Die Kfz-Versicherung für Elektroautos fällt in vielen Tarifen mittlerweile höher aus als für vergleichbare Benziner oder Diesel. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Demnach liegen die Beiträge für E-Autos „unter sonst gleichen Bedingungen bis zu 44 Prozent“ über denen des jeweils ähnlichen Verbrenner-Modells. Verivox spricht dabei von einem Effekt, der rund die Hälfte der Versicherer betrifft. Besonders betroffen sind Vollkasko-Versicherungen (fokus: 28.01.26).
Viele Tarife setzen E-Autos inzwischen höher an
Nach Angaben von Verivox ist der Aufpreis bei Elektroautos nicht auf einzelne Premiummodelle beschränkt. Entscheidend sind die konkreten Tarife und die Kalkulation der Versicherer. In der Auswertung wird beschrieben, dass bei vielen Anbietern die E-Version eines Modells inzwischen häufiger teurer eingestuft wird als das Pendant mit Verbrennungsmotor. Gleichzeitig existieren weiterhin Policen, in denen Stromer gleichauf liegen oder günstiger sind, doch Verivox sieht die Tendenz klar in Richtung höherer Beiträge.

Als Beispiel nennt Verivox den BMW X3 im Vergleich zwischen Elektro- und Verbrenner-Version. „Von den Tarifen, die der Modellfahrer für beide Modelle wählen kann, sind knapp die Hälfte (rund 49 Prozent) für das E-Modell teurer“, heißt es. Günstiger ist die Versicherung für den Stromer laut Verivox bei rund 32 Prozent der Tarife, während bei 19 Prozent Preisgleichheit besteht.
Skoda-Vergleich bestätigt den Effekt im Volumensegment
Ein weiteres Beispiel betrifft Skoda. Verivox vergleicht den Skoda Enyaq mit dem Skoda Karoq als Benziner. In diesem Vergleich sind laut Auswertung 40 Prozent der Tarife für das E-Auto-Modell teurer. Der Aufschlag reicht dabei bis zu 18 Prozent. Damit zeigt die Analyse, dass höhere Prämien auch bei verbreiteten Modellreihen vorkommen und nicht nur in einzelnen Nischen.
Langzeitdaten verändern die Prämienkalkulation, Vollkasko besonders betroffen
Verivox erklärt den Anstieg mit der inzwischen größeren Datenbasis zur Schadenrealität von E-Autos. „Mittlerweile zeigen Langzeitdaten, dass Elektroautos zwar seltener Schäden verursachen, diese dann jedoch oft teurer sind. Das schlägt insbesondere in der Vollkasko zu Buche“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Der zentrale Punkt in dieser Begründung liegt in der Schadenhöhe: Auch bei geringerer Schadenhäufigkeit können hohe Reparaturrechnungen die Prämie nach oben ziehen.
Verivox verweist in diesem Zusammenhang auch auf den Akku als besonders kostenträchtige Komponente. In vielen Policen ist ein spezieller Akku-Schutz nicht automatisch enthalten, sondern wird als zusätzlicher Leistungsbaustein geführt. Die Analyse ordnet diesen Punkt als relevant ein, weil der Austausch eines defekten Akkus nach Unfall oder Defekt sehr teuer werden kann.
Herstellergarantie bleibt ein separater Faktor
Verivox trennt zudem zwischen Versicherungsleistungen und Herstellergarantie. Die reine Leistungsfähigkeit des Akkus, also nutzbare Kapazität und Reichweite, ist Bestandteil der Herstellergarantie. Diese gilt in der Regel acht Jahre, ist jedoch an eine maximale Kilometerleistung gebunden. Fällt die Kapazität in dieser Zeit unter eine definierte Grenze, muss der Hersteller den Akku austauschen. Diese Regel betrifft die Garantiebedingungen und ersetzt nicht die Kostenlogik der Kfz-Versicherung, die sich an Schadenkosten und Regulierungspraxis orientiert.
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