Bosch stellt die Produktion der Verbindungstechnik für die Fahrzeugindustrie am Standort Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) bis spätestens 2028 ein. Der Konzern hatte das Aus für den betroffenen Bereich bereits im vergangenen September angekündigt, jedoch liegt nun eine Einigung über einen Sozialplan mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft vor. In Waiblingen fertigte Bosch unter anderem elektrische Steckverbinder, Verbindungselemente sowie mechanische Füge- und Verbindungsteile. Diese Komponenten verbinden Kabelbäume, Steuergeräte und Sensoren im Auto, deshalb sichern sie Stromversorgung und Signale im Bordnetz. Bosch nennt zu hohe Kosten als Anlass, zugleich verweist das Unternehmen auf einen deutlichen Umsatzrückgang in Europa. Dort sank der Umsatz mit diesen Produkten in acht Jahren um knapp die Hälfte. Betroffen sind rund 560 Arbeitsplätze, während andere Tochterfirmen am Standort laut Bosch nicht unter die Entscheidung fallen (t-online: 24.02.26).
Verbindungstechnik läuft aus – Sozialplan greift
Bosch und Betriebsrat vereinbarten Interessenausgleich und einen Sozialplan, damit steht der Fahrplan für den Auslauf bis 2028. Bosch will rund 220 Arbeitsplätze an anderen Standorten anbieten, damit ein Teil der Belegschaft intern wechseln kann. Der Konzern setzt außerdem auf Altersteilzeit, Vorruhestand und freiwillige Abfindungen und will den Abbau „möglichst sozialverträglich“ gestalten. Die Zahl der angebotenen Alternativen bleibt jedoch deutlich kleiner als die Zahl der Betroffenen. Damit entscheidet sich die Lage in der Praxis daran, wie viele Wechsel tatsächlich zustande kommen und wie schnell Qualifizierungen greifen.

Die wirtschaftliche Begründung setzt früher an, denn der Standort hat schon lange an Volumen verloren. Bosch erklärt, das Produktionsvolumen in Waiblingen sei seit vielen Jahren rückläufig und damit sei auch das Beschäftigungsniveau gesunken. Als Kernproblem nennt der Konzern fehlende neue Perspektiven und sagt wörtlich: „Trotz entsprechender Anstrengungen konnten in dieser Zeit keine beschäftigungsrelevanten Neuprodukte gewonnen werden.“ Diese Entwicklung verschärft den Einschnitt, weil der Bereich ohne Neuprodukte keine stabile Auslastung mehr erreicht. Verbindungstechnik bleibt damit nicht nur ein Begriff aus dem Portfolio, sondern ein ganzes Geschäftsfeld, das Bosch in Waiblingen beendet.
Nach 2028 droht Bruch, deshalb rückt der Transfer in den Fokus
Die IG Metall in Waiblingen bewertet die Entscheidung politisch und regional, zugleich richtet sie den Blick auf die Zeit nach dem Auslauf. Sie sagt: „Die Verlagerung von Produktion und Know-how ist ein schwerer Fehler zulasten der Region.“ Die Gewerkschaft betont außerdem, die Einigung federe den Strukturbruch sozial ab, ersetze aber keinen industriepolitischen Gestaltungswillen. Aus ihrer Sicht zählen vor allem „die zugesagte Weiterbeschäftigung, Qualifizierung und die Transfergesellschaft ab 2029“. Für Beschäftigte ohne internen Anschluss steigt damit der Druck, frühzeitig konkrete Übergänge zu sichern, während Bosch die Fertigung schrittweise herunterfährt.
Lesen Sie auch:
