In der Universitätsstadt Heidelberg häufen sich Fahrtausfälle im Busverkehr und die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) muss den Tagesbetrieb kurzfristig neu disponieren. Nach Angaben des Unternehmens sind Ausfälle auf allen 14 Linien im Stadtgebiet möglich, zudem betreffen Störungen einzelne Außenäste. Wasserstoffbusse mit Brennstoffzelle fehlen dabei besonders häufig, weil mehrere Fahrzeuge technische Defekte melden.
Fahrtausfälle und Linie 20: Eingriff in den Fahrplan
Die rnv setzt die Linie 20 vorübergehend komplett aus und damit fallen durchgehende Verbindungen in Heidelberg weg. Ein Sprecher sagt: „man setze alles daran, die Auswirkungen für die Fahrgäste zu begrenzen.“ Gleichzeitig organisiert der Verkehrsbetrieb zusätzliche Fahrzeuge über Subunternehmen, um wenigstens einen Teil der Lücken zu schließen.

Viele Fahrgäste erleben die Einschränkungen über den Tag verteilt, denn Fahrtausfälle treten nicht nur in Randzeiten auf. Zudem geraten Strecken nach Ziegelhausen oder Heiligkreuzsteinach aus dem Rhythmus, wodurch Anschlüsse schneller reißen. Viele Umläufe sind auf den Einsatz von Wasserstoffbussen zugeschnitten. Fällt ein Fahrzeug aus, lässt es sich kurzfristig nicht immer ersetzen, und der Fahrplan wird ausgedünnt.
Frost und Kompressoren: Technik wird zum Engpass
Ein Teil der Störungen beginnt an Kompressoren, und Frost setzt dort Bauteilen zu, die den Betrieb stabil halten sollen. Deshalb bleiben in Heidelberg mehrere Wasserstoffbusse mit Brennstoffzelle im Depot, obwohl die Fahrzeuge grundsätzlich für den Linienalltag ausgelegt sind. Außerdem verlängert sich die Instandsetzung, weil Prüfungen an der Wasserstofftechnik und am Brennstoffzellenantrieb nacheinander erfolgen.
Hinzu kommen Fehler in der Bordelektrik und hier erwartet die rnv keine schnelle Entspannung. Ein Sprecher sagt: „Vor allem hier sei keine schnelle Lösung in Sicht“, weil Techniker Fehlerbilder erst reproduzieren und dann eingrenzen müssen. Fahrtausfälle bleiben daher möglich, solange die Ursachen nicht stabil behoben sind und Reserven fehlen.
In der Region unterschiedlich: Flottenmix entscheidet
Mannheim und Ludwigshafen melden weniger Einschränkungen, denn dort fahren weniger Wasserstoffbusse mit Brennstoffzelle im Regelbetrieb. Dadurch bleibt das Angebot dort stabiler, während die H2-Busse im Heidelberger Netz eine größere Rolle spielen. Gleichzeitig erleichtert der größere Anteil konventioneller Fahrzeuge in den Nachbarstädten kurzfristige Ersatzkonzepte.
Wie lange die Einschränkungen anhalten, lässt die rnv offen, und sie nennt keinen Termin für eine Rückkehr zum Normalbetrieb in Heidelberg. Ein Sprecher sagt: „Wie lange die Einschränkungen dauern, sei deshalb noch unklar.“ Deshalb sollten Fahrgäste vor Fahrtantritt aktuelle Meldungen prüfen, weil Fahrtausfälle geplante Wege kurzfristig verändern können.
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