„W Social“ startet im Mai 2026 in Europa in die Testphase. Die neue Plattform positioniert sich als Gegenmodell zu X. Mit der Ankündigung ziehen sich SPD, Grüne und Linke von X zurück. Sie kritisieren Desinformation, Radikalisierung und eine aggressive Debattenkultur. Die SPD-Fraktion bezeichnete X zudem als „rechtsextreme Plattform“. „W Social“ verlangt von jedem Nutzer zur Identitätsprüfung einen Ausweis und einen biometrischen Gesichtsabgleich. Das soll Bots stoppen, schafft jedoch erhebliche Risiken für Datenschutz, Anonymität und freie Meinungsäußerung (deutschlandfunk: 04.05.26).
W Social setzt auf Identitätsprüfung
Die Identitätsprüfung zur Registrierung verlangt ein offizielles Ausweisdokument sowie einen Live-Abgleich des Gesichts. Dadurch sollen ausschließlich reale Personen Zugang erhalten. Automatisierte Accounts sollen technisch ausgeschlossen werden.

Die Betreiber orientieren sich an Verfahren aus dem Online-Banking. Zugleich entsteht eine hohe Eintrittshürde. Nutzer müssen sensible Daten preisgeben, bevor sie kommunizieren können.
Parteienrückzug verschärft den Streit um X
SPD, Grüne und Linke begründen ihren Rückzug mit einer aus ihrer Sicht toxischen Entwicklung auf X. Sie kritisieren Desinformation und politische Zuspitzung. Außerdem sehen sie keinen geeigneten Rahmen mehr für demokratische Debatten.
Die offiziellen Accounts bleiben sichtbar, werden jedoch nicht mehr aktiv genutzt. Einzelne Politiker entscheiden selbst über ihre Nutzung. Dadurch entsteht ein deutliches politisches Signal gegen X.
Kontrolle gegen Bots, aber keine Anonymität
„W Social“ verspricht weniger Fake-Accounts, weil jede Identität überprüft wird. Dadurch könnten koordinierte Manipulationen schwieriger werden. Gleichzeitig verändert sich die digitale Debattenkultur grundlegend.
Anonyme Meinungsäußerung entfällt faktisch. Kritiker, Hinweisgeber und Bürger mit sensiblen Themen könnten sich deshalb zurückziehen. So entsteht ein Konflikt zwischen Schutz vor Manipulation und digitaler Freiheit.
Datenschutz entscheidet über den Erfolg
Die Betreiber erklären, dass Identitätsdaten nach der Prüfung gelöscht werden sollen. Dennoch bleibt ein erhebliches Risiko. Ausweisbilder und biometrische Daten gehören zu den sensibelsten Informationen.
Ein Sicherheitsvorfall hätte gravierende Folgen für Nutzer. Deshalb reicht ein technisches Versprechen nicht aus. „W Social“ muss Vertrauen schaffen, bevor die Plattform breite Akzeptanz findet.
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