Frost legt Nordbahn lahm – mehr als ein Drittel der Akkuzüge stundenlang ausgefallen

Der Wintereinbruch traf die Nordbahn empfindlich, denn Frost setzte zentrale Technik der Akkuzüge außer Kraft. Am Mittwoch, 4. Februar 2026, fielen auf mehreren Strecken zahlreiche Verbindungen aus. Mehr als ein Drittel der Akkuzug-Flotte stand zeitweise wegen zugefrorener Bremsleitungen still. Fahrgäste mussten auf Busse ausweichen oder lange Wartezeiten akzeptieren (ndr: 04.02.26).


Frost blockiert Bremsleitungen und stoppt ganze Zugumläufe

Die Störung entstand im Bremssystem und wirkte sich auf den gesamten Betrieb aus. Bei mehreren Fahrzeugen fror die Luftleitung ein, dadurch ließen sich die Bremsen nicht mehr lösen.

Frost stoppt Nordbahn-Akkuzüge – mehr als ein Drittel ausgefallen – laut Hersteller war es „einfach zu kalt“
Frost stoppt Nordbahn-Akkuzüge – mehr als ein Drittel ausgefallen – laut Hersteller war es „einfach zu kalt“

Die Nordbahn nahm betroffene Einheiten direkt aus dem Umlauf, sodass verfügbare Reserven schnell schrumpften. Zeitweise fehlte mehr als ein Drittel der Flotte, daher ließ sich der Takt nicht stabil halten. Disponenten stellten Umläufe neu zusammen, während weitere Fahrzeuge geprüft wurden.

Ausfälle seit dem Vormittag – Einschränkungen bis in den Folgetag

Die Probleme begannen am Mittwochvormittag, außerdem verdichteten sich die Ausfälle im weiteren Tagesverlauf. Die Nordbahn rechnete zunächst mit Einschränkungen bis in den späten Vormittag hinein, jedoch hielt die Lage länger an. Am Donnerstag, 5. Februar 2026, zeigte eine Eilmeldung um 06:51 Uhr auf der RB82 weiterhin nur einen 2-Stunden-Takt.

Damit dauerte die Störung deutlich über den ersten Einschnitt hinaus. Besonders kritisch wirkt eine solche Phase im Berufsverkehr, weil Anschlüsse verloren gehen. Ein einzelner technischer Fehler verschiebt dann komplette Reiseketten.

Ersatzbusse statt Zug – Kapazität sinkt deutlich

Wo Fahrten ausfielen, setzte die Nordbahn Ersatzbusse ein, dennoch blieb die Kapazität begrenzt. Busse können Zugplätze nicht ersetzen, überdies verlängern sich die Reisezeiten. Für Pendler bedeutet das volle Fahrzeuge und zusätzliche Umstiege.

Die Abfahrtsorte änderten sich teilweise. Deshalb mussten Reisende Hinweise aktiv prüfen. Digitale Fahrpläne halfen weiter, jedoch ließ sich nicht jeder Anschluss retten. So entstand ein Flickenteppich aus Restbetrieb und Ersatzverkehr.


Hersteller nennt Ursache klar: „Einfach zu kalt“

Nordbahn-Techniker arbeiteten eng mit dem Hersteller Stadler in Rendsburg zusammen, während die Analyse lief. Stadler formulierte die Ursache knapp: „Einfach zu kalt“. Zusätzlich erklärte das Unternehmen: „Dann frieren diese Leitungen ein.“

In anderen Netzen bleiben Fahrzeuge bei solchen Temperaturen teils eingeschaltet, sodass eine Wärmequelle aktiv bleibt. Diese Praxis senkt das Risiko vereister Leitungen, während abgestellte Fahrzeuge schneller auskühlen. Genau dieser Unterschied gewinnt bei Frost betriebliche Bedeutung.

Winterbetrieb wird zum Härtetest für Akkuzüge

Der Vorfall zeigt die Abhängigkeit moderner Flotten von Detailkomponenten, obwohl das Gesamtsystem leistungsfähig ist. Ein eingefrorenes Leitungsteil genügt, und dutzende Fahrten entfallen. Betreiber müssen deshalb Abstell- und Vorwärmkonzepte schärfen, damit die Technik stabil bleibt.

Kälteperioden gelten nicht als Ausnahme, sondern als planbarer Stressfaktor. Wartung, Bereitschaft und Betriebsregeln müssen zusammenpassen, sonst wiederholt sich das Szenario. Starker Frost bleibt damit ein echter Belastungstest für den Bahnalltag.

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