Brand eines Elektroautos löst Kettenreaktion aus und reißt Wohnmobil, Häuser und Autos mit

Am Montagmorgen kam es im baden-württembergischen Schwaigern bei Heilbronn zu einer Kettenreaktion, nachdem ein an einer Ladesäule angeschlossenes Elektroauto in Brand geraten war. Die Flammen griffen auf ein Wohnmobil über, in dem Gasflaschen lagerten, die durch die Hitze explodierten. Dadurch wurden mehrere weitere, in der Nähe abgestellte Autos beschädigt, zudem kam es zu Schäden an einem angrenzenden Wohnhaus sowie einem Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite (swr: 16.02.26).


Kettenreaktion durch Gasflaschen – Explosionen treiben die Schäden hoch

Als die Feuerwehr eintraf, brannten Elektroauto und Wohnmobil bereits vollständig. Im Wohnmobil lag die kritische Zuspitzung, denn dort befanden sich Gasflaschen. Durch die enorme Hitze explodierten sie, wodurch weitere Autos in der Nähe beschädigt wurden. Gleichzeitig stieg das Risiko durch Druckwellen, Splitterteile und Funkenflug, weshalb die Kräfte mit Abstand und Schutz arbeiten mussten.

Kettenreaktion nach E-Auto-Brand an einer Ladesäule -  Explosionen, Gebäudeschäden und mehrere beschädigte Fahrzeuge
Kettenreaktion nach E-Auto-Brand an einer Ladesäule – Explosionen, Gebäudeschäden und mehrere beschädigte Fahrzeuge

Feuerwehr-Kommandant Sandro Esslinger beschreibt den Start als Phase mit hoher Dynamik. Er sagte: „Wir mussten durch die Gasflaschen aus der Deckung löschen und schauen, dass die Flammen durch den Wind nicht auf Nachbargebäude übergreifen.“ Genau dieser Wind spielte eine zentrale Rolle, weil er Flammen und Rauch in Richtung der Bebauung drücken konnte. So blieb nicht nur Blech betroffen, sondern auch Bausubstanz.

Feuer greift auf Wohnhaus über – Schäden auf beiden Straßenseiten

Die Flammen erreichten ein angrenzendes Wohnhaus und verursachten dort Schäden. Zudem wurde ein Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Mitleidenschaft gezogen. Damit weitete sich der Einsatz von einem reinen Fahrzeugbrand zu einem Szenario aus, das Wohnraum und Nachbarschaft direkt traf. Gleichzeitig mussten die Einsatzkräfte verhindern, dass die Lage weiter kippt, weil eng abgestellte Fahrzeuge den Brand wie ein Brandbeschleuniger weitertragen können.

Trotz der Gefahrenlage meldete die Feuerwehr, dass das Löschen des Elektroautos selbst keine besonderen Probleme bereitete. Entscheidend blieb jedoch die Umgebung, denn Explosionen verändern jede Einsatzlage. Außerdem musste die Feuerwehr ständig prüfen, ob sich neue Zündpunkte bilden. In solchen Momenten zählt Geschwindigkeit, aber auch Kontrolle.

Ursache an der Ladesäule vermutet – mittlerer sechsstelliger Schaden

Das Elektroauto war an eine Ladesäule angeschlossen und die Polizei geht als Ursache derzeit von einem technischen Defekt aus. Eine endgültige Klärung steht noch aus, weil Brandermittlungen Zeit brauchen und jedes Detail geprüft wird. Der Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen im mittleren sechsstelligen Bereich. Dabei zählen nicht nur Fahrzeugschäden, sondern auch beschädigte Fassaden und betroffene Gebäudeteile.

Die Dimension zeigt, wie schnell eine Kettenreaktion entstehen kann, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Dazu gehören enge Abstände, brennbare Materialien und zusätzliche Energiequellen wie Gasflaschen. Ebenso entscheidend ist, wie früh ein Brand entdeckt wird. Minuten können den Unterschied machen, wenn Flammen auf das nächste Objekt überspringen.


Rauchsäule über der B293 – Verkehr beeinträchtigt, aber nicht gesperrt

Der Brand erzeugte eine starke Rauchsäule, die den Verkehr auf der B293 beeinträchtigte. Eine Sperrung der Bundesstraße war laut Bericht jedoch nicht nötig. Dennoch entsteht in solchen Situationen ein weiteres Risiko, weil Sichtbehinderungen Unfälle begünstigen können. Deshalb sichern Einsatzkräfte den Bereich konsequent ab und halten Schaulustige auf Abstand.

Für Anwohner blieb die Lage nicht nur laut, sondern auch belastend. Wer Rauch wahrnimmt, sollte Fenster schließen und den betroffenen Bereich meiden, bis Einsatzkräfte Entwarnung geben. Zudem lohnt ein nüchterner Blick auf Stellplätze, Abstände und die Lagerung von Gasflaschen. Denn wenn ein Brand einmal läuft, kann die nächste Kettenreaktion schneller starten, als vielen bewusst ist.

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