Ermittlungen des Generalbundesanwalts gegen Vulkangruppe seit 15 Jahren erfolglos

Seit fast 15 Jahren verfolgt der Generalbundesanwalt die Spuren der Vulkangruppe, dennoch bleibt die Bilanz mager. Der Staat spricht von Terrorismus gegen Infrastruktur, doch eine Fahndung mit greifbaren Ergebnissen fehlt (cicero: 12.01.26).


Vulkangruppe: Ermittlungsbilanz ohne Zugriff

Eine Sprecherin erklärte gegenüber Cicero, es gebe „bislang keine Festnahmen und auch keine größeren Durchsuchungsaktionen“ gegen die Gruppe, zudem habe es keine großen Razzien gegeben. Diese Aussage gilt nach Darstellung der Behörde nicht nur seit dem Anschlag vom 3. Januar, sondern seit Beginn des Verfahrens. Der Generalbundesanwalt hält das Verfahren zwar offen, aber sichtbare Zugriffe meldet er nicht.

Die Fahndung nach der Vulkangruppe ist seit 2011 erfolglos: keine Durchsuchungen, keine Festnahmen, keine Suche nach Personen
Die Fahndung nach der Vulkangruppe ist seit 2011 erfolglos: keine Durchsuchungen, keine Festnahmen, keine Suche nach Personen

Ausgelöst wurde das Verfahren 2011 nach einem Angriff auf die Stromversorgung der Deutschen Bahn, währenddessen folgten weitere Taten. 2021 traf es die Versorgung des Tesla-Werks, 2024 die Baustelle in Grünheide. Ermittler werten die Serie als Terrorismus, und der Generalbundesanwalt ermittelt weiter zur Vulkangruppe, doch konkrete Maßnahmen bleiben aus. Damit bleibt die Fahndung im Ungefähren, obwohl die Behörden die Vereinigung offiziell als terroristisch einstufen.

Suche ohne Gesichter

In den 1970er und 1980er Jahren prägten Steckbriefe gegen RAF-Täter das Straßenbild, deshalb wusste die Bevölkerung, nach wem sie suchen sollte. Für eine öffentliche Fahndung braucht es jedoch eine richterliche Anordnung und einen belastbaren Verdacht gegen bestimmte Personen. Genau das scheint zu fehlen, sodass die Suche ohne Namen und Fotos auskommt und der Generalbundesanwalt kaum Ansatzpunkte nach außen zeigt.

Journalisten greifen oft zur Formel, die Ermittler „tappen im Dunkeln“. Das Investigativ-Team der Welt am Sonntag schrieb außerdem: „Noch sind ihre Mitglieder Phantome.“ Zwar nennen Beobachter im Umfeld militanter Klimaaktivisten und Linksextremisten einzelne Personen, die ideologisch ähnlich argumentieren, doch die Spurensuche führt bisher nicht zu Durchsuchungen oder Anklagen. So wirkt der Fokus auf Extremismus breit, aber operativ dünn, und zugleich bleibt Terrorismus als Motiv präsent.


Infrastruktur als Angriffsfläche

Die Anschläge zielten auf Stromleitungen und damit auf das Versorgungsnetz, gleichzeitig treffen solche Eingriffe den Alltag sofort. Züge fallen aus, Produktionsabläufe stocken, und Unternehmen rechnen Schäden in kurzer Zeit hoch. Gerade bei kritischer Infrastruktur erwarten viele Bürger eine Reaktion, die mehr liefert als Aktenvermerke.

Der Generalbundesanwalt setzt die Ermittlungen zur Vulkangruppe fort, somit bleibt die Kernfrage offen: Wer organisiert die Vulkangruppe, und welche Strukturen tragen sie? Solange Festnahmen ausbleiben und die Fahndung keine Verdächtigen benennt, bleibt Terrorismus gegen Infrastruktur ein Risiko, das sich nicht nur in Bekennerschreiben misst.

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