Zum Jahresstart haben die Spritpreise deutlich angezogen und zwar aus mehreren Gründen, die zeitgleich wirken. Die CO₂-Steuer erhöht den Literpreis als fester Aufschlag, Dieselpreise und Benzinpreise reagieren am Markt darauf sofort. Aber auch der Rohölpreis setzt dabei den Rahmen für Einkauf und Handel und deshalb spüren Autofahrer die Veränderungen schnell an der Zapfsäule.
Spritpreise im Rückblick: 2025 blieb günstiger, aber nicht billig
Der ADAC hat die finalen Durchschnittswerte für 2025 veröffentlicht, und die Zahlen ordnen das Jahr klar ein. Super E10 lag im Mittel bei 1,688 Euro pro Liter, während der Dieselpreis durchschnittlich 1,611 Euro erreichte. Damit fiel 2025 erneut etwas günstiger aus als 2024, und trotzdem blieb die Belastung im Alltag spürbar.

Trotz des Rückgangs blieb 2025 laut ADAC das viertteuerste Tankjahr und der Abstand zu früheren Rekorden wirkt nur auf den ersten Blick beruhigend. 2022 trieb der Ukraine-Krieg die Preise auf ein Niveau, das viele noch im Kopf haben, denn Diesel kostete damals im Schnitt 1,946 Euro pro Liter. Super E10 erreichte 1,86 Euro und solche Werte verändern Erwartungen an künftige Preissprünge. ADAC-Kraftstoff-Experte Christian Laberer brachte es zudem auf den Punkt und sagte, Tanken sei „immer noch relativ teuer“.
Zahlen vom 1. Januar: So stark stiegen Diesel und Super E10
Am 1. Januar sprang der Preis spürbar, und der ADAC bezifferte den bundesweiten Tagesdurchschnitt für Super E10 auf 1,709 Euro pro Liter. Das waren 3,4 Cent mehr als am 31. Dezember, und der Dieselpreis legte sogar um 4 Cent auf 1,658 Euro zu. Diese Bewegung setzt sich häufig in kurzer Zeit durch, weil Tankstellen Preise im Tagesverlauf anpassen.
Noch deutlicher fällt der Vergleich mit dem 29. Dezember aus, denn dort zeigt sich der Vorlauf. Gegenüber diesem Datum lagen Super E10 um 5,4 Cent und Diesel um 6 Cent höher. Anbieter ziehen Preisanpassungen oft vor, weil sie Kostenänderungen einpreisen und zugleich Spielräume testen. So steigen die Spritpreise nicht nur am Stichtag, sondern auch in den Tagen davor.
CO₂-Steuer und Rohölpreis: Zwei Hebel, die getrennt wirken
Die CO₂-Steuer wirkt als politisch festgelegter Bestandteil und sie hängt nicht vom Ölmarkt ab. Der ADAC rechnet bei dieser Komponente mit bis zu 3 Cent pro Liter und dieser Betrag landet direkt im Endpreis. Viele sprechen auch von CO₂-Abgabe und sie erklärt den Basissprung zum Jahreswechsel. Dass der Anstieg dennoch höher ausfiel, liegt an Marktmechanik, Margen und Timing, weil Unternehmen ihre Kalkulation vor dem Stichtag anpassen.
Unabhängig davon bestimmt der Rohölpreis die Richtung am Großmarkt. Er kann Auf- oder Abschläge innerhalb kurzer Zeit auslösen. Der ADAC formuliert dazu wörtlich: „Der mit Abstand wichtigste Faktor für die Entwicklung des Spritpreises bleibt der Rohölpreis.“ Wenn Krisen die Lieferketten belasten, dann reagieren Händler oft schneller. Die Ölnotierung schlägt sich über Vorprodukte und Transport im Endpreis nieder. Das betrifft Super E10 ebenso wie Diesel und deshalb bleiben auch 2026 schnelle Bewegungen beim Dieselpreis realistisch. Wer flexibel tankt, kann Spritpreise besser abfedern, aber die Grundrichtung setzt weiterhin der Markt. (KOB)
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