Frostschäden nach Berliner Blackout – Experte schätzt 60 Prozent defekte Wärmepumpen

Der Berliner Stromausfall Anfang Januar 2026 traf den Südwesten der Stadt in einer Phase strenger Kälte. In Berlin wurden in den betroffenen Nächten Temperaturen bis minus 10 Grad gemessen. Die Minusgrade erhöhten das Risiko von Frostschäden, weil stillstehende Heizkreisläufe auskühlen und gefrieren können. Deshalb warnte der Wärmepumpen-Sachverständige Jens Dietrich vor massiven Ausfällen und nannte eine Quote von 60 Prozent (epochtimes: 27.01.26)


Frostschäden und die 60-Prozent-Schätzung im Detail

Dietrich begründet die Zahl mit der besonderen Verwundbarkeit vieler Luft-Wasser-Wärmepumpen, und er verweist dabei hauptsächlich auf Monoblock-Systeme. Der Sachverständige geht davon aus, dass solche Geräte in Berlin stark verbreitet sind, weil sie häufig im Neubau und bei Sanierungen eingesetzt werden. Außerdem betont er, dass nicht Minuten, sondern Stunden und Tage ohne Strom entscheidend seien.

Frostschäden nach Berliner Blackout: bis zu 60 % defekte Wärmepumpen – hohe Kosten und unsichere Schadenszahlen
Frostschäden nach Berliner Blackout: bis zu 60 % defekte Wärmepumpen – hohe Kosten und unsichere Schadenszahlen

Im Kern bleibt seine Aussage eine Risikorechnung: Viele Geräte standen still, während draußen Dauerfrost herrschte. Dadurch steigen die Chancen auf beschädigte Komponenten, etwa an Regelung und Hydraulik. „Ein paar haben es vielleicht überstanden, aber insgesamt dürften bei längerem Stromausfall mindestens 60 Prozent aller Anlagen betroffen sein“, sagt Dietrich.

Handwerker melden Schäden – Wärmepumpen ausdrücklich genannt

Vor Ort berichten Betriebe bereits von vielen ausgefallenen Heizungen, dabei werden Wärmepumpen explizit vermehrt erwähnt. Der Tagesspiegel schreibt, Wärmepumpen seien „zum Teil stark beschädigt“ worden, weil Anlagen bei Kälte empfindlich reagieren können. Damit passt das Bild zu dem Szenario, in dem Frostschäden zu teuren Reparaturen oder Austausch führen (tagesspiegel: 13.01.26).

Parallel dazu veröffentlichte der Bundesverband Wärmepumpe Hinweise für betroffene Haushalte und er verweist auf Unterstützung aus dem SHK-Bereich. Der Verband rät, bei Störungen nach Wiederkehr des Stroms Fachbetriebe einzubinden, statt selbst zu experimentieren. Diese Linie deutet auf einen großen Reparaturbedarf hin, auch wenn der Verband keine Quote nennt.


Warum eine belastbare Bilanz noch auf sich warten lässt

Die 60-Prozent-Zahl dominiert die Schlagzeilen, dennoch gibt es bislang keine öffentlich zugängliche, amtliche Zählung defekter Wärmepumpen. Das liegt auch daran, dass erst noch eine Überprüfung der Schäden über verschiedene Heizsysteme hinweg erfolgen muss, während Betriebe und Versicherer Meldungen erst zusammenführen. Deshalb kann es noch Wochen dauern, bis aus Reparaturaufträgen und Schadenakten eine verlässliche Gesamtschau entsteht.

Für Eigentümer bleibt das Kostenrisiko jedoch akut, denn Dietrich nennt für einen möglichen Austausch Beträge von mehr als 15.000 Euro. Damit bekommen Frostschäden eine finanzielle Dimension, die weit über Komfortverlust hinausgeht. Gleichzeitig hängt viel von Einzelfaktoren ab, etwa vom Gerätekonzept, dem Einbauort und dem Zustand der Hydraulik nach dem Wiederanlauf.

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