Füllstand der Gasspeicher auf Rekordtief -Bundesnetzagentur ruft zum Gassparen auf

Der Füllstand der deutschen Gasreserven fällt Anfang Januar auffällig niedrig aus und deshalb wächst der Druck auf Haushalte und Betriebe. Die Bundesnetzagentur fordert nun, Gas zu sparen, weil die Gasspeicher aufgrund der anhaltenden Kältewelle schneller leerlaufen als üblich. Darüber hinaus sollen die LNG-Terminals die Versorgung stützen, doch sie ersetzen keine Reserve in einer Kältephase (jungefreiheit: 08.01.26).


Füllstand am Stichtag – der 1. Februar entscheidet über Mindestreserven

Am 1. Februar gelten klare Vorgaben und diese lassen wenig Spielraum. Alle Speicher müssen dann mindestens 30 Prozent erreichen. Für die bayerischen Anlagen Bierwang, Breitbrunn, Inzenham-West und Wolfersberg gelten sogar 40 Prozent, weshalb jeder Tag zählt.

Füllstand der Gasspeicher kritisch – Bundesnetzagentur ruft dazu auf, Gas zu sparen.  Bei anhaltender Kältewelle drohen Versorgungsprobleme
Füllstand der Gasspeicher kritisch – Bundesnetzagentur ruft dazu auf, Gas zu sparen. Bei anhaltender Kältewelle drohen Versorgungsprobleme

Gleichzeitig meldet der europäische Betreiberverband GIE für den 5. Januar nur noch einen Füllstand von 53 Prozent in Deutschland. Normalerweise liegen Werte Anfang Januar deutlich höher, oft über 70 Prozent. Damit wirkt der aktuelle Füllstand wie ein Frühwarnsignal, obwohl der Winter erst begonnen hat und noch mehr als 2 Monate dauert.

Gas sparen als Sofortmaßnahme – und als Test für die Strategie

Die Bundesnetzagentur versucht zu beruhigen. „Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung im Augenblick als gering ein“, schreibt sie. Trotzdem fordert sie die Verbraucher dazu auf Gas zu sparen, weil die importabhängige Lage schnell kippen und die Kälteperiode länger dauern kann.

Die Versorgung stützt sich auf mehrere Quellen. Pipelines aus Norwegen sind dabei zentral. Ergänzend kommen Lieferungen über LNG-Terminals. Weitere Zuflüsse sind über Frankreich und Belgien möglich. Dennoch bleibt die Lage abhängig vom Wetter und vom Verbrauch. Hohe Nachfrage leert die Speicher schneller. Deshalb ruft die Behörde zum Sparen auf.

Gasspeicher im Frost – Kälte treibt den Füllstand nach unten

Während die Kältewelle anhält, steigt der Bedarf an Heizenergie spürbar. In manchen Regionen drohen Temperaturen bis nahe minus 20 Grad und auch danach bleibt es frostig. Dadurch sinkt der Füllstand schneller, weil die Gasspeicher im Winter die Spitzen abfedern müssen.

Außerdem verweist die Bundesnetzagentur darauf, dass der Verbrauch in der letzten Woche des Vorjahres deutlich über den Vorjahreswerten lag. Das verschärft die Ausgangslage, weil weniger Puffer bleibt.

LNG-Terminals und Europa-Vergleich: Polen zeigt, was Reserve bewirkt

Deutschland liegt beim Speicherstand derzeit unter dem europäischen Durchschnitt. Damit ist der Puffer für eine längere Kältephase kleiner als in vielen Nachbarländern. Der EU-Wert liegt bei einem Füllstand von rund 59 Prozent, Deutschland bei etwa 53 Prozent, und Polen steht bei rund 80 Prozent. Weil Polen vor dem Winter mehr Reserve aufbaute, bleiben die Gasspeicher dort deutlich voller.

Zudem zeigt der Vergleich, dass LNG-Terminals zwar Versorgung sichern, aber keine strategische Bevorratung ersetzen. Flüssiggas-Terminals liefern flexibel nach, jedoch können sie eine lange Frostperiode nicht allein ausgleichen. Deshalb bleibt der Füllstand der zentrale Sicherheitsfaktor.


Bundesnetzagentur bleibt bei der Linie – und INES warnt vor Engpässen

Schließlich kommt auch von den Speicherbetreibern ein deutlicher Hinweis. Die Initiative Energien Speichern (INES) warnte bereits im November vor Engpässen, falls ein außergewöhnlich kalter Januar eintritt und der Verbrauch hoch bleibt. Dadurch geraten Gasspeicher und Speicheranlagen schneller an Grenzen.

Darum lautet die praktische Konsequenz: Gas sparen bringt sofort Wirkung, weil jede eingesparte Kilowattstunde Entnahmen reduziert. Gleichzeitig sollte die Bundesnetzagentur den Fokus auf robuste Reserven vor dem Winter schärfen, damit der nächste Winter weniger abhängig von Wetter und Tagesimporten bleibt. Denn wenn der Speicherstand im Januar schon niedrig startet, werden LNG-Terminals zum Dauerpflaster statt zum Notanker.

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