Bosch vereinbart mit Betriebsrat Abbau von 22.000 Stellen

Beim Technologiekonzern Bosch mit Sitz in Gerlingen steht der Abbau von rund 22.000 Stellen in der Mobility-Sparte nach langen Verhandlungen mit dem Betriebsrat für fast alle betroffenen deutschen Standorte fest. Auslöser sind die seit September 2025 ausgeweiteten Sparpläne in der Zulieferersparte, die vor allem Werke in Baden-Württemberg und im Saarland treffen. Der größte Risikofaktor bleibt jedoch bestehen, denn betriebsbedingte Kündigungen gelten nur so lange als ausgeschlossen, wie die Abbauziele ohne Zwang erreicht werden. Die Folgen sind bereits konkret: Werke schließen früher, Standorte verlieren Hunderte Stellen, und nur in einem Bereich des Werks Stuttgart-Feuerbach laufen die Gespräche noch (merkur: 13.03.26).


Bosch und Betriebsrat ringen um die Details

Bereits im September 2025 hatte Bosch weitere 13.000 Stellen zur Disposition gestellt. Zusammen mit früheren Plänen summiert sich der Einschnitt bei Bosch Mobility damit auf rund 22.000 Jobs. IG Metall und Betriebsrat protestierten massiv, dennoch wurden nun für fast alle deutschen Standorte Vereinbarungen erzielt.

Bei Bosch fallen in der Mobility-Sparte 22.000 Jobs weg. Betriebsrat erreicht Nachbesserungen, doch das Risiko weiterer Einschnitte bleibt
Bei Bosch fallen in der Mobility-Sparte 22.000 Jobs weg. Betriebsrat erreicht Nachbesserungen, doch das Risiko weiterer Einschnitte bleibt

Nach Angaben von Betriebsratschef Frank Sell sind die Gespräche an fast allen betroffenen Mobility-Standorten abgeschlossen. Nur für eine Sparte am größten deutschen Standort in Stuttgart-Feuerbach wird noch weiterverhandelt. Sell erklärte: „Die Verhandlungen waren extrem schwierig“. Oberstes Ziel sei es deshalb gewesen, den Stellenabbau an den Standorten so weit wie möglich zu begrenzen.

Kündigungen nur als letzter Schritt

Eine frühere Vereinbarung aus dem Jahr 2023 schließt betriebsbedingte Kündigungen an den deutschen Bosch-Mobility-Standorten grundsätzlich bis Ende 2027 aus. Deshalb setzt das Unternehmen zunächst auf Freiwilligkeit, Abfindungen und sozialverträgliche Lösungen. Frank Sell machte jedoch deutlich, dass Kündigungen als letzte Maßnahme möglich bleiben, wenn die vereinbarten Ziele nicht fristgerecht erreicht werden.

Für die einzelnen Werke gelten zudem unterschiedliche Laufzeiten, die bis 2029, 2030, 2031 oder 2032 reichen. Außerdem enthalten die Abmachungen sogenannte „Hagelschlag- und Sonnenschein“-Klauseln. Bosch kann also neue Gespräche verlangen, wenn sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert. Zugleich kann auch der Betriebsrat nachverhandeln, falls sich das Umfeld spürbar verbessert.

Werke verlieren Jobs, Schließungen sind besiegelt

Besonders stark betroffen sind nach bisherigen Angaben die Standorte Stuttgart-Feuerbach, Waiblingen, Schwieberdingen, Bühl, Bühlertal und Homburg im Saarland. In Feuerbach konnte der Abbau immerhin reduziert werden. Dort sollen nun 2.500 statt ursprünglich 3.325 Stellen wegfallen.

An anderen Standorten sind die Entscheidungen bereits gefallen. In Bühl wurde der Einschnitt zwar gemildert, dafür wird das Werk im benachbarten Bühlertal früher geschlossen. Auch das Werk Waiblingen wird endgültig dichtgemacht, weshalb rund 560 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Bereits im Februar hatte Bosch zudem an einem weiteren Standort eine Einigung erzielt, obwohl dort dennoch rund 1.000 Stellen gestrichen werden.


Milliardenrückstellungen belasten den Konzern

Bosch hatte für die Sparmaßnahmen bereits rund 2,7 Milliarden Euro zurückgestellt. Dadurch sank der Gewinn im Jahr 2025 spürbar. Die volle Wirkung der Einschnitte wird jedoch erst in den kommenden Jahren in den Geschäftszahlen sichtbar.

Damit ist der Umbau bei Bosch zwar weitgehend geregelt, aber noch nicht endgültig abgeschlossen. Die offene Verhandlung in Feuerbach zeigt, wie angespannt die Lage weiter bleibt. Zugleich machen die Nachverhandlungsklauseln klar, dass sich der Abbau bei schlechter Wirtschaftslage erneut verschärfen kann.

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