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat am 28. Februar 2026 angekündigt, die Gasförderung in Deutschland ausweiten zu wollen, weil sie die Versorgungssicherheit in „herausfordernden geopolitischen Zeiten“ stärken will. Zugleich plant die Bundesregierung mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz neue Vorgaben für Heizungen, deshalb steigt der politische Druck, genügend Gasenergieträger für den Wärmemarkt bereitzustellen. Reiche trennt dabei Erdgas und Biomethan, jedoch ordnet sie beide in eine gemeinsame Versorgungsfrage ein: Wie stabil bleibt der Gasmarkt, wenn Nachfrage und Anforderungen wachsen. Als Setting nennt sie deutsche Reserven und mögliche Projekte in der Nordsee, während der Meeresschutz dort die zentrale Eskalationslinie bildet. Kritiker bezweifeln zugleich die Verfügbarkeit „grüner Gase“ und warnen vor höheren Kosten, deshalb drohen Verbrauchern spürbare Mehrbelastungen (tagesschau: 28.02.26).
Heizungspläne treiben Nachfrage nach klimafreundlichen Gasen
Nach den Plänen von Schwarz-Rot sollen neue Gas- und Ölheizungen ab Januar 2029 mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betrieben werden, deshalb gewinnt Biomethan als Beimischung an Gewicht. Das Gebäudemodernisierungsgesetz soll dafür Eckpunkte setzen. Viele Gebäude bleiben jedoch technisch noch auf gasbasierte Systeme ausgerichtet. Kritiker monieren, „grüne Gase“ stünden nicht in ausreichenden Mengen bereit, außerdem würden die Kosten steigen. Damit wächst das Risiko einer Kostenfalle, denn entsprechende Preissprünge schlagen direkt auf Endkunden durch.

Reiche greift diese Versorgungslücke politisch auf, jedoch ohne Erdgas und Biomethan gleichzusetzen. Sie argumentiert mit einem insgesamt höheren Druck auf den Gasmarkt, während die Vorgaben ab 2029 näher rücken. Daraus leitet sie ab, dass Deutschland zusätzliche Optionen braucht, denn Engpässe bei einem Gas-Typ erhöhen den Stress im Gesamtsystem.
Biomethan aus der Ukraine – möglich, aber an Regeln gebunden
Für klimafreundliche Gase setzt Reiche auf Importe aus der Ukraine, weil das Land „Biogas in großen Mengen“ anbiete. Sie sagt, es gebe „noch regulatorische Herausforderungen auf Seiten der Ukraine und der EU“, doch bei einer Lösung seien „signifikante Biomethanimporte“ realistisch. Das soll die Versorgung mit klimafreundlichen Gasen stabilisieren, während Kritiker gerade dort Knappheit befürchten.
Ob diese Schiene trägt, hängt an Standards, Nachweisen und EU-Regeln, deshalb bleibt die Zeitachse entscheidend. Wenn das nicht rechtzeitig klappt, dann bleibt das Angebot knapp und teuer. Das trifft Verbraucher besonders hart, denn Heizungsbetrieb und Umstellungskosten steigen.
Gasförderung in Deutschland: Erdgas-Reserven, Wirtschaftlichkeit, Nordsee
Parallel dazu will Reiche die Gasförderung aus heimischen Erdgas-Vorkommen ausweiten, weil sie Versorgungssicherheit nicht nur über Importe abdecken will. „Wir haben eigene Reserven in Deutschland“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe, jedoch macht sie die Ausweitung von der Förderbarkeit „zu guten Bedingungen“ abhängig. Darüber müsse man sprechen, denn wirtschaftliche und technische Faktoren entscheiden über reale Mengen.
Als Referenz nennt sie die Nordsee, während dort Meeresschutz eine zentrale Rolle spielt. Reiche verweist auf die Nordsee. Die Bundesregierung habe den Niederlanden erlaubt, dort ein Gasfeld zu explorieren. Deshalb erwartet sie, dass Deutschland ähnliche Schritte prüft. Sie sagte: „Das sollte – bei aller berechtigten Sorge um Meeresschutz – auch von deutscher Seite aus möglich sein“. Zugleich verlangt sie eine Abwägung. Es müsse „sehr sensibel zwischen Umweltinteressen und Rohstoffversorgung abgewogen werden“. Damit wird die Gasförderung zu einem politischen Hebel. Die Biomethan-Debatte betrifft dagegen vor allem die klimafreundliche Vorgabe in den künftigen Heizungsregeln.
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