Der Eisbrecher „Neuwerk“ wurde zum Freiräumen einer Fahrrinne zum zugefrorenen LNG-Terminal im Hafen Mukran von der Nordsee in die Ostsee verlegt. Nun ist die „Neuwerk“ aufgrund eines technischen Defekts ausgefallen, sodass der zentrale Engpass wieder voll durchschlägt. Der LNG-Tanker „Minerva Amorgos“ kann deshalb weiterhin nicht am Terminal anlegen, da die Fahrrinne zum Hafen Mukran wegen einer massiven Eisdecke weiterhin nicht befahrbar ist. Der LNG-Tanker wartet bereits seit mehr als eine Woche in der eisfreien Zone vor dem LNG-Terminal (ndr: 14.02.26).
Defekt stoppt den Einsatz ausgerechnet am Engpass
Nach Auskunft des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) war der Eisbrecher am Freitag noch im Einsatz, doch dann musste er wegen eines Defekts in den Hafen Mukran zurückkehren. Ein Spezialist untersuchte das eisbrechende Mehrzweckschiff, allerdings machte das WSA keine Angaben zur Art des Schadens. Auch zur Reparaturdauer gibt es keine verlässliche Aussage, deshalb bleibt offen, wann die „Neuwerk“ wieder Eis räumen kann.

Damit fehlt vor Ort genau das Schiff, das die Lage stabilisieren sollte, denn ohne Eisbrecher bleibt die Fahrrinne für die LNG-Tanker unbefahrbar. Bei einer festliegenden Eisdecke reicht bereits ein kurzer Ausfall, um die Passage wieder zu schließen. Das trifft den Betrieb sofort, weil das LNG-Terminal ohne befahrbare Zufahrt faktisch abgeschnitten ist.
Schlepper als Ersatz – aber nur als Zwischenlösung
Weil eine dicke Eisdecke den Hafen Mukran tagelang unerreichbar für LNG-Tanker machte, wurde die „Neuwerk“ überhaupt erst aus der Nordsee in die Ostsee verlegt, während der größte deutsche Ostsee-Eisbrecher „Arkona“ im Gegenzug in die Nordsee geschickt wurde. Nach dem Defekt soll nun der kleinere, gecharterte Schlepper „VB Bremen Fighter“ die Fahrrinne zum Hafen eisfrei halten, jedoch ersetzt diese Lösung die Leistungsreserven eines Eisbrechers nicht vollständig.
Schlepper können Eis drücken und Rinnen offen halten, aber sie sind nicht die gleiche Kategorie wie ein spezialisiertes, eisbrechendes Mehrzweckschiff. Gerade bei nachdrückendem Eis zählt Dauerleistung und Räumtiefe und genau diese Faktoren entscheiden über sichere Einfahrten. Fehlt die nötige Wirkung, wird jeder Tanker-Anlauf zur Unsicherheitslage.
LNG-Tanker „Minerva Amorgos“ wartet weiter vor Rügen
Das Anlegen der „Minerva Amorgos“ verzögert sich damit erneut, denn das Schiff liegt bereits seit etwa einer Woche in einer eisfreien Zone vor Rügen. Solange die Fahrrinne nicht verlässlich geräumt wird, bleibt der Weg zum Terminal blockiert. Jeder zusätzliche Wartetag verschiebt die Abläufe am LNG-Terminal, wobei es ohne einsatzfähigen Eisbrecher keinen belastbaren Fahrplan gibt.
Laut einem Online-Portal nahm der Eisbrecher „Neuwerk“ am Samstagmittag Kurs auf Rostock, während in Mukran weiter unklar bleibt, wann das Schiff wieder einsatzbereit ist. Das WSA nennt weder die genaue Schadensursache noch eine belastbare Dauer für die Reparatur. Solange die Fahrrinne wegen der Eisdecke nicht befahrbar ist, bleibt der LNG-Tanker „Minerva Amorgos“ vor Rügen weiterhin in Warteposition.
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