Im Pentagon gilt Chinas Batterie-Dominanz inzwischen als Sicherheitsfrage, weil viele Batterien und Vorprodukte aus China kommen und weil Alternativen fehlen. Das wird zum Sicherheitsrisiko, denn ein Lieferstopp könnte Beschaffung und Einsatzfähigkeit bremsen. Gleichzeitig steigt der Druck durch Rechenzentren, die für KI und Cloud rund um die Uhr Strompuffer brauchen, und dadurch gewinnt die Batterie-Lieferkette noch mehr strategisches Gewicht. Die Nationale Sicherheit hängt damit nicht nur an Chips, sondern auch an Energiespeichern. Auch LFP-Batterien rücken in den Mittelpunkt, weil sie bei großen Speichern oft die wichtigste Technologie sind (nytimes: 24.12.25).
Sicherheitsfrage im Pentagon: Batterien werden zum Engpass für Einsatzfähigkeit
Militärplaner sehen in der Ukraine, wie stark moderne Kriegsführung von Energie abhängt, und sie rechnen mit einem massiven Bedarf. Drohnen, Sensorik, Funkgeräte, Satelliten und Nachtsichttechnik ziehen Strom, und sie brauchen verlässliche Akkus. Viele dieser Bauteile hängen jedoch an chinesischen Zulieferern, und damit wird die Batterie-Lieferkette zur strategischen Verwundbarkeit. Wer Ersatzteile und Zellen nicht sicher beschaffen kann, plant Einsätze anders, und genau das will das Pentagon vermeiden.

Govini beziffert die Abhängigkeit auf rund 6.000 einzelne Batterie-Komponenten in US-Waffenprogrammen, und diese Zahl wirkt im Pentagon wie ein Warnsignal. Govini-Chefin Tara Murphy Dougherty sagte dazu übersetzt: „Die Realität ist sehr hart.“ Sie ergänzte: „In 100 Prozent unserer Waffensysteme und militärischen Plattformen stecken ausländische Teile.“ Das beschreibt keine Theorie, sondern eine Lieferlage, die sich im Konfliktfall gegen die USA wenden kann.
Ukraine-Effekt und Exportpolitik: China kann die Batterie-Lieferkette taktisch steuern
Die Ukraine liefert ein praktisches Beispiel, weil Exportkontrollen auf Komponenten bereits spürbare Folgen hatten und Preise teils stark stiegen. Catarina Buchatskiy vom Snake Island Institute sagte übersetzt: „Jede chinesische Exportbeschränkung seit 2022 hat direkt auf das Schlachtfeld zurückgewirkt.“ Sie warnt außerdem, dass solche Teile „quer durch westliche Verteidigungsprogramme“ stecken, und damit berührt das Thema die Nationale Sicherheit unmittelbarer als klassische Industriepolitik. In Washington wächst deshalb die Sorge, dass China über Lieferregeln und Vorprodukte militärische Optionen indirekt beeinflusst.
Peking betont seine Rolle zudem offen. Am 9. Oktober drohte China, Exporte fortgeschrittener Lithium-Ionen-Technologien zu begrenzen, darunter Graphit-Anoden und Kathoden. Diese Basisteile entscheiden über Leistung und Kosten, und sie wirken wie ein Hebel, weil sie überall gebraucht werden. Für das Pentagon wird die Sicherheitsfrage damit operativ, weil Planung nur funktioniert, wenn Materialflüsse verlässlich bleiben.
Rechenzentren als Mit-Treiber: Pentagon konkurriert um dieselben Batterien
Der zweite Druck kommt aus der digitalen Infrastruktur, weil Rechenzentren in rasantem Tempo wachsen und weil sie Batterien als Sofort-Backup benötigen. Viele Betreiber setzen dabei auch auf eigene Speicherfelder, weil schon kurze Spannungseinbrüche Daten zerstören können. In Nordvirginia stehen daher Datenzentren in Hangar-Größe, und sie verschärfen die Nachfrage nach Zellen und Vorprodukten. Das Pentagon konkurriert dadurch mit Tech-Konzernen um dieselben Komponenten, und Engpässe schlagen schneller durch.
Dan Wang vom Hoover Institution sagte dazu übersetzt: „China führt bei fast jeder industriellen Komponente.“ Er ergänzte: „Sie liegen vorn, technologisch und beim Maßstab.“ Diese Aussage erklärt, warum die Batterieversorgung in den USA schwer zu diversifizieren ist. Sie erklärt aber auch, warum die Abhängigkeit bei LFP-Batterien besonders stark wirkt, weil China Produktion und Vorstufen dominiert.
Politische Kehrtwende: Trump bremst E-Autos, aber das Pentagon braucht LFP-Batterien
Die Trump-Regierung fror anfangs Teile von Förderprogrammen aus der Biden-Zeit ein, weil sie Batterien mit E-Autos und anderen Projekten verknüpfte, und Trump nannte Elektroautos einen „Betrug“. Gleichzeitig wächst im Pentagon der Druck, weil die Abhängigkeit als Sicherheitsfrage gelesen wird und weil kein schneller Ersatz verfügbar ist. Deshalb laufen inzwischen wieder Programme an, die Materialien, Recycling und Vorprodukte stärken sollen, und auch Unternehmen für Komponenten geraten stärker in den Fokus.
Beim Kernproblem hilft jedoch kein kurzfristiger Beschluss. Die USA können zwar Rohstoffe fördern, aber Raffinerien und Vorprodukte fehlen, und Umweltauflagen verteuern Prozesse. Analysten erwarten Jahre, bis genügend LFP-Batterien aus US-Produktion kommen, und noch länger für stabile Zulieferketten bei Anoden, Kathoden und Graphit. Einige Hersteller setzen auf Eisenphosphat-Akkus, doch selbst dann bleibt die Frage, woher die Vorstufen kommen.
Nationale Sicherheit als Infrastrukturfrage: Strom, Speicher und Strategie verschmelzen
Die KI-Rivalität hängt zunehmend an Stromversorgung, und deshalb verknüpfen sich Rechenzentren und Pentagon-Planung stärker als früher. OpenAI schrieb im Oktober übersetzt: „Elektrizität ist nicht einfach ein Versorgungsdienst.“ Weiter heißt es: „Sie ist ein strategischer Vermögenswert, der unsere Führung bei der folgenreichsten Technologie seit der Elektrizität selbst sichern wird.“ Wenn Strom ein strategisches Gut wird, dann werden Batterien zur Schlüsselkomponente, und das betrifft die Nationale Sicherheit ebenso wie industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
Für das Pentagon bleibt die Schlussfolgerung klar, und sie betrifft die Batterie-Lieferkette ebenso wie Beschaffungsregeln. Restriktionen gegen „foreign entities of concern“ werden politisch wahrscheinlicher, weil man Abhängigkeiten reduzieren will und weil die Landessicherheit sonst auf externe Lieferentscheidungen reagiert. Solange China bei LFP-Batterien und Vorprodukten dominiert, bleibt die Lage angespannt, und jedes neue Datenzentrum verschärft die Konkurrenz um Speicher. Damit wird die Batteriefrage zur dauerhaften Sicherheitsagenda, und nicht nur zur Industriefrage.
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